© Kai Gembler/ Tobias Bruns
Israel ist neben der Region Mittel- und Osteuropa Schwerpunktland der Förderaktivitäten der Stiftung EVZ. Insbesondere seit den Terrorangriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 leistet die Zivilgesellschaft in Israel viel, um Terrorüberlebende und Binnenevakuierte zu versorgen, Shoah-Überlebende und ihre Familien zu unterstützen und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung EVZ mit Partnerorganisationen vor Ort seit über 20 Jahren die internationale Jugendbildungsarbeit.
© New Israel Fund Deutschland e. V.
Seit den Terrorangriffen vom 7. Oktober 2023 steht die israelische Zivilgesellschaft vor großen Herausforderungen. Als direkte Reaktion initiierten Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die Alfred Landecker Foundation, AMCHA Deutschland, New Israel Fund Deutschland, die Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum und die Stiftung EVZ das Netzwerk Israel.
Sein Kernanliegen: Solidarität zeigen, demokratische Akteur:innen vor Ort stärken und über die Lage im Land informieren. Das Netzwerk verband deutsche Unterstützer:innen mit israelischen Projekten – von Hilfe für Überlebende über ein jüdisch-arabisches Nothilfezentrum bis hin zu demokratischen Bildungsprojekten. Alle Spenden kamen ohne Abzug den Menschen vor Ort zugute.
Der Bedarf an Austausch bleibt – besonders in Krisenzeiten. Deshalb haben der New Israel Fund Deutschland und die Stiftung EVZ im Frühjahr 2025 ein Kurzzeit-Stipendienprogramm ins Leben gerufen. Es fördert gezielt Begegnungen zwischen zivilgesellschaftlichen Aktivist:innen aus Israel und Deutschland und stärkt demokratisches Engagement in beiden Ländern – auch unter schwierigen Rahmenbedingungen. Die Stipendien ermöglichen:
Mehr erfahren über die vielfältigen Projekte und Kooperationen
Motiv aus dem Dokumentationsprojekt „Leben nach dem Überleben“, das AMCHA Deutschland zusammen mit der Fotografin Helena Schätzle entwickelt hat
© Schätzle/laif - Dokumentationsprojekt „Leben nach dem Überleben“ von AMCHA Deutschland e.V.
Im Förderprogramm Engagement für NS-Überlebende in Deutschland und Israel werden Überlebende dabei unterstützt, psychisch, physisch und sozial stabil in Würde altern zu können. Sie nehmen am gesellschaftlichen Leben teil und werden vor Vereinsamung geschützt. Die Projekte würdigen die Überlebenden, ihre Biografien, Lebensleistungen und ihren heutigen Beitrag in der Gesellschaft. Durch die Förderung werden zudem die Strukturen und Kapazitäten zivilgesellschaftlicher Organisationen ausgebaut. Auf diese Weise können die Organisationen den sich verändernden Bedürfnissen der hochbetagten Überlebenden und deren Angehörigen gerecht werden und die Nachkommen der Überlebenden und Ehrenamtlichen in ihrem gesellschaftlichen Engagement stärken.
Viele Überlebende der NS-Verfolgung leiden nach den terroristischen Angriffen der Hamas vom 7. Oktober 2023 auf Israel unter den Folgen. Allein im Süden Israels mussten über 700 Überlebende teilweise evakuiert werden oder in Schutzräumen leben – sie benötigten schnelle Unterstützung. Die Stiftung EVZ arbeitet eng mit israelischen Partner:innen zusammen, um den Überlebenden vor Ort mit Nothilfeprojekten zu helfen. Hierfür hat die Stiftung zusätzliche 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Mit dieser Unterstützung kümmerten sich unter anderem JDC-ESHEL und Foundation for the Welfare of Holocaust Victims vor Ort um die Bedürfnisse der NS-Überlebenden. Sie organisierten unter anderem Lebensmittelpakete, Notfallsets sowie Hausbesuche durch Freiwillige und professionelles Personal.
OFEK e.V. bietet Angebote wie psychologische Unterstützung, Beratung nach antisemitischen Vorfällen und Safer Spaces an. Zu erreichen ist OFEK e.V. bundesweit unter + 49 800 664 52 68 oder +49 176 45875532. Hier finden Sie aktuelle Angebote und Sprechzeiten.
Für herbräischsprachige Personen ist die kostenlose Matan Hotline täglich unter 0800-0001642 zu erreichen. Die Hotline wird von OFEK e.V. gemeinsam mit der Zentralwohlfahrtsstelle für Juden in Deutschland und in Zusammenarbeit mit der Israeli Community in Europe angeboten. Mehr Informationen finden Sie hier und auf Instagram: @matan_line.
