LGBTIQ-Organisationen in Zentral- und Osteuropa stärken

Mit dem Programm von ILGA-Europe werden LGBTIQ-Selbstorganisationen in Mittel- und Osteuropa strukturell unterstützt und langfristig gestärkt. Durch die Partnerschaft mit ILGA-Europe weitet die Stiftung EVZ ihr anhaltendes Engagement für LGBTIQ-Selbstorganisationen in diesem Teil Europas aus. ILGA-Europe ist die europäische Niederlassung der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association.

Förderprogramm

LGBTIQ-Personen wurden schon im Nationalsozialismus verfolgt und sind noch heute in vielen Ländern Europas gesellschaftlicher Ausgrenzung, (struktureller) Diskriminierung und staatlichen Repressionen ausgesetzt. Das wird auch in ILGA-Europes jährlichem Bericht zur Menschenrechtssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans und Intersex Personen sehr deutlich: auf Rainbow-Europe.org wird der Status in Europa und den einzelnen Ländern auf einer Landkarte und mit Grafiken visualisiert. Deshalb engagiert sich die Stiftung EVZ schon seit mehreren Jahren für die Gleichberechtigung von LGBTIQ -Personen und die Stärkung ihrer Rechte.

In der Zukunftsagenda hat sich die Stiftung EVZ für das Cluster Handeln gemeinsam mit Selbstorganisationen das Ziel gesetzt, „Allianzenbildung von LSBTIQ-Selbstorganisationen in Osteuropa mit der Mehrheitsgesellschaft für den Schutz vor Gewalt und Repression und zur Stärkung ihrer Rechte [zu] unterstützen“. Gerade in Zeiten häufiger und unvorhersehbarer Veränderungen ist es für LGBTIQ-Selbstorganisationen wichtig, sich auf eine langfristige Finanzierung, Möglichkeiten des Vernetzens sowie des Kapazitätsaufbaus und einen kompetenten Förderer verlassen zu können – genau das soll das Förderprogramm ermöglichen. Für die Durchführung des Programms, Ausschreibungen und Projektauswahl ist ILGA-Europe verantwortlich. Die Finanzierung übernimmt die Stiftung EVZ.

Evelyne Paradis

In der derzeitigen Situation, in der LGBTI-Gemeinschaften zu Sündenböcken gemacht werden und LGBTI-Aktivist:innen und -Organisationen in der gesamten Region aktiv benachteiligt werden, ist die Möglichkeit, flexible und mehrjährige Förderungen bereitzustellen, von entscheidender Bedeutung, insbesondere in Ländern, in denen offizielle Angriffe auf LGBTI-Personen im breiteren Kontext des Demokratieabbaus und erstarkender autoritärer Regierungen stattfinden.
Evelyne Paradis
Geschäftsführung ILGA-Europe

Über ILGA-Europe

ILGA-Europe ist eine unabhängige Nicht-Regierungsorganisation. Die Dachorganisation ILGA-World vereint über 700 Organisationen aus Europa und Zentralasien. ILGA-Europe stärkt als Organisation die LGBTIQ-Bewegung auf verschiedenen Wegen:

  • Sie bringt Akteur:innen aus verschiedenen Sektoren zusammen, um langfristige und nachhaltige Allianzen und strategische Partnerschaften zu schaffen,
  • sie setzt sich auf nationaler sowie auf europäischer Ebene für Gleichberechtigung und Menschenrechte ein und verstärkt wenig gehörte Stimmen,
  • sie verteilt Ressourcen und Wissen innerhalb ihres Netzwerks um, etwa durch Förderangebote sowie das Entwickeln von Aktivitäten und Ressourcen.

Mehr Informationen zu ILGA-Europe unter ilga-europe.org.

Langfristiges Engagement für LGBTIQ

In unserer Zukunftsagenda haben wir das Ziel formuliert, uns für die gleichen Rechte aller Menschen und gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Schon seit 2015 engagiert sich die Stiftung EVZ verstärkt für die Gleichberechtigung von LGBTIQ-Personen und die Stärkung von LGBTIQ-Selbstorganisationen in Mittel- und Osteuropa. Während bis dahin LGBTIQ-Organisationen im Rahmen anderer Programme gefördert wurden, wurde 2015 in Kooperation mit Dreilinden gGmbH das Förderprogramm SOGIdarity. Gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität entwickelt und bis 2020 umgesetzt. In diesem Programm wurden besonders Kooperationsprojekte von LGBTIQ-Organisationen in Mittel- und Osteuropa mit lokalen Akteur:innen gefördert. Die letzten Projekte sind im Jahr 2022 ausgelaufen. Durch verschiedene Vernetzungsmöglichkeiten und Angebote zum Kapazitätsaufbau sowie durch die sehr enge Betreuung der Projekte durch die Stiftung, die dem Grundsatz des Förderns als Kooperation auf Augenhöhe folgte, war das Förderprogramm ein voller Erfolg. Dies hat eine Evaluation der geförderten Organisationen bestätigt. Als Good Practice-Beispiel erwähnt wurde SOGIdarity u.a. in der Zeitschrift Regenbogenphilanthropie des DIMR (S. 43-46), in der auch ein Interview zum Förderprogramm mit der damaligen Projektkoordination zu finden ist. 

Ansprechperson

Andreas Neidhart

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-52
E-Mail: neidhart@stiftung-evz.de