Rafid Kabir erstellt seit fünf Jahren Content zu politischer Bildung und Demokratiebildung auf TikTok und Instagram. In seinen Videos spricht er über Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und andere gesellschaftlich relevante Fragen. Neben seiner Arbeit als Creator begleitet er auch digitale Kampagnen, Projekte und Fördervorhaben im Bereich gesellschaftspolitischer Bildungsarbeit.
Für die Bildungsagenda NS-Unrecht stellt er ausgewählte Projekte und Themen auf Instagram und TikTok vor. 

1. Was ist deine persönliche Motivation als politischer Bildner und Content Creator tätig zu sein und dich u.a. für die Demokratie und gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung einzusetzen?

Ich setze mich für Demokratie ein, weil sie gerade in Deutschland unter enormen Druck steht. Für mich ist Demokratie viel mehr als nur Wahlen und Volksherrschaft. Sie bedeutet Rechtsstaatlichkeit, individuelle Freiheitsrechte und vor allem den Schutz von Minderheiten. Gerade deshalb ist es mir wichtig über Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung aufzuklären. Wir kennen das aus der Geschichte, das vor allem in Krisenzeiten Hass, Hetze und Anfeindungen zunehmen können. Ich selbst komme aus Bangladesch und kenne Anfeindungen aus eigener Erfahrung. Umso wichtiger ist es mir, der Entwicklung in Deutschland nicht einfach nur zuzusehen, sondern zu versuchen Menschen abzuholen, aufzuklären und Haltung zu zeigen. Denn am Ende des Tages geht’s ja nur darum, wie wir alle miteinander frei und sicher leben können. Und genau dieses Prinzip der offenen Gesellschaft möchte ich mit meiner Arbeit stärken. 

2. Du stellst aktuell auf TikTok und Instagram ausgewählte Projekte der Bildungsagenda NS-Unrecht vor. Welches Projekt hat dich am meisten beeindruckt und warum?

Das ist ehrlich gesagt eine ziemlich schwierige Frage, weil ich alle Projekte auf ihre eigene Weise spannend fand. Mich hat besonders beeindruckt, wie kreativ, modern und zukunftsgewandt Erinnerungskultur heute gedacht werden kann. Gerade deshalb fand ich die Theaterprojekte sehr stark. Auch die Frankfurt History App und der digitale Atlas über NS-Verbrechen [NaziCrimeAtlas] sind mir besonders im Kopf geblieben, weil sie Geschichte auf eine neue, zugängliche und sehr zeitgemäße Weise vermitteln.

3. Wie nimmst du die Reaktionen auf deine Videos über die Bildungsagenda NS-Unrecht auf TikTok und Instagram wahr?

Die Reaktionen sind sehr gemischt. Einerseits habe ich viele positive Rückmeldungen bekommen, gerade von Menschen, die selbst in der Erinnerungsarbeit tätig sind oder durch die Videos überhaupt erst auf einige der Projekte aufmerksam wurden. Andererseits gab es auch Kommentare, die das Thema relativieren oder von der eigentlichen Erinnerungskultur abgelenkt haben. Das fand ich schade, aber auch bezeichnend, weil es zeigt, wie viel Polarisierung und gesellschaftliche Spannungen es aktuell gibt und wie wichtig diese Arbeit deshalb weiterhin ist.

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