LGBTIQ-Selbstorganisationen

LGBTIQ-Personen wurden schon im Nationalsozialismus verfolgt und sind noch heute in vielen Ländern Europas gesellschaftlicher Ausgrenzung, (struktureller) Diskriminierung und staatlichen Repressionen ausgesetzt. Deshalb engagiert sich die Stiftung EVZ schon seit vielen Jahren für die Gleichberechtigung von LGBTIQ -Personen und die Stärkung ihrer Rechte.

Die Rainbow Map von ILGA-Europe zeigt deutlich die Situation von LGBTIQ-Personen in Europa, die bis heute noch vielfach gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt sind. In der Zukunftsagenda hat sich die Stiftung EVZ für das Cluster Handeln gemeinsam mit Selbstorganisationen das Ziel gesetzt, „Allianzenbildung von LGBTIQ-Selbstorganisationen in Osteuropa mit der Mehrheitsgesellschaft für den Schutz vor Gewalt und Repression und zur Stärkung ihrer Rechte [zu] unterstützen“. Gerade in Zeiten häufiger und unvorhersehbarer Veränderungen ist es für LGBTIQ -Selbstorganisationen wichtig, sich auf eine langfristige Finanzierung, Möglichkeiten des Vernetzens sowie des Kapazitätsaufbaus und einen kompetenten Förderer verlassen zu können. Genau diese Ziele verfolgt die Stiftung EVZ gemeinsam mit ihren Partner:innen. 

Evelyne Paradis

In der derzeitigen Situation, in der LGBTI-Gemeinschaften zu Sündenböcken gemacht werden und LGBTI-Aktivist:innen und -Organisationen in der gesamten Region aktiv benachteiligt werden, ist die Möglichkeit, flexible und mehrjährige Förderungen bereitzustellen, von entscheidender Bedeutung, insbesondere in Ländern, in denen offizielle Angriffe auf LGBTI-Personen im breiteren Kontext des Demokratieabbaus und erstarkender autoritärer Regierungen stattfinden.
Evelyne Paradis
ehem. Geschäftsführung ILGA-Europe

Langfristiges Engagement für LGBTIQ

  • seit 2015

    fördert die Stiftung EVZ LGBTIQ-Selbstorganisationen

In unserer Zukunftsagenda haben wir außerdem das Ziel formuliert, uns für die gleichen Rechte aller Menschen und gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Schon seit 2015 engagiert sich die Stiftung EVZ verstärkt für die Gleichberechtigung von LGBTIQ-Personen und die Stärkung von LGBTIQ-Selbstorganisationen in Mittel- und Osteuropa. Während bis dahin LGBTIQ-Organisationen im Rahmen anderer Programme gefördert wurden, wurde 2015 in Kooperation mit Dreilinden gGmbH das Förderprogramm SOGIdarity - Gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität entwickelt und bis 2020 umgesetzt. In diesem Programm wurden besonders Kooperationsprojekte von LGBTIQ-Organisationen in Mittel- und Osteuropa mit lokalen Akteur:innen gefördert. Die letzten Projekte sind im Jahr 2022 ausgelaufen. Durch verschiedene Vernetzungsmöglichkeiten und Angebote zum Kapazitätsaufbau sowie durch die sehr enge Betreuung der Projekte durch die Stiftung, die dem Grundsatz des Förderns als Kooperation auf Augenhöhe folgte, war das Förderprogramm ein voller Erfolg. Dies hat eine Evaluation der geförderten Organisationen bestätigt. Als Good Practice-Beispiel erwähnt wurde SOGIdarity u.a. in der Zeitschrift Regenbogenphilanthropie des DIMR (S. 43-46), in der auch ein Interview zum Förderprogramm mit der damaligen Projektkoordination zu finden ist. 

Geförderte Projekte

  • Gender Stream

    Neustart in Zeiten des Kriegs

    Die Stabilisierung ihrer Arbeit für die Community, die Entwicklung einer neuen Strategie im Angesicht des andauernden Krieges und der Aufbau einer nachhaltigen Unterstützungsstruktur für LGBTIQ-Personen in Dnipro sind Ziele des Projekts. Außerdem tritt GenderStream für die Rechte von LGBTIQ-Personen ein und arbeitet dafür z.B. mit der ukrainischen Polizei zusammen.

  • Sphere

    Community Center in Charkiw und Stärkung des LGBTIQ-Aktivismus im Osten der Ukraine

    Der Schwerpunkt der Arbeit von Sphere liegt in der Unterstützung der LGBTIQ-Community in Charkiw und im Osten der Ukraine. Neben Aktivitäten der Teamentwicklung und psychologischer Unterstützung liegt ein Schwerpunkt des Projekts auf dem Wiederaufbau des Community Centers, das wegen des russischen Angriffskrieges geschlossen werden musste.

  • Insight

    Stärkung von LGBTIQ-Organisationen in der Ukraine

    Insight arbeitet neben der Stärkung Professionalisierung der eigenen Organisation in Kriegszeiten auch an der psychologischen Unterstützung von Mitarbeitenden und Freiwilligen. Die Bedarfe und die Situation der LGBTIQ-Community im Kriegszustand werden analysiert, um daran u.a. auch die eigene strategische Ausrichtung neu zu entwickeln.

Projektfinder

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Ansprechperson

Andreas Neidhart

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-52
E-Mail: neidhart@stiftung-evz.de