Förderprogramm für internationale Jugendprojekte

EUROPEANS FOR PEACE. Looking back and moving forward

Die Stiftung EVZ fördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE internationale Austauschprojekte für Jugendliche aus Deutschland und den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Israel.

Schulen und außerschulische Bildungsträger sind aufgerufen, sich in internationaler Partnerschaft um die Förderung ihres gemeinsamen Vorhabens zu bewerben. EUROPEANS FOR PEACE stärkt das geschichtsbewusste Engagement Jugendlicher für Menschenrechte und Völkerverständigung. Schirmherr ist Außenminister Frank Walter Steinmeier.

Geförderte Projekte

4 Sprachen + 2 Länder = 1 Sendung

Im Fokus des Projekts stehen zwei Begegnungen tauber und hörender Jugendlicher. Thematisch beschäftigen sie sich mit der Diskriminierung und Vernichtung von Menschen mit Behinderung im Nationalsozialismus sowie mit Ausgrenzung im deutschen und russischen Alltag der Jugendlichen. .

Das Eigene und das Fremde - Ein deutsch-polnischer Jugenddiskurs.

SchülerInnen aus Deutschland und Polen beschäftigen sich über ein Schuljahr mit Fragen nach der eigenen Identität und Identitätszuschreibungen von außen. Dabei forschen sie zur Geschichte der Kriegsgefangenenlager in Borne Sulinowo und Schwerin. .

Ein Recht auf Heimat - (k)eine Selbstverständlichkeit?

Jugendliche aus Deutschland und Russland stellen in diesem Projekt den Artikel 13 der AEMR (Freizügigkeit und Auswanderungs-freiheit) auf den Prüfstand. Anhand von Recherchen und Interviews forschen die Jugendlichen zu den Themen Zwangsumsiedlung, Vertreibung und Migration. .

Der Familie entrissen. Deutsche und tschechische Jugendliche auf den Spuren der Kinder von Lidice

Im Rahmen des tschechisch-deutschen Projekts untersuchen die Jugendlichen, wie zur Zeit der NS-Herrschaft die Kinder aus der tschechischen Stadt Lidice systematisch diskriminiert, verschleppt und vernichtet wurden. .

Thema 2017/18: Diskriminierung: Augen auf!

Projekte über Ausgrenzung

Im aktuellen Programmzyklus beschäftigen sich die Jugendlichen mit den Themen Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus oder mit gegenwärtigen Fragen von Diskriminierung vor dem Hintergrund von Artikel 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von 1948: Verbot der Diskriminierung

 

„Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.“

 

Die Projekte, die zwischen Juli 2017 und August 2018 durchgeführt werden, können einen historischen oder gegenwartsbezogenen Zugang zum Thema wählen. Es besteht auch die Möglichkeit, beide Herangehensweisen zu verbinden.

 

Historische Bezugspunkte sind die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs in Europa. Jugendliche können in gemeinsamer Projektarbeit Ursachen, Mechanismen und Folgen der systematischen Ausgrenzung, Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung von Menschen erforschen. Sie können fragen: Warum haben Menschen geschwiegen und weggeschaut? Warum haben Einzelne sich dem Unrecht entgegenstellt? Es können Bezüge zu lokalen Geschichten und biografischen Zeugnissen, zur eigenen Herkunft, zu Menschenrechten und zu aktuellen Themen hergestellt werden.

 

Gegenwartsbezogen setzen Projekte sich mit aktuellen Fragen von Diskriminierung und mit heutigen Denkmustern der Ungleichwertigkeit, wie Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus oder Homophobie auseinander. Die Jugendlichen gehen der Frage nach, wie sich jeder Einzelne aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung sowie für den Respekt und Schutz von Minderheiten und für Menschenrechte einsetzen kann.

Was wird gefördert?

Finanzielle Förderung kann beantragt werden für


• Reisekosten nach festgelegten Pauschalen pro Land
• Unterbringungs- und Verpflegungskosten (Programmkosten)
• Sachmittel für die Erarbeitung und Präsentation der Ergebnisse
• Personalkosten (Honorare)

 

Zusätzlich bietet EUROPEANS FOR PEACE ein Beratungsseminar vor Projektbeginn an.

