Förderprogramm

Begegnungen mit Zeitzeugen

Förderprogramm für Begegnungen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen Opfern des Nationalsozialismus.

Die Stiftung EVZ ermöglicht mit dem Förderprogramm grenzüberschreitende Begegnungen junger Menschen sowie engagierter Bürgerinnen und Bürger mit NS-Opfern. In den meisten Projekten steht die Weitergabe der Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an Jugendliche im Mittelpunkt. Es ist das einzige bundesweite Förderprogramm für Zeitzeugenbegegnungen in Deutschland und zugleich das älteste Programm der Stiftung EVZ. 2016 wurden im Rahmen des Programms insgesamt 59 Begegnungen mit 176 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gefördert.

Zielsetzung

Begegnungen mit Opfern des Nationalsozialismus sollen eine Geste der Versöhnung ermöglichen und die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht wach halten. 

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) unterstützt seit 2002 Einladungen ehemaliger Zwangsarbeiter und anderer Opfer des Nationalsozialismus nach Deutschland. Vornehmlich junge Menschen werden so ermutigt, sich mit den Lebensgeschichten der Zeitzeugen auseinanderzusetzen.

Was wird gefördert?

- Reisen von Zeitzeug*innen aus dem Ausland nach Deutschland oder innerhalb Deutschlands für Begegnungen mit Jugendlichen und anderen Interessierten,

- begleitende Projektarbeiten dieser Jugendlichen, zum Beispiel Theaterprojekte, Interviews, Filme,
- in Einzelfällen: Jugend- und intergenerative Projekte mit  Reisen aus Deutschland zu Zeitzeug*innen in Mittel- und  Osteuropa, Israel oder den USA.

Wer kann sich bewerben?

Gefördert werden folgende Organisationen mit Sitz in Deutschland:

- gemeinnützige Vereine und bürgerschaftliche Initiativen

- kirchliche Initiativen

- Schulen- Jugend- und Bildungseinrichtungen

- Gedenkstätten und Museen.

 

Bitte reichen Sie Ihren Antrag spätestens drei Monate vor Projektbeginn bei der Stiftung EVZ ein. Verwenden Sie dazu das Antragsformular auf dieser Seite. Im Fall von Interkontinental-Flügen fügen Sie bitte den Nachweis über die Flugkosten bei. Wir empfehlen den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung und einer Reiserücktrittsversicherung.

Ausgewählte Projekte

Archivworkshops des Jüdischen Museums Berlin

„Ein Zeitzeugengespräch kann nicht mit kraftvollsten Maßnahmen ersetzt werden.“ - Seit über zehn Jahren werden im Jüdischen Museum Berlin Archivworkshops mit Holocaust-Überlebenden durchgeführt, die von der Stiftung EVZ unterstützt werden. Die Workshops richten sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13 sowie an Studierende. Während der Workshops wird mit Dokumenten gearbeitet, die dem Museum von den aus der ganzen Welt eingeladenen Stiftern geschenkt werden. Im Anschluss an die Gruppenarbeit mit Originalen folgen eine Präsentation, Diskussion und ein Austausch mit anwesenden Zeitzeugen. 2015 wurden  insgesamt 31 Workshops mit 15 Stiftern gefördert, die aus den USA, Frankreich, Israel, Großbritannien, Schweden und der Schweiz nach Berlin kamen.

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AHAWAH – Kinder der Auguststraße. Berliner Schülerinnen und Schüler erstellen ein filmisches Dokumentarspiel über das jüdische Kinderheim AHAWAH und die jüdische Mädchenschule während der Zeit des Nationalsozialismus

In dem Projekt „AHAWAH – Kinder der Auguststraße“ des Theaterhauses Berlin Mitte erstellten Berliner Schülerinnen und Schüler ein filmisches Dokudrama über das jüdische Kinderheim AHAWAH und die jüdische Mädchenschule während der Zeit des Nationalsozialismus. Während des Projekts werteten sie filmische und literarische Zeugnisse aus und trafen noch lebende Zeitzeugen aus dem Kinderheim. Darüber hinaus erarbeiteten sie Spielszenen in Anlehnung an Zeitzeugenberichte. Am 6. Oktober 2014 fand eine viel besuchte Premiere des Films im Berliner Kino „Babylon Mitte“ statt.

