Latscho Diwes

Das Programm richtet sich an Überlebende des Genozids an den Rom:nja in neun Ländern: Belarus, Republik Moldau, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei und Ukraine. Die Stiftung EVZ ermöglicht ihnen Zugang zu medizinischen, sozialen und anderen Leistungen. Bis vor Kurzem zählten die Überlebenden des Genozids an den Rom:nja zu den „vergessenen Opfern“ der NS-Verfolgung. Sowohl in ihren Heimatländern als auch international gibt es für sie kaum Unterstützung.

Diese Ziele sollen mit verschiedenen Projektaktivitäten erreicht werden:

Für die unmittelbaren Bedürfnisse der älteren Rom:nja:

  • Aktivitäten um die physische und psychische Gesundheit der Überlebenden zu verbessern
  • Beraten und unterstützen beim Zugang zu staatlichen Leistungen
  • Serviceleistungen, welche den Überlebenden in ihrem täglichen Leben entsprechend ihren Bedürfnissen helfen
  • Möglichkeiten der sozialen Teilhabe, insbesondere für wenig mobile oder nicht mobile Überlebende

 

Für die Stärkung der Familien, Helfer:innen und Betreuer:Innen der älteren Rom:nja:

  • Trainings und Beratungen für pflegende Angehörige, ehrenamtliche Helfer:innen und Fachleute

  • Beratung und Mentoring lokaler Roma-Führungskräfte, Selbstorganisationen oder Initiativen bei der Verwaltung und Umsetzung von sozialen Projekten für ältere Rom:nja

  • Aktivitäten um die Zusammenarbeit zwischen Expert:innen und lokalen Organisationen, Verwaltung u. ä. zu verbessern
  • Stärkung der lokalen Rom:nja-Gemeinschaft, insbesondere Familienangehörige von Überlebenden, z.B. durch berufliche Weiterbildung mit anschließender Beschäftigung im Projekt; Unterstützen bei der Selbstversorgung mit Agrarprodukten

Umfassende Unterstützung von 80 Überlebenden des Genozids an den Rom:nja in Belarus

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt erreichen?

Die Lebensbedingungen älterer Rom:nja-Überlebender in den belarussischen Regionen Gomel, Minsk, Bobrujsk und Mogiljow werden durch materielle Hilfen wie Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente oder Heizmaterial verbessert. Juristische Beratung erleichtert den Überlebenden und ihren Familien den Zugang zu Gesundheits-, Sozial- und Rechtsdiensten. Geistliche Beratung und ein Notruftelefon helfen dabei, ihre psychische Gesundheit zu stabilisieren. Durch Zeitzeugengespräche und den Einsatz von Freiwilligen wird der Generationendialog und die Hilfsbereitschaft innerhalb der Rom:nja-Community gefördert. Eine verstärkte Interaktion zwischen den Rom:nja und der Mehrheitsgesellschaft sowie eine neu eingerichtete Webseite steigern Anerkennung und Respekt für die nationale Minderheit der Rom:nja.

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?

Die Rom:nja-Selbstorganisation „Romano Drom“ aus der Region Gomel leistet vielseitige Unterstützung für rund 80 Überlebende des Genozids an den Rom:nja in 16 belarussischen Gemeinden. Die im Projekt involvierten jungen Rom:nja-Freiwillige werden in der Altenpflege und juristischen Fragen geschult. Vertreter:innen der Mehrheitsgesellschaft treffen Zeitzeug:innen, besuchen öffentliche Gedenkveranstaltungen und lernen so die Geschichte und Kultur der belarussischen Rom:nja kennen.

Warum fördert die Stiftung gerade dieses Projekt?

Der Projektträger entwickelte sich in den letzten Jahren von einer kleinen Initiative hin zu einer professionellen NGO. Er genießt in hohem Maße das Vertrauen der Rom:nja-Gemeinden in immer mehr belarussischen Regionen. Die Umsetzung des Projekts ist für die Stiftung EVZ die einzige Möglichkeit – gerade in Pandemiezeiten und aufgrund der schwierigen politischen Lage – eine bedarfsorientierte und überlebensnotwendige Hilfe an die hochbetagten Rom:nja zu leisten.

Projektträger: Romano Drom
Förderzeitraum: 2021 - 2023
Fördersumme: 55.000 Euro
Förderland: Belarus

„Act - Because you Care!“: Advocacy Koalition für die Rechte älterer Rom:nja in Serbien

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?

