Im Mai dieses Jahres feierte er seinen 100. Geburtstag. Am vergangenen Freitag ist Felix Kolmer in seiner Geburtsstadt Prag gestorben. Mit ihm verliert die Stiftung EVZ einen Gründungsvater und langjährigen Wegbegleiter.

Geboren am 3. Mai 1922, wurde er nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag 1941 nach Theresienstadt verschleppt. 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert und von dort in das Lager Friedland, ein Außenlager des KZ Groß Rosen. Kurz vor der Ankunft der Roten Armee gelang ihm die Flucht.

Nach seiner Rückkehr studierte Felix Kolmer in Prag Physik und habilitierte 1965. Bis ins hohe Alter von 95 Jahren lehrte er an der Prager Filmhochschule FAMU.

Felix Kolmer engagierte sich als Teil der tschechischen Delegation bei den Verhandlungen zu den Auszahlungen für ehemalige NS-Zwangsarbeiter:innen, die zur Gründung der Stiftung EVZ führten. Unermüdlich setzte er sich für das Bewahren der Erinnerung ein: ob als Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees oder als Zeitzeuge vor Schulklassen, um über seine Verfolgung zu berichten. Für sein Engagement als Brückenbauer zwischen Tschech:innen und Deutschen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz. 

Seine Stimme, sein Rat und seine Menschlichkeit werden uns fehlen.

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