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Deutsch-polnische Begegnungswoche mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus Polen und der Ukraine auf der Insel Rügen

Die Begegnungswoche „Grenzen überwinden“ wurde vom Dokumentationszentrum Prora in Sassnitz (Rügen) vom 18. bis 23. Mai 2014 organisiert. Deutsche und polnische Jugendliche haben sich einer historischen Thematik angenommen und sich in Gesprächskreisen mit ehemaligen polnischen und ukrainischen Zwangsarbeitern mit den nationalsozialistischen Verbrechen auseinandergesetzt und Orte der Zwangsarbeit besucht. Zudem haben Jugendliche in gemischten deutsch-polnischen Gruppen während der Begegnung an zwei laufenden Medienprojekten zusammen gearbeitet, um die Begegnung zu dokumentieren und die verarbeiteten Erfahrungen mit filmischen Mitteln festzuhalten.

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Die Zeitzeugen Dina und Jovan Rajs begegnen Berliner Jugendlichen in einem Theaterprojekt

In dem Projekt entwickelten Berliner Jugendliche aus den Holocaust-Erinnerungen von Dina und
Jovan Rajs aus Schweden zusammen mit den Zeitzeugen ein Theaterstück. Das entstandene Werk „Das Spiel von Dina und Jovan“ wurde 2015 im Haus der Wannsee-Konferenz sowie im Stockholmer Theaterstudio Lederman mit großem Erfolg aufgeführt. Das Stück wurde außerdem von den Berliner Festspielen zum Wettbewerb „Theatertreffen der Jugend 2016“ eingeladen.

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Aufführungen der im Konzentrationslager Theresienstadt komponierten Kinderoper „Brundibar“ und Zeitzeugengespräche mit der damaligen Darstellerin Greta Klingsberg (Jerusalem) in Calw

Die Musikschule Calw und die Aurelius Sängerknaben beschäftigten sich mit der Kinderoper „Brundibar“. Während des Projektes haben die Jugendlichen die Thematik recherchiert. Die am Ende der Projektarbeit entstandene Inszenierung wurde am 8. November 2015 in Anwesenheit der Zeitzeugin aus Israel, Greta Klingsberg, uraufgeführt.

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Leben nach der Shoah – Holocaust-Überlebende sprechen gemeinsam mit Nachfahren von Tätern

Schülerinnen und Schüler der Europaschule Rövershagen begegneten im September 2016 den Überlebenden der Shoah Michael Goldmann-Gilead und Heinrich Bukszpan sowie den Nachfahren der NS-Täter Niklas Frank und Uwe von Seltmann. Die Jugendlichen stellten ihre erarbeiteten Fragen in getrennten Gesprächen mit den Überlebenden und den Nachfahren der Täter. In einem gemeinsamen Gespräch wurde das Besondere dieses Zusammentreffens reflektiert: Während die Überlebenden direkte Zeitzeugen von Verbrechen sind, sprachen Niklas Frank und Uwe von Seltmann über die Taten ihrer Angehörigen und den Umgang damit in der Familie.

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Gesprächsreise ehemaliger NS-Häftlinge aus Israel und der Ukraine nach Merseburg im Rahmen der 7. Transnationalen Woche der Erinnerung und Begegnung 2015

Jugendlichen und Zeitzeugen aus Polen, den Niederlanden, Deutschland, der Ukraine und Israel nahmen vom 28.5. – 5.6. am Projekt teil. Die ehemaligen Häftlinge der Konzentrationslager Auschwitz, Bergen-Belsen, Mauthausen und des AEL Spergau-Zöschen waren Gesprächspartner in Schulen des Saalekreises und der Stadtkirche Merseburg. Sie waren Gäste der Titelverleihung Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage in Zöschen und trafen zum Sachsen-Anhalt-Tag in Köthen zwei Minister der Landesregierung von Sachsen-Anhalt. Anastasia Gulei (Ukraine), Arie Kooiman (Niederlande), Igor Malitzkij (Ukraine) und Zipora Fajvlovicz wurden durch den Kultusminister Dorgerloh für ihr Engagement in der Erinnerungsarbeit öffentlich gewürdigt.
Die Jugendlichen besuchten die Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge, waren aktive Teilnehmende des Sachsen-Anhalt-Tages, arbeiteten an Gedenkstätten in Merseburg und Leuna und gestalteten ein Europaseminar in der Sekundarschule Zöschen. Während des 3. Fachtages  Mehrgenerationenhaus Merseburg informierten sie die Gäste und Nutzer über ihre Arbeit in den Niederlanden und der Ukraine. Mit der Eröffnung der Ausstellung des ehemaligen AEL Zöschen wurden auch fünf Geistliche gewürdigt, die als „Märtyrer des Glaubens“ in Zöschen umgekommen waren. Schülerinnen des Herder-Gymnasium Merseburg hatten dabei mitgewirkt.
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Ehemalige Häftlinge des KZ Neuengamme aus Israel, der Ukraine, Belarus und Russland anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges

