Recht ohne Recht. Geschichte und Gegenwart der Rückerstattung von NS-Raubgut

Unter dem Nationalsozialismus wurden hunderttausende Kulturgüter zwangsverkauft, gestohlen, geraubt. Die Alliierte Rückerstattungsgesetzgebung zielte auf die Rückabwicklung dieses Raubzuges. Das Projekt untersucht die damals praktizierten Grundsätzen und deren Nachleben in der sogenannten „Handreichung“.

Eine Kommentierung der Restitutionspraxis
Unter Berücksichtigung der historischen Rechtsprechung und aktueller Forschungsergebnisse werden die normativen Grundlagen der Rückerstattung seit der Washingtoner Konferenz von 1998 analysiert, um einen historisch fundierten Kommentar der „Handreichung“ zu erstellen.

Sensibilisierung mit multidisziplinärem Zugriff
Das Projekt wählt die juristische Methode der Kommentierung, erweitert diese aber interdisziplinär. Erst die systematische Zusammenführung von rechts-, kunst- und wirtschaftshistorischen Ansätzen erlaubt es, die gegenwärtige Restitutionspraxis umfassend zu evaluieren.
Die Ergebnisse dieser Forschung werden nicht nur publizistisch aufbereitet  sondern auch zum Gegenstand eines Weiterbildungsprogrammes gemacht, um eine nachhaltige Sensibilisierung der Akteur:innen im Feld „Provenienzforschung und Restitution“ zu erreichen.
Das Projekt ist am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Neuere Rechtsgeschichte der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) angesiedelt. Die Viadrina steht für Forschung und Lehre, die die Grenzen der Disziplinen reflektiert und überschreitet.

 

Datenblatt

Förderland: Deutschland

Laufzeit: 01.09.2022 bis 31.12.2024

rewi.europa-uni.de

Mehr zum Projekt

Bildungsagenda NS-Unrecht

Das Magazin der Bildungsagenda NS-UnrechtDas Magazin der Bildungsagenda NS-Unrecht

Die Bildungsagenda NS-Unrecht startete im Herbst 2021 mit zwei Gewissheiten: Erstens, die Generation der Überlebenden geht leider von uns. Damit können immer seltener Zeitzeug:innen von den Gräueltaten der Nationalsozialisten berichten. Zudem bewegen wir uns zunehmend, und das ist die zweite Gewissheit, in Kontexten, in denen die Grenzen zwischen Fiktion und Fakt verwischen. Unter diesen Bedingungen sind die Auseinandersetzung mit NS-Unrecht und die historisch-politische Bildungsarbeit auf neue Lernwege und innovative Vermittlungsformen angewiesen. Im Magazin der Bildungsagenda NS-Unrecht stellen wir das Förderprogramm, Projekte und aktuelle Debatten vor.