© Samarytańska Federacja Organizacji Pozarządowych
In Polen leben schätzungsweise noch etwa 50.000 Menschen, die von der NS-Besatzungsmacht verfolgt wurden, in Tschechien sind es noch etwa 1.000 Personen. Die Stiftung EVZ unterstützt im Rahmen des Clusters "Handeln für Überlebende nationalsozialistischer Verfolgung" dabei, auch im hohen Alter ein gutes, würdiges und selbstbestimmtes Leben führen zu können.
In ihrem Alltag stehen sie vor ähnlichen Herausforderungen wie andere hochbetagte Senior:innen in Polen: Es sind vor allem Einsamkeit, unzureichende Kenntnisse der eigenen Rechte, geringe Renten- und Sozialleistungen, oft mangelnde Gesundheitsversorgung und erschwerter Zugang zu Informationen in einer zunehmend digitalisierten Welt. Dies führt zu hoher Vulnerabilität und nicht selten sozialer Ausgrenzung. Darüber hinaus leiden viele der Überlebenden heute noch körperlich und seelisch unter ihren traumatischen Erlebnissen aus der NS-Zeit und bedürfen deswegen einer besonderen Unterstützung.
© Stiftung „Pro Vita et Spe“
Was möchten der Projektträger und die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?
Die Stiftung „Pro Vita et Spe“ in Krakau verbessert die Lebensqualität von Überlebenden der NS-Verfolgung durch würdevolle Pflege, persönliche Betreuung und die
Verringerung von Einsamkeit. Ein erfahrenes Team aus Pflegekräften, Ärzt:innen und Psycholog:innen bietet individuelle häusliche Betreuung und medizinische Begleitung. Zudem wird ein schneller Zugang zu Fachärzt:innen und Physiotherapie ermöglicht.
Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?
Das Projekt erreicht derzeit 108 NS-Überlebende, darunter 50 mobile und 58 nicht mobile Personen. Für die Sicherung der hohen Versorgungsqualität sind regelmäßige Weiterbildungen sowie der interne Austausch im Betreuungsteam zentral – insbesondere bei der gemeinsamen Betreuung einzelner Patient:innen. Der Besuch der Ambulanz ist zudem Teil von Studienfahrten, hier erhalten Teilnehmende Einblicke in die Arbeit der Einrichtung und in die Lebensrealitäten der Überlebenden.
Warum fördert die Stiftung gerade dieses Projekt?
Der Projektträger ist ein verlässlicher Kooperationspartner der Stiftung EVZ. Die Ambulanz, die „Pro Vita et Spe“ 1989 gemeinsam mit dem Maximilian-Kolbe-Werk gegründet hat, ist auf die Betreuung von Überlebenden der NS-Verfolgung spezialisiert und in dieser Form einzigartig in Polen. Der Träger verfügt über langjährige Erfahrung in der Betreuung von KZ- und Ghettoüberlebenden und beschäftigt speziell geschultes und sensibilisiertes Personal.
Projektträger: Stiftung „Pro Vita et Spe“
Förderzeitraum: 2024 (verlängert bis 2027)
Fördersumme: 95.000 Euro
Förderland: Polen
Webseite: www.provitaetspe.pl
Die Lebensqualität sowie der physische und psychische Gesundheitszustand von 130 Überlebenden wird verbessert. Die Öffentlichkeit – insbesondere Jugendliche – werden für die Belange von Überlebenden sensibilisiert.
Die Stiftung „Pro Vita et Spe“ betreibt seit den 1980er Jahren in Krakau eine medizinische Ambulanz für ehemalige KZ-Häftlinge und Kinder, die den Holocaust überlebt haben. Durch die Förderung wird die häusliche sowie stationäre medizinische und psychosoziale Betreuung der Überlebenden sichergestellt. Internationale Freiwillige besuchen die Überlebenden, unterstützen sie in Alltagsangelegenheiten und führen Zeitzeug:innengespräche mit ihnen.
Die gesundheitliche Situation vieler Überlebender der NS-Verfolgung hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert. Viele Menschen sind nicht mehr mobil und benötigen Unterstützung, die durch die staatliche Gesundheitsversorgung nicht gewährleistet werden kann. Die Stiftung „Pro Vita et Spe“ bietet mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Betreuung von KZ- und Ghettoüberlebenden eine gute häusliche Betreuung an.
Projektträgerin: Stiftung Pro Vita et spe
Förderzeitraum: Seit 2003
Förderland: Polen
Ziel des Projektes „The Guardians of Memory“ ist die Verbesserung der Lebensqualität und der gesellschaftlichen Teilhabe von 35 NS-Überlebenden sowie ihrer Familien.
Der Verband sozialer Organisationen der Region Ermland-Masuren (FOSa) organisiert individuelle Unterstützungsangebote: Im Rahmen von Nachbarschaftshilfen besuchen Ehrenamtliche die Überlebenden und helfen ihnen bei alltäglichen Angelegenheiten. Weitere Ehrenamtliche halten regelmäßigen telefonischen Kontakt zu ihnen. Die Überlebenden nehmen an gemeinsamen Treffen und Kulturangeboten teil.
Der Projektträger FOSa ist sehr gut vernetzt und verfügt über langjährige Erfahrung in der Altenhilfe. Darüber hinaus stärkt er lokale Opfervereine und sensibilisiert die Öffentlichkeit der Region für die besonderen Bedürfnisse von Opfern der NS-Verfolgung.
Projektträger: Federacja Organizacji Socjalnych Województwa Warmińsko – Mazurskiego FOSa (Verband sozialer Organisationen Ermland-Masuren)
Förderzeitraum: Seit 2012
Förderland: Polen
Website: Potrzebni.pl
Noch mobile und ans Haus gebundene NS-Verfolgte bekommen verschiedene, individuell angepasste Angebote, die ihre Lebensqualität verbessern. Die Begegnung untereinander und der Dialog mit nachfolgenden Generationen fördert ihre gesellschaftliche Teilhabe.
Die Prager Organisation Živá paměť hat Treffpunkte in verschiedenen tschechischen Städten aufgebaut: in Prag, Olomouc, Ostrava, České Budějovice und Ústí nad Labem. Dort nutzen ca. 150 noch mobile ehemalige Zwangsarbeiter:innen und andere NS-Verfolgte gemeinsame kulturelle, soziale sowie Beratungs- und Trainingsangebote. Etwa 50 wenig mobile NS-Verfolgte werden regelmäßig im häuslichen Umfeld individuell im Alltag unterstützt und z.B. zu Arztbesuchen begleitet. Junge Freiwillige helfen den oft alleinstehenden Menschen und holen sie aus ihrer Isolation. Dadurch erfahren ihre Lebensgeschichten eine späte aber für sie bedeutsame Anerkennung. Darüber hinaus können 290 besonders bedürftig Überlebende einen Betrag in Höhe von 100 Euro zur Abdeckung der wichtigsten Lebenshaltungskosten erhalten.
Živá paměť organisiert die Angebote professionell und passt sie laufend an die Bedürfnisse der alten Menschen an. Die Mitarbeiter:innen genießen durch jahrelangen Kontakt zu den NS-Verfolgten deren Vertrauen.
Projektträger: Živá paměť („Lebendige Erinnerung“)
Förderzeitraum: seit 2008
Förderland: Tschechien
Website: zivapamet.cz
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