Die Projekte der Bildungsagenda NS-Unrecht

Die Projekte der Bildungsagenda NS-Unrecht machen Schicksale verfolgter Menschen und Gruppen sichtbar – mit einem besonderen Fokus auf diejenigen, die bisher weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten haben. Dabei entstehen kulturelle und digitale Formate, die Austausch fördern und Partizipation einfordern.

Bilden in kulturellen Lernräumen

Bilden in digitalen Lernräumen

  • RAA Mecklenburg-Vorpommern

    Die biografischen Erinnerungen der Überlebenden und die historischen Orte von Gewalt und Verfolgung sind wichtige Bausteine unserer Erinnerungskultur. Durch deren überlieferte Zeugnisse werden das System und die Ideologie des Nationalsozialismus nachvollziehbar. Spätere Generationen werden dazu eingeladen, sich auf Spurensuche zu begeben und ihren eigenen Fragen nachzugehen. überLEBENSWEGE verbindet eine lokale wie biografische Spurensuche mit digitalen Erinnerungsräumen, die über Grenzen hinweg Verstehenszusammenhänge zu stiften vermögen.

  • Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht

    Das Projekt erforscht Standorte von NS-Zwangsarbeitslagern auf Fußball- und Sportplätzen in Deutschland und Österreich mit zahlreichen Kooperationspartner:innen, um sie einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren. Partizipativ angelegt erreicht das gemeinsame Projekt der Gedenkstätten Augustaschacht und Gestapokeller über das Alltagsphänomen Fußball interessierte Menschen und aktiviert deren Interesse und Motivation im Kontext der Aufarbeitung von Zwangsarbeitslagern. Dabei wird einerseits bisheriges Engagement gebündelt und andererseits eine Beschäftigung mit diesem Kapitel der Geschichte von Fußball- und Sportplätzen initiiert.

  • Stiftung Digitale Spielekultur

    Die Stiftung Digitale Spielekultur erprobt bundesweit in Kooperation mit dem Deutschen Kulturrat ortsgebundene Formate zur Etablierung einer durch Games getragenen Erinnerungskultur zum NS-Unrecht im Dialog mit Gedenkstätten, Museen und kulturellen Begegnungsorten. Alle Formate werden durch bedarfsorientierte Maßnahmen zur Qualifizierung der Mitarbeiter:innen vor Ort im Themenfeld der Spielekultur begleitet.

  • Dekoder

    Das Projekt „Der Krieg und seine Opfer“ befasst sich mit den Verbrechen an der Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg in den nationalsozialistisch besetzten Gebieten der Sowjetunion. Der Holocaust, Zwangsarbeit oder das gezielte Abbrennen von Dörfern – diese und andere Arten der Gewalt aus dem Vernichtungskrieg gegen die UdSSR sind im öffentlichen Bewusstsein oft wenig präsent.

  • Freunde und Förderer des Leo Baeck Instituts e. V.

    Die Leo Baeck Institute Jerusalem und London sowie die Freunde und Förderer des Leo Baeck Instituts widmen der Geschichte der zerstörten Bibliothek der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums (1872-1942) eine digitale Ausstellung. Überreste der Bibliothek sind heute weltweit zerstreut. Im Rahmen einer begleitenden internationalen Kampagne wird die Öffentlichkeit eingeladen, bei der Suche nach NS-Raubgut zu helfen. Dezentrale physische Installationen begleiten die Online-Ausstellung an den heutigen Orten der Bücher.

  • Kampnagel

    Seit 40 Jahren steht Kampnagel für zeitgenössische Performance, Tanz und Theater in Hamburg. Bisher wenig beleuchtet ist die Vergangenheit des Geländes während des Nationalsozialismus. Im Projekt wird Kampnagel als Ort der Erinnerung und Begegnung begriffen und die Geschichte aufgearbeitet. Dabei wird ein innovativer Prototyp entwickelt, der die Auseinandersetzung eines Kulturzentrums mit der eigenen Geschichte im Sinne einer wegweisenden, verantwortungsbewussten Erinnerungskultur aufzeigt.

  • Berghof Foundation

    ErinnerungsZeit will mehr als den Opfern des NS-Unrechts gedenken. Die animierte Graphic Novel der Berghof Foundation schafft einen digitalen, friedenspädagogischen Bildungsraum, der das kritische Geschichtsbewusstsein sowie die Medienkompetenz Jugendlicher zwischen 12-17 Jahren fördert. Sie trägt zu einer multiperspektivischen, inklusiven und partizipativen NS-Erinnerungskultur im deutschsprachigen Raum bei.

  • Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte

    Wie können NS-Zeitzeug:innen in der Zukunft erlebt werden? Einsatzmöglichkeiten, Chancen und Herausforderungen zur zukünftigen Rolle volumetrisch aufgezeichneter Interviews von NS-Zeitzeug:innen werden im Bereich der schulischen und außerschulischen Geschichtsvermittlung erprobt und präsentiert.

Transfer

  • Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung & Deutsches Polen Institut

    Das polnisch-deutsche Kooperationsprojekt beabsichtigt, eine umfassende mehrsprachige Datenbank und Internetplattform mit allen verfügbaren Informationen zu den aus Polen stammenden NS-Opfern zu errichten. Basierend auf diesen Informationen werden erinnerungskulturelle Initiativen aus ganz Deutschland Bildungsformate entwickeln, um das Erinnern an dieses Kapitel der deutsch-polnischen Geschichte lebendig zu halten.

  • Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

    Das Projekt „Ewige Zuchthäusler?!“ widmet sich am Beispiel des ehemaligen Strafgefängnisses Wolfenbüttel einer bislang kaum berücksichtigten Verfolgtengruppe: den im Nationalsozialismus inhaftierten und hingerichteten Justizverurteilten.

  • STIFTUNG EUROPA-UNIVERSITÄT VIADRINA

    Unter dem Nationalsozialismus wurden hunderttausende Kulturgüter zwangsverkauft, gestohlen, geraubt. Die Alliierte Rückerstattungsgesetzgebung zielte auf die Rückabwicklung dieses Raubzuges. Das Projekt untersucht die damals praktizierten Grundsätzen und deren Nachleben in der sogenannten „Handreichung“.

  • Justus-Liebig-Universität Gießen

    Das Projekt verfolgt das Ziel, eine breitere Perspektive auf den Holocaust und die von Israel, Deutschland und internationalen Institutionen unternommenen rechtlichen Schritte zur Bewältigung der Folgen des Genozids zu gewinnen und so künftige Vergangenheitsbewältigungsstrategien zu optimieren.

Europa

  • Universität Wien

    Die Gründe dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen mussten und müssen sind vielfältig: Klimawandel, wirtschaftliche oder politische Instabilität, Verfolgung oder Krieg. Unser Projekt widmet sich Fluchtgeschichten von Menschen, die Opfer der NS Ungerechtigkeit geworden sind. Dabei spannen wir den zeitlichen Rahmen über die Kriegsjahre hinaus: Die rassistische und politische Diskriminierung und Verfolgung trieben Menschen seit der Machtergreifung in die Flucht – und für viele war ihre Reise 1945 nicht zu Ende. Doch wer sind diese Geflüchteten, welche Wege haben sie zurückgelegt und wie sind sie mit ihren Erfahrungen umgegangen?

  • Stiftung "Teatro Joven"

    Kollaboration und Widerstand bestimmen die Formen und Ausprägungen des nationalsozialistischen Unrechts in Europa. Gemeinsam mit Künstler:innen aus Griechenland, Deutschland, Spanien und der Ukraine setzt sich das Projekt in Workshops und in der Inszenierung von drei Theaterstücken gemeinsam mit den Theaterregisseur:innen Prodromos Tsinikoris (Griechenland), Stas Zhyrkov (Ukraine/Deutschland) und José Luis Arellano García (Spanien) mit weniger bekannten Verfolgungsschicksalen auseinander.

  • Human Rights Institute

    Ziel des Projekts ist es, junge Menschen in innovative und kreative Formen des Gedenkens an den Holocaust einzubeziehen, die sich schwerpunktmäßig mit den lokalen Gegebenheiten und den Geschichten der Opfer auseinandersetzen und individuelle und partizipatorische Lernerfahrungen auf Social-Media-Plattformen vermitteln. Auf diese Weise werden Jugendliche in ihrem Umfeld zu Agenten des Wandels, indem sie das Potenzial der digitalen Welt ausschöpfen und Bildungsaktivitäten einem größeren Zielpublikum zugänglich machen.

  • Centropa

    Das Projekt wird neue Erinnerungswege an jüdisches Leben in Deutschland, Polen und Serbien erschließen. Jüdische Biografien aus dem Centropa-Archiv werden von Jugendlichen recherchiert und mit künstlerischen Ansätzen in Erinnerungsprojekten verarbeitet, die Orte jüdischen Lebens und Wirkens in den Städten Bielsko-Biała, Kielce, Belgrad, Berlin und Mannheim einbeziehen.

  • Crossborder Factory

    „Walter“ war der Code-Name eines mythenumwobenen Widerstandskämpfers in Sarajevo, dessen Identität die NS-Besatzer nicht ergründen konnten. „Wer ist Walter?“ steht im Projekt symbolisch für die Feststellung, dass wir in Europa oftmals kaum bis nichts über die Geschichte(n) des Widerstands gegen NS und NS-Besatzung in anderen europäischen Ländern wissen.

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