Um die Lebenssituation von älteren Rom:nja zu verbessern, gibt es in Serbien lokale Aktionspläne zur Inklusion der Rom:nja. Derzeit entstehen ein neuer nationaler Aktionsplan und eine nationale Strategie zur Rom:nja-Inklusion. In diese werden die Erkenntnisse und Empfehlungen aus den Projektaktivitäten eingebracht.

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?

Drei Rom:nja-Selbstorganisationen und ein Netzwerk von 17 (pro) Rom:nja-Organisationen beteiligen sich am Projekt. Es werden lokale und nationale Stakeholder erreicht sowie politische Gremien, die sich mit sozialen Bürger- und Menschenrechten und der Gleichstellung älterer Menschen in Serbien befassen.

Warum fördert die Stiftung EVZ gerade dieses Projekt?

Der Träger hat einen Bericht zur aktuellen Lebenssituation älterer Rom:nja, insbesondere Überlebender des NS-Genozids erstellt und politische Handlungsempfehlungen formuliert. Er hat guten Zugang zu zivilgesellschaftlichen und staatlichen Stakeholdern und mehrjährige praktische Erfahrung darin, Advocacy-Projekte zu planen und durchzuführen. Das zeigt sich u.a. in einer Einladung der nationalen Kommission zur Gleichstellung älterer Menschen und zur Stärkung des Generationendialogs, um dort die Studienergebnisse und ihre Empfehlungen vorzustellen.

Projektträger: Roma Forum Serbien
Förderzeitraum: 2020-2022
Fördersumme: 92.920 Euro
Förderland: Serbien
Website: frs.org.rs/en/elderly-roma-between-transitional-and-social-justice/

Hilfe für Überlebende des Genozids an den Rom:nja in der Slowakei

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt erreichen?

Die Lebensqualität von Überlebenden des Genozids an den Rom:nja aus der Ostslowakei wird durch individuelle Beratungen und einen leichteren Zugang zu medizinischen und sozialen Leistungen verbessert. Die bedürftigen, oft ans Haus gebundenen alten Menschen erhalten außerdem eine Kostenerstattung für dringend benötigte medizinische Leistungen sowie Hygieneartikel. Darüber hinaus soll durch die Veröffentlichung von fünf Audio- oder Video-Interviews mit Überlebenden das Verfolgungsschicksal der Rom:nja stärker im Bewusstsein der lokalen Öffentlichkeit verankert werden.

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?

Die Organisation ETP Slovakia betreut rund 255 Überlebende des Genozids an den Rom:nja in 32 Gemeinden in der Ostslowakei (Regionen Prešov, Košice und Banská Bystrica) durch soziale, medizinische und juristische Beratung bei Hausbesuchen. Die Projektmitarbeitenden aus lokalen Verwaltungen bzw. Unterstützer:innen und Helfer:innen erhalten Trainings mit dem Ziel, besser für die Zielgruppe sensibilisiert zu werden. Außerdem sollen sie auf die Entwicklung und Umsetzung zukünftiger eigener nachhaltiger Projektaktivitäten (soziale und bildungspolitische Dienstleistungen für benachteiligte, sozial ausgegrenzte Rom:nja) vorbereitet werden.

Warum fördert die Stiftung gerade dieses Projekt?

ETP Slovakia kann auf ein großes Netzwerk von Sozialzentren und Hilfsorganisationen sowie auf Kontakte zu kommunalen Sozialarbeiter:innen zurückgreifen; dadurch gelingt es, hilfsbedürftige Personen aus der Zielgruppe zu erreichen.  Die Organisation ist außerdem sehr erfahren in der Förderung von Projekten zugunsten von Rom:nja-Überlebenden, setzt sich erfolgreich für ihre Interessen ein und leistet einen Beitrag zur gesellschaftlichen Inklusion zwischen den Rom:nja und der Mehrheitsgesellschaft.

Projektträger: ETP Slovakia - Centre for Sustainable Development
Förderzeitraum: 2018-2022
Förderland: Slowakei
Website: www.etp.sk

Projektfinder

Gesuchtes Projekt nicht gefunden oder neugierig auf weitere? 

Hier geht's zum Projektfinder

Ansprechpersonen

Stephanie Bock

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-66
E-Mail: bocks@stiftung-evz.de

Christa Meyer-Prochnow

derzeit im Sabatical

Tel.: -
E-Mail: -

Dr. Valentina Valtchuk

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-47
E-Mail: valtchuk@stiftung-evz.de

Länderzuständigkeiten:

Valentina Valtchuk: Ukraine, Belarus, Moldawien, Russland
Stephanie Bock: Serbien, Nord-Mazedonien, Slowakei
Christa Meyer-Prochnow: Rumänien