Teilnahme

Wer kann sich bewerben?

• Schul- und Jugendgruppen aus Deutschland, gemeinsam mit einem Partner aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa oder Israel
• bi- und trinationale Projekte
• Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren gemeinsam mit ihren Projektleitern (keine Förderung von Studierenden)

 

Was kennzeichnet die Jugendprojekte?

• Die Projekte werden gemeinschaftlich entwickelt und durchgeführt
• Die Perspektiven und Erfahrungen der Partner werden berücksichtigt
• Die Lebenswelt der Jugendlichen wird abgebildet
• Der Dialog der Generationen wird angeregt
• Die Ergebnisse werden gemeinsam erstellt (mehrsprachig) und der Öffentlichkeit präsentiert
 

Wie kann man sich bewerben?

Das Antragsformular kann ab September auf dieser Seite heruntergeladen werden. Einsendeschluss: 01.12.2016

Literatur und Links für die Projektarbeit

Diskriminierung und Gegenstrategien

 

Online-Handbuch des Deutschen Instituts für Menschenrechte

 

Bundeszentrale für politische Bildung: Antisemitismus, APuZ 28-30, Bonn 2014.

 

Friedrich Ebert Stiftung: "...und das ist auch gut so!" Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Schule. Dokumentation zur Fachtagung 22. Oktober 2013.

 

Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V.: Migration und Antiziganismus, Jahresbericht 2012 des Programms "Politische Jugendbildung im AdB"

 

Bundeszentrale für politische Bildung: Ungleichheit, Ungleichwertigkeit, APuZ 16-17, Bonn 2012.

 

Amadeu Antonio Stiftung: Die Theorie in der Praxis. Projekte gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, 2011.

 

Heinrich Böll Stiftung: Rassismus & Diskriminierung in Deutschland, Dossier April 2010.

 

Flaig, Berthold Bodo /Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Hrsg.): Band 4. Forschungsprojekt: Diskriminierung im Alltag. Wahrnehmung von Diskriminierung und Antidiskriminierungspolitik in unserer Gesellschaft. Abschlussbericht: Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung von Sinus Sociovision für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Berlin, 2009.

 

 

 

Anregungen für die Projektarbeit zum Thema Diskriminierung

 

Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Gleiche Chancen. Immer. Unterrichtsmaterialien zum Thema Rassismus für Lehrkräfte. Themenjahr 2014.

 

Deutsches Institut für Menschenrechte: Online-Handbuch, Inklusion als Menschenrecht, 2014.

 

Interkultureller Rat in Deutschland (Hrsg.): Die Internationalen Wochen gegen Rassismus machen Schule. Unterrichtsmaterialien zur Antirassismusarbeit. Coburg, 2010.

 

Informationen zum Thema Anti-Bias: Anti-Bias-Werkstatt

 

Die Internetseite meingeschlecht.de bietet viele Informationen für inter-, trans- und genderqueere Menschen.

 

 

 

Historische Projektarbeit


Das Bildungsportal Lernen aus der Geschichte besteht aus vier Hauptbereichen: Lernen und Lehren, Teilnehmen und Vernetzen, Online lernen sowie International diskutieren. Hier werden zahlreiche Projekte vorgestellt.

 

Die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung zur Methodik des Lernens aus der Geschichte stellt verschiedene Zugänge und Modelle der pädagogischen Arbeit mit geschichtlichen Themen vor.

 

Die Internetseite »www.dubistanders.de« ist eine Online-Ausstellung über Jugendliche aus ganz Europa, die in der Zeit des Nationalsozialismus als »anders« ausgegrenzt und verfolgt wurden, seit September 2012 ist die Online-Ausstellung verfügbar.

 

Das Handbuch "erinnerung in bewegung – pädagogisches instrument zur erinnerungskultur" bietet einen alternativen Weg dominante historische Narrative zu konfrontieren und bewährte Identitätskonzepte zu hinterfragen. Exemplarisch arbeitet es mit Denkmälern in Sarajewo und München.

