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Gemeinsam gegen Antisemitismus: Mit dem Förderprogramm des Clusters "Handeln gegen Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus" verankert die Stiftung EVZ gezielt Ansprechpersonen für Antisemitismusprävention in Institutionen. Von Sport über Arbeitswelt bis hin zu Medien, Kultur und Zivilgesellschaft. Gefördert werden der Aufbau, Ausbau und die Weiterentwicklung von systematischen und institutionellen Handlungs- und Interventionskompetenzen.
Unser Förderprogramm stärkt Institutionen und Organisationsstrukturen durch die Schaffung und den Ausbau von Anlaufstellen für Antisemitismusprävention sowie durch begleitende Projekte und Aktivitäten. Wir etablieren nachhaltige Strukturen, die aktiv gegen antisemitische Vorfälle und Diskriminierung vorgehen, Betroffene unterstützen und eigene Formate zur kritischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus entwickeln. Projektträger sind etwa Dachverbände, Sportverbände, Umweltschutzorganisationen, Gewerkschaften, Genossenschaften, Interessensvereinigungen, Kultureinrichtungen oder Universitäten.
Die Bekämpfung des Antisemitismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Zivilgesellschaft spielt hierbei eine ungemein wichtige Rolle. Das neue Programm der EVZ wird Vereine, Verbände und andere Institutionen ganz konkret im Kampf gegen den alltäglichen Judenhass unterstützen und nachhaltige antisemitismuskritische Strukturen schaffen. Diesen innovativen Ansatz begrüße ich sehr.
© Stefanie Loos
Was möchten der Projektträger und die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?
Das Pilotprojekt macht Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Problem auch innerhalb gewerkschaftlicher Strukturen sichtbar. Die Gewerkschaft IG BAU entwickelt dafür antisemitismuskritische Angebote für Mitglieder und Beschäftigte und etabliert klare Abläufe für den Umgang mit antisemitischen Vorfällen. Gewerkschafter:innen erhalten Wissen und Handlungssicherheit. Antisemitische Narrative werden so seltener reproduziert, häufiger benannt und hinterfragt. Dank
übertragbarer Ansätze können auch andere Gewerkschaften von den Projektergebnissen profitieren.
Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?
Mitwirkende sind die IG BAU – Gewerkschaft für Bauen, Agrar und Umwelt – mit ihren Mitgliedern sowie haupt- und ehrenamtlich Engagierte. Im Fokus steht insbesondere die Gewerkschaftsjugend.
Warum fördert die Stiftung gerade dieses Projekt?
Als fünftgrößte Einzelgewerkschaft hat die IG BAU große Reichweite – auch in Bereichen wie Agrar- und Forstwirtschaft, in denen Antisemitismuskritik bislang kaum
etabliert ist und in denen rechte Tendenzen zunehmend wahrnehmbar sind. Zudem besteht innerhalb der Gewerkschaftslandschaft Aufklärungsbedarf, insbesondere
im Umgang mit antisemitisch codierter oder verkürzter Kapitalismuskritik.
Projektträger: PECO-Institut (für die IG BAU)
Förderzeitraum: 2024–2026
Fördersumme: 89.938 Euro
Förderland: Deutschland
Webseite: www.peco-ev.de/demokratiebildung
© Stefanie Loos
Was möchten der Projektträger und die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?
Das Projekt etabliert dauerhaft das Zusatzstudium „Zertifikat antisemitismuskritische Bildung für Unterricht und Schule“ (ZABUS) in der Lehramtsausbildung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Ergänzend wird eine Anlaufstelle für antisemitische Vorfälle aufgebaut und ein Fortbildungsmodul für Mitarbeitende und Lehrende der Universität entwickelt. Die Anlaufstelle ermöglicht ein strukturiertes Vorgehen bei antisemitischen Vorfällen und zeigt bestehende Bedarfe auf. Absolvent:innen wirken als Multiplikator:innen – an der Hochschule, im privaten Umfeld und in Schulen.
Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?
Das Projekt richtet sich an Studierende und Mitarbeitende der Universität Würzburg. Mit dem ZABUS-Konzept entsteht ein übertragbares Modellprojekt, das bereits
bundesweit Aufmerksamkeit erzeugt hat und künftig zur nachhaltigen und strukturellen Verankerung antisemitismuskritischer Bildung an weiteren Hochschulen beitragen kann.
Warum fördert die Stiftung gerade dieses Projekt?
Antisemitismuskritische Inhalte sind bislang nicht systematisch in der Lehramtsausbildung verankert. Dieses Pilotprojekt schließt diese Lücke mit einem innovativen und übertragbaren Ansatz. Es hat das Potenzial, Hochschulen bundesweit für antisemitismuskritische Bildung zu sensibilisieren.
Webseite: https://www.ev-theologie.uni-wuerzburg.de/ccea/forschungsprojekte/





