Bitte beachten Sie die Medieninformation des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zum Förderprogramm MemoRails Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert.
Das Programm wird von der Stiftung EVZ umgesetzt.

 

Gefördert werden lokale zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich mit den Geschichten von Opfern sowie Täterinnen und Tätern auseinandersetzen und durch Bildungs-, Gedenk- und Veranstaltungsformate an die Schicksale und Verbrechen erinnern wollen. Aus zahlreichen Bewerbungen wurden nun auf Empfehlung einer unabhängigen Jury 13 Vorhaben ausgewählt, deren Umsetzung gefördert werden soll. Die ersten Projekte werden Anfang September starten.   

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: „Ich freue mich sehr über das große Interesse und das zivilgesellschaftliche Engagement in ganz Deutschland. Dass sich Menschen vor Ort mit bislang kaum bekannten Kapiteln der NS-Geschichte ihrer Bahnhöfe beschäftigen, zeigt, wie lebendig unsere Erinnerungskultur sein kann. Ich bin überzeugt davon, dass im 80. Jahr der Befreiung vom Nationalsozialismus das Programm einen wichtigen Beitrag dazu leistet, lokale Initiativen zu stärken und die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus in der Ortsgeschichte zu verankern. Die Projekte machen sichtbar, was lange unbekannt war.“

Dr. Andrea Despot, Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ, erklärte: „Mit MemoRails setzen wir ein starkes Zeichen für eine partizipative und lokale Erinnerungskultur. Die über 100 eingereichten Projektideen zeigen die große Resonanz – auch und gerade aus dem ländlichen Raum. Denn obwohl Bahnhöfe zentrale Orte nationalsozialistischer Gewaltausübung waren, findet man dort heute nur wenige Spuren dieser Geschichte. Dabei waren sie Knotenpunkte der Verbrechen und Orte der Deportation und Entmenschlichung. MemoRails macht deutlich: Erinnerung wirkt, wenn sie lokal verankert ist.“

Folgende Vorhaben sollen in MemoRails gefördert werden:

  • Schloß Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e. V.: Zwischenhalt Zwangsarbeit. Gedenkort Bahnhof Trebnitz
  • Jugend Museum (Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg/ Jugend Museum Schöneberg): Wohin führen diese Gleise? | Jugendliche erforschen die Gegenwart der Geschichte im Park am Gleisdreieck
  • Volkshochschule Meppen gGmbH: Spuren der Nachbarn sichtbar machen
  • Stadtverwaltung Meiningen: Spurensuche (Zwangsarbeit im Reichsausbesserungswerk)
  • AKuBiZ e.V., Pirna: Verborgene Stationen - Zwangsarbeit in der Sächsischen Schweiz
  • Rödermarkfreunde e.V. zur Förderung von Kunst und Kultur: Rosels Weg
  • Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.: Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus
  • GERÄUSCHKULISSE e.V., Leipzig: WAS WAR, WAS IST? Fragmente einer Absicht - Erinnern an die NS-Zwangsarbeit in Böhlen und Espenhain
  • Dekoder-gGmbH: Letzter Halt: Flossenbürg
  • Sinti-Allianz Deutschland NRW e. V. c.o. Robert Wernicke, Köln: Deutz Tief - Gleis ins Vergessen! Zwölf Geschichten von Verfolgung und Deportation
  • Deutsches Theater in Göttingen GmbH: Ein Bahnhof ohne Erinnerung
  • Musikschule Neumünster: VON HiER AUS - eine Projektreihe zu Ankunft, Verbleib und hinterlassenen Spuren von Menschen in der NS-Zeit
  • Schlaglicht e.V. - Emanzipatorische politische Bildung und Medienpädagogik: Von Birkenwerder nach Fürstenberg - Flucht, Zwang und Verfolgung an der Nordbahn. Kinder forschen, Kinder erinnern

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien stellt für das Programm einmalig eine Million Euro zur Verfügung. Die Stiftung EVZ, die das Förderprogramm umsetzt, beteiligt sich mit weiteren 100.000 Euro. Die Deutsche Bahn AG unterstützt das Vorhaben logistisch und kommunikativ. 

Die ausgewählten Projekte spiegeln das breite Spektrum der im nationalsozialistischen Deutschland von Verfolgung und Gewalt bedrohten Verfolgtengruppen. Bei vielen Projekten ist die Erinnerung an Zwangsarbeit ein zentrales Thema. Träger der Projekte sind Opfervereinigungen, Geschichtsvereine, Gedenkstätten, Kultureinrichtungen, Träger der kulturellen und historisch-politischen Bildung oder Stadtverwaltungen. Den Projektträgern werden einmalig bis zu 70.000 Euro für eine Laufzeit von bis zu einem Jahr in Aussicht gestellt.

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