Bildungsagenda nationalsozialistisches Unrecht (NS-Unrecht)

Auf Initiative und mit Zuwendungsmitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) startete die Stiftung EVZ im Juni 2021 ein neues Vorhaben: die Bildungsagenda NS-Unrecht. Erste finanzielle Mittel wurden vom Deutschen Bundestag im Rahmen der „Folgeaufgaben der Wiedergutmachung an Opfer der NS-Verfolgung“ für das Vorhaben freigegeben und der Stiftung über das BMF bereitgestellt.

Aktuelle Herausforderungen und Bedarfe

Die Auseinandersetzung mit NS-Unrecht und seinen Fortwirkungen und die historisch-politische Bildungsarbeit über diese Zeit wird künftig auf medial vermittelte Formen angewiesen sein. Ohne die Generation der Überlebenden und mit zunehmender zeitlicher Distanz nimmt das Wissen über NS-Geschichte und den Holocaust ab. Gleichzeitig ist eine besorgniserregende Zunahme von Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus zu verzeichnen. Immer häufiger kommt es zu antisemitisch, antiziganistisch und rassistisch motivierten Gewalttaten und Anschlägen wie z.B. die Attentate in Hanau und Halle.

Unser Ansatz

Die Bildungsagenda NS-Unrecht soll angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen in der historisch-politischen Bildung zum NS-Unrecht in Deutschland und Europa einen Beitrag leisten. Durch geschichtsbewusste, aktivierende Vermittlung der Lehren aus der NS-Vergangenheit und die Sichtbarmachung von Erfahrungen der von Verfolgung Betroffenen sollen demokratische Haltungen gestärkt und Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und LSBTIQ-Feindlichkeit entgegengewirkt werden.

Die geplanten Projekte sollen die Schicksale der verfolgten Menschen und Gruppen sichtbar machen, mit einem besonderen Fokus auf diejenigen, die bisher weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten haben. Seien es

  • Juden:Jüdinnen, Rom:nja und Sinti:ze,
  • aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgte Menschen,
  • Menschen mit Behinderungen,
  • Zwangsarbeiter:innen,
  • geraubte Kinder,
  • politisch, religiös und als „asozial“ Verfolgte,
  • zivile Opfer der deutschen Besatzungspolitik.

 

Oder seien es Widerstandstandskämpfer:innen, Helfer:innen und Retter:innen in der Zeit des Nationalsozialismus, des Holocaust und während des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Auch die Geschichte Deutschlands in der Nachkriegszeit, vor allem in Bezug auf die Bewältigung der Kriegsfolgen, die Prozesse der gesellschaftlichen und politischen Aufarbeitung der Völkermorde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland (Stichwort: Wiedergutmachungspolitik) sollen beleuchtet werden.

Projektförderung 2022

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