Unter Druck? Medien und Antisemitismus im NS-Staat und heute

Spiegel, Stern, Henri Nannen oder der Erfinder der Tagesthemen - sie alle verbindet eine NS-Vergangenheit. Doch der Antisemitismus kam 1933 nicht aus dem Nichts und verschwand auch nicht 1945. Die Medien spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung antisemitischer Bilder und Narrative, ob vor, während oder nach der NS-Zeit. Standen sie unter Druck oder übten sie Druck aus? Und welche Lehren können wir aus der Geschichte ziehen? Diesen und vielen weiteren Fragen widmen sich das Projekt.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung von vier Blended Learning-Formaten: einer Wanderausstellung, einem digitalen Lerntool, Workshops und einer Fachtagung. In diesen setzt sich die Zielgruppe der Medienschaffenden ausgehend von der Rolle der Medien im NS-Staat als Sprachrohr des NS-Regimes und Instrument zur Verbreitung antisemitischer Propaganda, einerseits mit den Kontinuitäten antisemitischer Ideologien, ihrer Verbreitung durch die Medien und andererseits mit demokratiefeindlichen und (strukturell) antisemitischen Angriffen auf die Medien auseinander.
Darauf aufbauend soll sowohl die Handlungskompetenz der Berufsgruppe im Umgang mit aktuellem Antisemitismus und den Strategien demokratiefeindlicher Akteur:innen auf- und ausgebaut als auch ihr professionelles Selbstverständnis in einer gesellschaftlichen Schlüsselposition und der damit verbundenen Verantwortung gestärkt werden.

Die 1958 gegründete Projektträgerin „Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.“ ist ein fester Bestandteil der antisemitismus- und rassismuskritischen politischen Bildungslandschaft in Nordrhein-Westfalen.

Datenblatt

Kooperationspartner: TH Köln (Studiengang Online-Redaktion), Nürnberger Nachrichten, Kölner Stadt-Anzeiger
Förderland: Deutschland
Laufzeit: 01.02.2024 bis 31.12.2025

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