JUGEND erinnert

Das Programm ermöglicht jungen Menschen die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte. Im Mittelpunkt stehen das transnationale Lernen an historischen Orten der NS-Verfolgung und -Vernichtung sowie Fragen von europäischen Erinnerungskultur(en). Gefördert werden Gedenkstätten, Bildungseinrichtungen und NGOs in Deutschland, Europa und Israel.

Die Aufarbeitung der NS-Gewaltherrschaft und die Bekämpfung von Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Homophobie sind wichtige Grundlagen unserer Demokratie und unserer freiheitlichen Gesellschaft. Geförderte Formate sind bi- und multilaterale Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustausche an und zu historischen Orten der NS-Verfolgung und Vernichtung sowie die Entwicklung und Erprobung digitaler Formate. Mit dem Programm werden weniger bekannte Erinnerungs- und Lernorte in Europa langfristig für die historisch-politische Bildung erschlossen.

Förderlinie „Bi- und multilaterale Jugendbegegnungen an historischen Orten der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung“

Internationale Begegnungen von jungen Menschen stärken ihr faktisches Wissens um Ursachen, Entwicklungen und Dimensionen nationalsozialistischer Verbrechen. Durch persönliche Begegnungen an historischen Orten und die Auseinandersetzung mit geschichtlichen Ereignissen und Erfahrungen möchte die Stiftung EVZ dazu beitragen, den europäischen Gedanken zu stärken. Das Entwickeln und Erproben von neuen Methoden und Formaten für Begegnungen von jungen Menschen steht im Mittelpunkt dieser Förderlinie. Geschichte, Geschichtsbewusstsein und der Bezug zur Lebenswelt junger Menschen stehen im Fokus der Projekte.

Förderlinie „Internationaler Fachaustausch“

Internationale Begegnungen an authentischen Orten nationalsozialistischer Verfolgung ermöglichen historisches, interkulturelles und gegenwartsbezogenes Lernen. Sie stellen aber auch eine besondere Herausforderung für Pädagog:innen aus dem formalen und non-formalen Bildungsbereich dar. Daher entwickeln die Projektteilnehmenden modellhaft innovative  Methoden und Formate der politisch-historischen Bildung in internationalen Kontexten. Die Projekte sind niedrigschwellig, diskriminierungsarm und haben lebensweltliche Ansätze. In diesem Kontext werden auch Partizipation und Zugangsgerechtigkeit als zentrale Herausforderungen in einer zunehmend heterogenen Gesellschaft adressiert.

Förderlinie „Digitale Formate der Vermittlung“

Wissens- und Informationsvermittlung und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus finden heute zunehmend über digitale Formate und Kanäle statt. In der Förderlinie Digitale Formate entstehen dementsprechend Blended Learning-Konzepte für internationalen Austausch: virtuelle Angebote für konkrete Gedenkorte, (Prototypen von) Serious Games, Apps und Tools verbinden digitale Methoden mit der Authentizität von Orten und historischen Erfahrungen. Die entstehenden Anwendungen bieten individuelle und niedrigschwellige, teils spielerische bzw. kreative Zugänge zum Thema NS-Geschichte und Holocaust. Auch dabei sind Partizipation und Zielgruppenorientierung die Leitlinien des Programms. So stärkt die Stiftung EVZ Lösungsansätze zu Bildungsherausforderungen im digitalen Zeitalter.  Digitale Formate zur Erinnerungskultur werden in einem europäischen Maßstab implementiert, erprobt, evaluiert und weiterentwickelt.

Das Förderprogramm JUGEND erinnert wird in den Jahren 2020 bis 2022 aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

Aufarbeitung des Porajmos: Holocaust- Bildung an historischen Orten und online

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?

Die Aufarbeitung und Vermittlung der Grausamkeit des Porajmos, des Völkermords an den europäischen Sinti:ze und Rom:nja während des Nationalsozialismus, ist ein wichtiges Anliegen der Stiftung EVZ. Sinti:ze und Rom:nja werden auch heute noch diskriminiert und ausgegrenzt. Die Stiftung möchte dem entgegenwirken über Bildungsformate und die Stärkung von Selbstorganisationen.

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?

Junge Menschen und Jugendorganisationen in zehn Ländern setzen sich für Aufarbeitung und gegen Antiziganismus ein.

Warum fördert die Stiftung gerade dieses Projekt?

