PRESSEMITTEILUNG 02/2010
Jitka Rutrlová und Maximilian Behrens gewinnen beim III. Internationalen Finale von Jugend debattiert international
Prag, 26.02.2010. Jitka Rutrlová aus Prag und Maximilian Behrens aus Münster haben das dritte internationale Finale von Jugend debattiert international in Prag gewonnen. Das Thema der Debatte lautete: „Soll der 23. August zum europäischen Gedenktag für die Opfer totalitärer und autoritärer Regime ausgerufen werden?“ Schirmherr der Veranstaltung war Vaclav Havel.
Für eine Woche reisten die 16 Landessieger von Jugend debattiert international aus Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Ukraine, Russland und Deutschland in die tschechische Hauptstadt, um sich dort in mehreren Debattierrunden für das Finale zu qualifizieren. In den Qualifikationsrunden konnten die Schüler bei der Auseinandersetzung mit Themen wie „Soll die Wahlpflicht bei allgemeinen Wahlen eingeführt werden?“ ihre Kompetenzen unter Beweis stellen.
Neben den gemeinsamen Debatten nahmen die Jugendlichen während der Finalwoche an einem umfangreichen Begleitprogramm mit Stadtführungen und einem Filmabend teil. Den Höhepunkt der Woche bildete die Finaldebatte am 26.02.2010 über einen gesamteuropäischen Gedenktag für die Opfer totalitärer und autoritärer Regime. In seinem Grußwort unterstrich Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die Bedeutung von Debatten für die Aussöhnung zwischen den Völkern: „Um den Kern und die ‘Berechtigung‘ unterschiedlicher Erinnerungskulturen zu historischem Unrecht in unseren Ländern verstehen und bewerten zu können, brauchen wir die möglichst vorurteilsfreie, rationale Debatte darüber. Nur wenn wir uns darüber austauschen, können wir Verständnis für den Anderen entwickeln. Ohne ehrliche Debatte gibt es keine Verständigung und letztlich keine Aussöhnung zwischen den Völkern.“ Joachim Lauer, Abteilungspräsident der Zentrale für das Auslandsschulwesen, wies auf die Rolle der Debatte zur Förderung von Demokratie hin: „Ohne Menschen, die kritische Fragen stellen, Menschen, die aufstehen, ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen, funktioniert keine Demokratie. Meinungs- und Willensbildung in der Demokratie sind manchmal umständlich, und gerade in letzter Zeit werden immer häufiger Zweifel laut, ob sie denn noch effizient genug sei, ob sie noch mithalten könne im globalen Wettbewerb der Systeme. Dabei ist es gerade einmal 20 Jahre her, dass sie sich in Mittel-, Ost- und Südosteuropa gegenüber staatlicher Bevormundung durchgesetzt hat.“
Nach der Debatte wurden allen Teilnehmern von Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Urkunden überreicht. Anwesend waren: Eva Bartoňová, stellvertretende Ministerin für Schulwesen, Jugend und Sport der Tschechischen Republik, Martin Kobler, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland, sowie Johannes Haindl, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Prag, Jürgen Maier, Kaufmännischer Direktor des Goethe-Instituts, Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, Ansgar Kemmann, Projektleiter von Jugend debattiert bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung sowie Joachim Lauer, Leiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen.
Das III. Internationale Finale fand im Rahmen des Kampagnenjahres „Deutsch: Sprache der Ideen“ des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland statt.
Der Wettbewerb Jugend debattiert international wird seit 2005 durchgeführt. Zurzeit nehmen ca. 2000 Schüler an über 100 Schulen in Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und der Ukraine an dem Projekt teil.
„Jugend debattiert international – Länderwettbewerb in Mittel- und Osteuropa“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts, der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen.
Kontakt:
Esther Leibfried
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Goethe-Institut Prag
Tel: +420 221962-224
Fax: +420 221962-250
leibfried@prag.goethe.org
Veikko Frauenstein
Projektleiter
Goethe-Institut Prag
Tel.: +42 0221 96 22 24
frauenstein@prag.goethe.org