Das Jugendprojekt der KZ-Gedenkstätte Neuengamme bot acht Hamburger SchülerInnen die Möglichkeit, sich im Kontext der Gedenkfeierlichkeiten zum 70. Jahrestag von Kriegsende und Befreiung der Konzentrationslager im Mai 2015 intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des KZ Neuengamme zu beschäftigen. Die Ausschreibung war an Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen gesendet worden mit der Einladung an interessierte und engagierte SchülerInnen der Oberstufe, sich mit einem kurzen Motivationsschreiben zu bewerben. Das Projekt beinhaltete zwei Studientage zur Vorbereitung sowie die aktive Teilnahme an den Gedenkfeierlichkeiten in Neustadt und Hamburg (3. und 4. Mai) sowie am Forum „Zukunft der Erinnerung“ (5. und 6. Mai).

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Jugendliche aus Deutschland treffen sich mit Zeitzeugen in Litauen- ein Filmprojekt: "Karl Jäger und wir - Die langen Schatten des Holocaust in Litauen"

Ergebnis eines Mehrgenerationen- Filmprojekts in Waldkirch/ Südschwarzwald. Karl Jäger war einer der Massenmörder der NS- Zeit. Er ließ nach eigenen Angaben in Litauen etwa 138.000 Juden und Andere ermorden. In Litauen und Deutschland geht der Film der Frage nach, was wir aus dieser Geschichte lernen können. Im Film sind auch Interviews mit den letzten Überlebenden des Holocaust in Litauen zu sehen.

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SchülerInnen aus Deutschland reisen zur musikalisch-historischen Spurensuche in die Gedenkstätte Theresienstadt

Im Zentrum des Projektes steht die im KZ Theresienstadt vielfach aufgeführte Kinderoper Brundibár des Komponisten Hans Krása (1899-1944), die den Ausgangspunkt für eine geschichtliche und musikalische Auseinandersetzung mit dem Holocaust bildete. Die Schülerinnen und Schüler des Schulorchesters und Chors erarbeiten dabei, sowohl das Stück selbst aus, als auch den entstehungs- und wirkungsgeschichtlichen Kontext. Ziel war es, nicht nur die Musik wiederaufleben zu lassen, sondern in Form eines Rahmenprogramms auch deren historische Bedeutung vor dem Hintergrund des Lageralltags von Theresienstadt sowie die individuelle Perspektive der Jugendlichen auf die Vergangenheit zu präsentieren.

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Delegation von Sinti und Roma, die den Holocaust überlebt haben, besucht ehemaliges Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau

Im Projekt des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma reisten 29 Sinti und Roma, die den Holocaust überlebt haben, zum Internationalen Roma-Gedenktag am 2. August 2014 in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Gedacht wurde dem 70. Jahrestag der Mordaktion der SS im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Zu gleicher Zeit fand in Krakau eine internationale Konferenz des Roma-Jugendnetzwerkes „ternYpe“ statt, die von Zeitzeugenbegegnungen begleitet wurde. Die Reisen der Delegation wurden auch in den Jahren 2015-2017 gefördert.

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Status

Bewerbung fortlaufend möglich
Antragstellung mind. 3 Monate vor Projektbeginn

Übersicht der Projekte

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Kontakt

Evelyn Geier

Projektkoordination

geier(at)stiftung-evz.de

Tel.:+49 (0)30 25 92 97-20

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

erreichbar dienstags und mittwochs