Freunde alter Menschen e.V., Berlin
Soziale Isolation und Vereinsamung sind Formen der Armut, von der besonders alte Menschen betroffen sind. Staatliche Hilfsleistungen, wie sie alten Menschen in Polen zur sozialen Unterstützung im Alltag angeboten werden, berücksichtigen diesen Lebensbereich nicht. Deshalb bleibt bedürftigen älteren Menschen der Zugang zu Kultur, Information und sozialen Kontakten oft verschlossen.
Der Berliner Verein „Freunde alter Menschen e.V.“ hat sich, zusammen mit seiner 2002 gegründeten polnischen Partnerorganisation „Mali bracia Ubogich“ zum Ziel gesetzt, gegen die Vereinsamung von rund 60 alten, bedürftigen Menschen in Warschau durch verschiedene, großteils ehrenamtlich organisierte Angebote entgegenzuwirken. Geplant sind folgende regelmäßigen Maßnahmen:
• Begegnungsnachmittage, soziale und kulturelle Gruppenangebote für rund 60-80 ältere Menschen,
• professionelle Einzelberatungen und Vorträge von – auf alterspezifische Fragen spezialisierten – Psychologen, Ärzten, Juristen und Sozialarbeitern,
• ehrenamtlicher Besuchsdienst für rund 30 ältere Menschen mit geronto-psychiatrischen Erkrankungen (v.a. Demenz) und Traumatisierungen, die Folge von Kriegserlebnissen oder NS-Verfolgung sind.
Ein Schwerpunkt des Projektvorhabens ist der Umgang mit Menschen, die an geronto-psychiatrischen Erkrankungen (v.a. Demenz) leiden. Durch professionelle Schulung werden die rund 30 Ehrenamtlichen, die den Besuchsdienst durchführen, zu Multiplikatoren ausgebildet, um Familienangehörige und Nachbarn, aber auch Medien, Politik und Verwaltung hinsichtlich dieser Thematik stärker zu sensibilisieren. Gegen Mitte des Projektzeitraums fahren 8-10 ausgesuchte Teilnehmer zu einem einwöchigen Erfahrungsaustausch nach Berlin, um einen Einblick in die entsprechende Arbeitspraxis deutscher Einrichtungen wie auch in Schulungsmethoden für Ehrenamtliche und pflegende Angehörige zu erhalten. Daraus entwickeln sie unter fachlicher Anleitung ein Konzept, wie geeignete Methoden und Ansätze auf die Hilfssysteme in Polen übertragen werden können.
In der zweiten Projekthälfte reist eine Gruppe von rund 10 Projektteilnehmern (darunter ca. sieben polnische NS-Verfolgte und drei jüngere Begleiter) zu einem viertägigen Erinnerungs- und Aussöhnungstreffen nach Berlin. Gegen Ende des Projekts findet eine eintägige Abschlusskonferenz mit rund 30-40 Teilnehmern aus Polen und Deutschland statt, bei der die Projektergebnisse vor einem interessierten Fachpublikum präsentiert und diskutiert werden können.
Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" finanziert das Projektvorhaben über einen Zeitraum von zwei Jahren anteilig mit Personal-, laufenden und einmaligen Sachkosten.
Kontakt:
Freunde alter Menschen e.V.
Herrn Klaus-W. Pawletko
(Geschäftsführer)
Hornstr. 21
10963 Berlin
Telefon: (0 30) 6 91 18 83
Telefax: (0 30) 6 91 47 32
E-Mail: kpawletko@famev.de
Internet: www.famev.de |
Kooperationspartner:
Mali bracia Ubogich
Frau Barbara Borzyczka
(Vorsitzende)
Ul. Gen. Andersa 13 lok. 28
00-159 Warszawa, Polen
Telefon: +48 (61) 6 56-55 88
Telefax: +48 (22) 6 35 13 64
E-Mail: info@malibracia.org
Internet: http://en.malibracia.org.pl |