Sinti und Roma: Engagement in Deutschland

 

Projektideen zur gleichberechtigten Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Deutschland

Die Stiftung EVZ  unterstützt den Bildungsaufbruch von Roma und Sinti in Deutschland. Ein bundesweiter Arbeitskreis hat im Herbst 2015 hierfür die Empfehlungen „Gemeinsam für eine bessere Bildung. Empfehlungen zur gleichberechtigten Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Deutschland“ vorgelegt. Die Stiftung EVZ beabsichtigt auf dieser Grundlage im Jahr 2016 Projekte zu fördern. So sollen Initiativen unterstützt werden, die diese Empfehlungen aufgreifen und einen Beitrag zur Verbesserung der heutigen Bildungssituation von Roma und Sinti leisten wollen. In einem ersten Schritt werden Projektideen gesucht.

Was wird gefördert?

Projektideen müssen

  • auf eine Verbesserung der Bildungssituation von Sinti und Roma zielen;
  • die Empfehlungen der Publikation „Gemeinsam für eine bessere Bildung“ aufgreifen;
  • Roma und Sinti maßgeblich bei allen Projektphasen beteiligen.

Bis 1. Februar 2016 konnten Ideen in Form einer kurzen Projektbeschreibung und einem groben Projektbudget an die Stiftung gerichtet werden.
Nach Begutachtung der Ideen werden ausgewählte Organisationen zur förmlichen Antragstellung aufgefordert. Die Stiftung begrüßt sowohl kleinere als auch größere Vorhaben. Die maximale Förderung für ein Vorhaben liegt bei 50.000 Euro, Vorhaben können bis zu zwei Jahre lang dauern. Kriterien für die Beurteilung der Ideen sind:

  • Erfahrung: (ggfs. ehrenamtliche) fachliche Vorerfahrungen im Bildungsbereich sind vorhanden.
  • Projektkonzept: Ziele werden konkret und angemessen umgesetzt.
  • Bedarf und Wirkung: Begründung, auf welchen Bedarf eingegangen wird und welche Wirkungen erwartet werden.
  • Methodik: Pädagogische Methoden werden sinnvoll gewählt.
  • Nachhaltigkeit: Ergebnisse werden längerfristig genutzt oder können strukturelle Veränderungen bewirken.
  • Planung: Ziele, Maßnahme, Zeitplan und Finanzierung sind aufeinander abgestimmt.

Es sollen exemplarische Vorhaben gefördert werden, die überregionale oder bundesweite Bedeutung haben können. Lokale Vorhaben können gefördert werden, wenn sie bundesweit als Vorbild gelten können.

Mitglieder der Jury

  • Kasm Cesmedi, Lehramtsstudent Universität Köln und Lehrer für herkunftssprachlichen Unterricht in Romanes
  • Dr. Mareile Krause, Leiterin der Abteilung Fortbildung, Organisations- und Personalentwicklung, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (Hamburg)
  • Wolfgang Schlump, Referent für Grundsatzfragen und Lebenslanges Lernen, Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Dr. Jane Schuch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Weitere Projekte

 

Stipendien für in Deutschland lebende Sinti und Roma

Die Hildegard Lagrenne Stiftung (HLS) vergibt Stipendien an Roma und Sinti, die auf dem ersten oder zweiten Bildungsweg an einer pädagogischen Berufsausbildung oder einer pädagogischen Qualifikation teilnehmen möchten. Gefördert werden z.B. pädagogische Berufe in den Bereichen Erziehung, Sozialassistenz oder Kinderpflege sowie Qualifikationen z.B. zur Tagesmutter/-vater. Das Stipendium umfasst eine monatliche finanzielle Unterstützung und die Teilnahme an Fortbildungen. Weiter wird eine persönliche Mentorenschaft und eine sozialpädagogische Begleitung angeboten. Es können sich Sinti oder Roma bewerben, die in Berlin oder Brandenburg leben, einen pädagogischen Beruf ergreifen oder an einer Qualifikation in diesem Bereich teilnehmen möchten. Bewerbungen sind auch möglich, wenn eine Ausbildung noch nicht begonnen worden ist, diese jedoch in Aussicht steht. Es besteht auch die Möglichkeit, für maximal sechs Wochen in das Stipendienprogramm aufgenommen zu werden, um Unterstützung bei der Suche nach einer Ausbildung oder einem Qualifikationskurs zu erhalten.

 

BEWERBUNG UND KONTAKT

Hildegard Lagrenne Stiftung
Prinzenstraße 85, ( Aufbauhaus) 
10969 Berlin 
Tel.: 030/894 056 60
Kontakt(at)lagrenne-stiftung.de
www.lagrenne-stiftung.de/index.php/stipendien/online-bewerbung

 

Bundesweiter Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland

Die Stiftung EVZ initiiert den „Bundesweiten Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland“. Auf der Basis einer Bestandsaufnahme zur Bildungssituation und den Handlungsmöglichkeiten relevanter Akteure identifizieren die Mitglieder des Arbeitskreises Beispiele guter Praxis, rezipieren relevante wissenschaftliche Erkenntnisse und erarbeiten auf dieser Basis systematisch konkrete Empfehlungen.

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STUDIE ZUR AKTUELLEN BILDUNGSSITUATION DEUTSCHER SINTI UND ROMA

In Deutschland leben heute ca. 80.000 bis 120.000 Sinti und Roma mit deutscher Staatsangehörigkeit. Seit dem 15. Jahrhundert sind sie im deutschsprachigen Raum präsent, 1997 wurden sie als nationale Minderheit anerkannt. Gleichwohl gibt es keine aktuellen Untersuchungen zu ihren Lebenswirklichkeiten.

ANSPRECHPARTNER

Wanja Hargens

Programmleiter

hargens(at)stiftung-evz.de  

Tel.:+49 (0)30 25 92 97-64

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11