 

 

 

Diversitätsbewusste Jugendarbeit

 

Impulse für eine diversitätsbewusste internationale Jugendarbeit bietet die Publikation create your space von Karin Reindlmeier.


Eine praxisnahe Einführung und Methoden geben Rebecca Pates und andere Herausgeber in der Publikation: Antidiskriminierungspädagogik. Konzepte und Methoden für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen. Wiesbaden 2010.

 

 

Herausgegeben von Karima Benbrahim wurde: Diversität bewusst wahrnehmen und mitdenken, aber wie?, Düsseldorf 2012. Die Publikation in online bestellbar: http://ljr-nrw.de/aktuelles/news/news-detail/article/neuer-ida-reader-zum-thema-diversitaet-erschienen.html

 

 

Die Handreichung MORE THAN CULTURE entstand in Kooperation mit  jugend für europa, einer der deutschen Nationalagenturen des EU- Programms Erasmus + / Jugend in Aktion: Anne Winkelnmann und andere (Hrsg.), MORE THAN CULTURE diversitätsbewusste Bildung in der internationalen Jugendarbeit.

 

 

Flucht und Asyl

 

Ein umfassendes Informations- und Bildungsangebot bietet die Themenseite Flucht der Bundeszentrale für politische Bildung.

 

Deutsche und englische Informationen und Bildungsmaterialien des UNHCR finden Sie hier.

 

Einen kurzen und praxisorientierten Einstieg in Thema minderjährige Flüchtlinge bietet der Reader: Gut gelandet – schnell gestrandet. Kinderflüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland. Reader für MultiplikatorInnen in der Jugend- und Bildungsarbeit, hg. von IDA, 2000.


Ein online verfügbares Handbuch hat WOGE e.V., Institut für soziale Arbeit e.V. herausgegeben: Handbuch der Sozialen Arbeit mit Kinderflüchtlingen, 2000.

 

Weiterführende Handbücher (erschienen in deutscher Sprache) zum Themenfeld Flucht, Asyl, Integration: Heidrun Müller: Grenzüberschreitungen. 1. Flucht und Asyl. Eine pädagogische Handreichung, 1999. Susanne Czuba-Konrad: Grenzüberschreitungen. 2. Integration. Eine Handreichung für die pädagogische Praxis, 2000.

 

 

Innovative und kreative Methoden

 

Schulisches Lernen passiert in der Regel „drinnen", d.h. in den vier Wänden des Klassenraums. In dem Heft Politische Bildung outdoor geht es darum, die Dichotomie von Drinnen = Lernen und Draußen = Freizeit auf den Kopf zu stellen.

 

Katharina Eger schreibt in Sketching the Past über das Comic als Bildungsmedium.

 

Digitales Storytelling kombiniert erzählende Elemente mit digitalen Inhalten, mehr dazu finden Sie auf der Webseite des Grimme Instituts.

 

Online-Ausstellungsprojekt: 7xjung - Dein Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt.

 

 

 

Menschenrechtsbildung

 

Publikationen zur Verbindung von Menschenrechtsbildung mit historischem Lernen finden Sie hier.

 

Das Human Rights Education Network stellt ausführliche Dokumente und Materialien zur Menschenrechtsbildung, überwiegend in Englisch zur Verfügung.

 

Das Jugendnetz klärt Jugendliche über ihre Rechte auf und stellt schon durchgeführte Projekte vor.

 

Wissen gegen Willkür: Die Seite einer gemeinsamen Kampagne von Amnesty International und der Stiftung Lesen bietet Lehrern die Möglichkeit, das Thema Menschenrechte kreativ in den Unterricht einzubinden. Die Seite verfügt außerdem über eine gute Link- und Literaturliste.

 

Der Internationale UNESCO Bildungsserver D@dalos stellt Materialien zur politischen Bildung, u.a. zur Friedenserziehung und zur Menschenrechts- und Demokratiebildung auf Deutsch, Englisch und sieben weiteren südosteuropäischen Sprachen zur Verfügung.