Das Förderprogramm JUGEND erinnert international ermöglicht jungen Menschen die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte. Gefördert werden Gedenkstätten, Bildungseinrichtungen und NGOs in Deutschland, Europa und Israel. Im Mittelpunkt stehen das transnationale Lernen an historischen Orten der NS-Verfolgung und -Vernichtung sowie Fragen von europäischen Erinnerungskultur(en).
In unserem Themendossier zur internationalen Jugendbildungsarbeit finden Sie Hintergründe zu unserer Förderung von Engagement und Jugendaustausch - auch in Israel. Wie lassen sich junge Menschen erreichen? Lesen Sie von Erfahrungen und Erkenntnissen aus über 20 Jahren Bildungsarbeit, die wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen gestalten.
Die Stiftung EVZ fördert Vernetzung und Forschung vor Ort. Ein Beispiel: Das Projekt Yad Vashem Next Generation hat das weltweit bedeutende Holocaust-Archiv digital zugänglich gemacht und den internationalen Austausch von Expert:innen gefördert. Durch die Plattform werden Zeitzeugnisse und Materialien für die historisch-politische Bildung global nutzbar und ein Netzwerk von Archivar:innen aus elf Ländern hat sich gebildet, um den pädagogischen Einsatz der Quellen zu diskutieren. Das Projekt stärkt nachhaltig das faktenbasierte Lernen mit digitaler historischer Bildung.
Das transnationale Oral-History-Projekt “Die Wirkung der Wiedergutmachung - eine jüdisch-deutsche Erfahrungsgeschichte” schafft erstmals akademisch fundiertes Wissen über die Wirkungen der deutschen „Wiedergutmachung“ auf Überlebende und ihre Angehörigen. Die Basis dafür sind Videointerviews mit Aussagen von Überlebenden und/oder deren Nachkommen aus fünf Ländern: Deutschland, Polen, Israel, Belgien sowie dem Raum der ehemaligen Sowjetunion mit speziellem Fokus auf die Ukraine. Studierende aus Berlin und Kirjat Schmona diskutieren bei einer Summer School die Befunde, tauschen sich mit Überlebenden aus und erstellen Abschlussarbeiten. Das Projekt wird im Rahmen der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Touro University Berlin durchgeführt, die den einzigen Holocaust-Masterstudiengang in Deutschland anbietet.
Im Rahmen des Projekts Antisemitismuskritische Bildungsinitiative auf TikTok hat die Bildungsstätte Anne Frank hat ein E-Book veröffentlicht, dass über antisemtische Codes und Erzählungen auf TikTok aufklärt. „Safer TikTok – Strategien im Umgang mit Antisemitismus und Hassrede auf TikTok“ analysiert das Phönomen und zeigt Handlungsstrategien auf, um aktiv dagegen vorzugehen.
Wie Brücken von der deutschen in die israelische Zivilgesellschaft gebaut werden können und wie jüdisch-arabische Partner:innenschaft in Zeiten des Krieges aussehen kann, erläutert Maja Sojref, Geschäftsführerin von NIF im Interview.
Erfahren Sie im Interview mit der Journalistin und Aktivistin Shir Nosatzki, Mitbegründerin der Basisinitiative „Have You Seen the Horizon Lately?“, wie nach dem Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 schnell ein jüdisch-arabisches Hilfszentrum errichtet wurde - trotz der aktuellen Herausforderungen für die israelische Zivilgesellschaft.
In unserer Interviewreihe “3 Fragen an…” berichten Projektträger und Partner:innen, was ausgewählte Förderansätze aus ihrer Sicht vor Ort bewirken - und bieten Hintergründe zu aktuellen Themen.
14. November 2023
Das Kuratorium der Stiftung EVZ verurteilt die terroristischen Angriffe der Hamas gegen Israel vom 7. Oktober 2023. Wir sind schockiert und zutiefst entsetzt von diesem größten Massenmord an Juden:Jüdinnen seit der Shoah. Unsere Gedanken sind bei allen Israelis, unseren israelischen Projektpartnern und Freund:innen. Wir trauern um jene Menschen, die ihr Leben verloren haben und denken an die zahlreichen verletzten und entführten Kinder, Frauen und Männer. Die EVZ steht fest an der Seite des demokratischen Staates Israel und seiner Zivilgesellschaft.
Der massive weltweite Anstieg von antisemitischem Hass und Gewalt erfüllt uns mit großer Sorge. 85 Jahre nach den Novemberpogromen sind Jüdinnen und Juden in Deutschland wieder nicht sicher. Wir sind nicht bereit, dies zu akzeptieren, sondern engagieren uns mit unseren Programmen und Projekten aktiv gegen Antisemitismus. Neben Wissensvermittlung und Kompetenzstärkung stehen für uns dabei Solidarität und Empathie im Vordergrund. Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus verpflichtet uns dazu, für jüdisches Leben in der Mitte unserer Gesellschaft und gegen Antisemitismus in jeder Form und in allen gesellschaftlichen Bereichen einzutreten.