Das Projekt baut auf dem digitalen „RomArchive“ über Künste und Kulturen von Sinti:ze und Rom:nja auf und entwickelt so neue Formate und Methoden der Holocaust-Bildung an historischen Orten und online. Dadurch wird das Bewusstsein über den Porajmos geschärft und die Rolle von (Rom:nja-)Jugendorganisationen in Gedenkpraktiken und -debatten gestärkt.

Projektträger: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg
Förderzeitraum: 2020–2022
Fördersumme: 86.850 Euro
Förderländer: Kroatien, Polen, Deutschland und weitere europäische Länder
Webseite: https://2august.eu

MAZEWA

Europäische Jugendbegegnung zu NS-Unrecht

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?

Die Stiftung möchte junge Menschen für lokale Geschichte(n) begeistern und inklusive Lernorte schaffen. Vergessene Orte jüdischen Lebens und des NS-Unrechts im Dreiländereck Polen/Tschechien/ Deutschland werden so sichtbar und bewahrt. 

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt? 

Junge Erwachsene (18–28 Jahre) aus drei europäischen Ländern nehmen teil. Es ist eine Kooperation der Hillerschen Villa Zittau mit der Jüdischen Gemeinde Liberec, der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, der Vereinigung junger Freiwilliger, HATiKVA e. V., Besht Yeshiva Dresden, European Heritage Volunteers sowie der Stadt Zittau.  

Warum fördert die Stiftung EVZ gerade dieses Projekt? 

Das Projekt beinhaltet eine große Vielfalt von Themen wie jüdisches Leben, Holocaust, NS-„Euthanasie“ sowie sowjetische Kriegsgefangene. Zudem entstehen der digitale, inklusive Lernort „Jüdischer Friedhof in Zittau“ sowie grenzüberschreitende Kooperationen in Mittelosteuropa.  

Projektträger: Soziokulturelles Zentrum Hillersche Villa, Zittau
Förderzeitraum: 2020-2022
Fördersumme: 40.525 Euro
Förderländer: Polen, Tschechien, Deutschland
Webseite: www.mazewa.eu

Cultures of Remembrance

Austausch zu Geschichtsnarrativen im postsowjetischen Raum

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?

Die Stiftung will gerade auch in Zeiten politischer Spannungen den grenzüberschreitenden zivilgesellschaftlichen Dialog schaffen. 

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt? 

Junge Bildner:innen und Aktivist:innen aus Deutschland, Belarus, Russland und der Ukraine entwickeln gemeinsam Ansätze und Methoden der Vermittlungs- und Gedenkarbeit. Dabei steht der Umgang mit den unterschiedlichen Geschichtsnarrativen in den beteiligten Ländern im Mittelpunkt.

Warum fördert die Stiftung EVZ gerade dieses Projekt? 

Mit innovativen hybriden Formaten und neuen Gedenkansätzen trägt das Projekt zum Entstehen einer transnationalen europäischen Erinnerungskultur bei.

Projektträger: Educat e.V. Berlin
Förderzeitraum: 2021-2022
Fördersumme: 75.248 Euro
Förderländer: Deutschland, Ukraine, Belarus, Russland
Website: cultures-of-remembrance.tilda.ws

Train to Sachsenhausen

Serious Game zu Studierendenprotesten in der NS-Zeit

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?

Das Spiel lenkt den Fokus auf ein wenig beachtetes Kapitel der NS-Geschichte in Mitteleuropa und thematisiert insbesondere den Themenkomplex „Widerstand gegen den NS“.

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt? 

Das Spiel arbeitet mit historisch-archivalischen Materialien und einem biografisch-familiengeschichtlichen Ansatz. Bei den Spieler:innen befördert es eine klare Positionierung gegen Mechanismen der Ausgrenzung von Minderheiten.

Warum fördert die Stiftung EVZ gerade dieses Projekt? 

Eine zeitgemäße historisch-politische Bildung braucht internationale und interdisziplinäre Kooperationen. Für die Ausgestaltung einer digitalen Erinnerungskultur ist die Zusammenarbeit von Bildungsinstitutionen und NGOs mit Civic-Tech-Akteuren Voraussetzung. 

Projektträger: Živá Pamĕť o.p.s., Prag
Förderzeitraum: 2021-2022
Fördersumme: 58.708 Euro
Förderländer: Deutschland, Tschechien
Website: traintosachsenhausen.com

Projektfinder

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Ansprechpersonen

Saskia Herklotz

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-93
E-Mail: herklotz@stiftung-evz.de

Helge Theil

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-60
E-Mail: theil@stiftung-evz.de