 

First Steps: A Manual for Starting Human Rights Education: Dieses Handbuch zu Menschenrechten von amnesty international eignet sich sehr gut für den Einstieg in die schulische und außerschulische Menschenrechtsbildungsarbeit Das Handbuch ist nur in englischer Sprache verfügbar.

 

 

 

Arbeit mit Zeitzeugen

 

Das Zwangsarbeit-Archiv ist eine Initiative der Stiftung EVZ, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Deutschen Historischen Museums. 590 Angehörige verschiedener Opfergruppen von NS-Zwangsarbeit erzählen ihre Erinnerungen in lebensgeschichtlichen Interviews in 25 verschiedenen Sprachen.

 

Pädagogische Materialien für die Arbeit mit Zeitzeugen bietet das Portal Gesicht zeigen.

 

Die Zeitzeugenbörse vermittelt Zeitzeugen aus Berlin zum Nationalsozialismus und zur Nachkriegszeit sowie zum geteilten Berlin und zum Fall der Mauer.

 

 

 

Arbeit mit Archiven

 

Die Seite stellt Projekte zur Arbeit mit Archiven vor, bietet eine Liste mit Adressen von Archivpädagogen in Deutschland, Literaturlisten und Hinweise auf Termine und Veröffentlichungen. http://www.archivpaedagogen.de/
 

Jury

Awi Blumenfeld

Vorsitzender der Historischen Kommission der Claims Conference und Forschungsassistent am Joseph Carlebach Institut (JCI).

 

Simon Klippert

Lehrer für Musik, Französisch und Deutsch an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli sowie tätig in der internationalen außerschulischen Bildung; Veröffentlichungen zu Lebenswelten junger Migrantinnen

 

Jan Krebs

Seit 2007 Projektleiter in der Ausstellung 7xjung – Dein Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt bei Gesicht Zeigen! Beteiligt an zahlreichen internationalen Bildungsprojekten und einem Forschungs- und Interviewprojekt zur NS-Zwangsarbeit in Russland, Polen und der Ukraine.

 

Charlene Krüger

Lehrerin für Geschichte/ Biologie an der integrierten Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe Max-Beckmann-Oberschule, Berlin. Projektleiterin des EFP-Projekts „Lebenswege in der Geschichte. Deutsche und slowenische Jugendliche erforschen die Spuren ehemaliger Zwangsarbeiter und erstellen eine Ausstellung.“

 

Hannah-Maria Liedtke

Erziehungswissenschaftlerin und Trainerin für den Kompetenznachweis International unter anderem beim Deutsch-Polnischen Jugendwerk

 

Christine Mähler

Psychologin und Mediatorin. Seit 2001 Geschäftsführerin von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch, Lutherstadt Wittenberg. Expertin für Begegnungsarbeit.

 

Olga Onyszkiewicz

Leiterin der Bildungsabteilung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim/Auschwitz

 

Prof. Dr. Vadim Oswalt

Professor für Didaktik der Geschichte an der Universität Gießen. 2014 Ernennung zum Herder Chair durch das Herder-Institut-Marburg.

 

Karin Reindlmeier

Erziehungswissenschaftlerin und freiberufliche Referentin in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung mit den Schwerpunkten kreative Konfliktbearbeitung, antirassistische Bildungsarbeit und internationale Jugendarbeit.

Ausschreibung 2016

Antragsformulare für die neue Ausschreibung werden im September 2016 hier veröffentlicht

 

Broschüre "Von der Idee zum Projekt"

Übersicht der Projekte seit 2010

zu der Liste

 

Ansprechpartner/-innen

Judith Blum
Programmleiterin
EUROPEANS FOR PEACE
blum(at)stiftung-evz.de
Tel.:+49 (0)30 25 92 97-36
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

Pavel Baravik
Programmassistent
EUROPEANS FOR PEACE
Baravik(at)stiftung-evz.de
Tel.: +49 (0)30 25 92 97-58
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

Antragsberatung

Do 14 – 16 und Fr 9 – 12 Uhr oder nach persönlicher Vereinbarung