JUGEND erinnert international exchanges

Sie wollen jungen Menschen aus Europa einen Austausch ermöglichen? Sie gestalten Begegnungen so, dass sie junge Leute in ihrer Lebenswelt abholen? Sie möchten ihnen NS-Geschichte am authentischen Ort näherbringen, wo sie diese mit allen Sinnen wahrnehmen können? Sie finden es wichtig, dass junge Menschen Selbstwirksamkeit erfahren und in ihren Handlungskompetenzen gestärkt werden?

Zum Förderprogramm

Trotz wachsenden zeitlichen Abstands interessieren sich junge Menschen in Europa für die Geschichte des II. Weltkriegs, des Holocaust und des Nationalsozialismus. Online finden sie unzählige Informationen und Geschichten zu dieser Zeit, die oft emotional berühren und neugierig machen, die aber oft ganz anderes erzählen als in der formalen Bildung vermittelt wird. 

Wir fördern internationale Bildungsangebote, die junge Menschen in ihrer Lebenswelt abholen und ihnen ermöglichen - sich ihren Bedarfen entsprechend - verlässlich zu informieren und orientieren: ihre Fragen aufgreifen, emotional berühren, Wissen vermitteln, europäische Perspektiven öffnen, kritisches Urteilen ermöglichen - um sich im Heute politisch zu positionieren und zu engagieren. 

Wir sind überzeugt, dass historische Orte nationalsozialistischer Verbrechen in Europa ein besonderes Potential für solche Bildungsprojekte bieten:  als authentische und stumme Zeitzeugen können sie gleichwohl Geschichten erzählen, die berühren und zugleich faktisch gesichert sind. An ihnen kreuzen sich unterschiedliche nationale Perspektiven und konkrete (Lebens-)Geschichten, die es zu erfahren lohnt. Sie sind ein Feld für forschendes Lernen und fragen mit der Eindringlichkeit der geschehenen Verbrechen nach den Folgen für junge Europäer:innen im 21. Jahrhundert.   

Wir wappnen junge Menschen gegen Geschichtsverzerrung, Menschenfeindlichkeit und Verschwörungsmythen on- und offline. 

Wir stärken europäischen Zusammenhalt durch Austausch mit Gleichaltrigen. 

Wir ermutigen sie, selbst Gestalter:innen kritischer Erinnerungskulturen und demokratischer Gesellschaften zu werden. 

Die Förderlinie exchanges

Internationale Begegnungen zwischen jungen Menschen an Orten der NS-Verfolgung fördern Verständigungsprozesse, Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenzen. Mit der Förderlinie exchanges fördern wir bi- und multilaterale Austauschprojekte für 18–35-jährige junge Menschen aus Deutschland, Europa und Israel. 

Wir möchten mit dieser Ausschreibung insbesondere junge Menschen erreichen, die kürzlich ins Berufsleben gestartet sind (Young Professionals) und Nicht-Akademiker:innen in Ausbildung. Denn je früher junge Menschen ins Berufsleben einsteigen, desto weniger Berührung haben sie mit Bildungsangeboten speziell zur NS-Geschichte. 

Auch möchten wir Nachfahren und Angehörige von Verfolgtengruppen des NS ansprechen, da für sie ein internationaler Austausch identitätsstiftend und empowernd wirken kann. 

Was fördern wir?

  • Internationale Austauschprojekte an historischen Orten der NS-Verfolgung und Vernichtung (z. B. Begegnungen und Seminare, Summer Schools, Workcamps, Studienfahrten).
  • Internationale Kooperationen von mindestens zwei und maximal vier Trägern, die gleichberechtigt und partnerschaftlich konzipiert und umgesetzt werden. Mindestens ein deutscher Partner muss am Projekt beteiligt sein.
  • Pädagogische Zugänge, die aktivieren, Selbstwirksamkeit und Kreativität stärken und lebensweltliche Bezüge zur Gegenwart herstellen.
  • Austauschprojekte, die Raum für Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Geschichtsnarrativen aber auch aktueller Erinnerungspolitik in den Ländern Europas und Israel bieten 
  • Ansätze, die die Zielgruppe partizipativ involvieren und das Programm teilnehmendenorientiert und co-kreativ gestalten.
  • Ideen, die sich an heterogene Zielgruppen richten und insbesondere Young Professionals, Nicht-Akademiker:innen, sowie Angehörige und Nachfahren von Verfolgtengruppen.

Formale Hinweise zu Antragstellung

  • Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen und Institutionen in öffentlicher oder privater Trägerschaft aus allen europäischen Ländern und Israel, die in der formalen und non-formalen Bildung aktiv sind und über Erfahrungen in der Arbeit zur Geschichte des Nationalsozialismus und/oder der internationalen Jugendarbeit verfügen.
  • Im Kosten- und Finanzierungsplan muss sich der Charakter der Kooperation mehrerer Partner:innen widerspiegeln. 
  • Die Projektlaufzeit beträgt bis zu 9 Monate mit frühestem Beginn ab 01.10.2026. Die Projektlaufzeit endet spätestens am 30.06.2027.
  • Die Fördersumme beträgt maximal 60.000 EUR. Die Kostenkalkulation muss nach Haushaltsjahren erfolgen. Bitte planen Sie mindestens 20 Prozent der bei der Stiftung beantragten Mittel im Haushaltsjahr 2026 ein. Eine Übertragung der Mittel in ein anderes Haushaltsjahr ist nicht möglich. 
  • Wir fördern Sach- und Personalkosten. Es sollte die Möglichkeit geprüft werden, inwieweit Eigen- und Drittmittel eingebracht werden können.
  • Träger, die bisher noch keine oder wenig Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung von internationalen Austauschprojekten gemacht haben, ermuntern wir ausdrücklich, einen Projektantrag einzureichen. Wir unterstützen Sie gerne bei der weiteren Planung, wenn Ihr Projekt von der Jury für eine Förderung ausgewählt wird.
  • Die Austauschprojekte können hybrid oder analog stattfinden. Eine Kombination aus digitalen, hybriden oder analogen Formaten begrüßen wir ausdrücklich.
  • Die Projekte beinhalten mindestens eine Begegnung à 4 Tage, An- und Abreise zählen als halbe Tage. Rückbegegnungen im Projektverlauf sind ausdrücklich erwünscht.
  • Die Mindestteilnehmendenzahl beträgt insgesamt 12 Personen.
  • Innerhalb des Förderprogramms JUGEND erinnert international wird es englischsprachige Veranstaltungen zur Qualifizierung und Vernetzung geben, zu deren Teilnahme wir alle beteiligten Partner aller geförderten Projekte einladen. Bitte planen Sie bei der Projektplanung drei Stunden auch bei den Kooperationspartnern ein. Zusätzlich planen wir ein voraussichtlich viertägiges Vernetzungstreffen an einem historischen Ort der NS-Verfolgung. Wir laden alle Projekte ein, sich um eine Teilnahme zu bewerben.

Was fördern wir nicht?

  • Projekte ohne Bezug zu einem historischen Ort der NS-Geschichte 
  • Projekte ohne einen deutschen Partner
  • Projekte, die bereits begonnen haben
  • Kommerzielle Projekte
  • Projekte, bei denen die Teilnehmenden nur aus einem Land kommen
  • Projektideen, die bereits eine Förderzusage einer anderen Bundesinstitution erhalten haben
  • Begegnungen, die keine Projektarbeit vorsehen (wie Besuchsprogramme, Vorlesungsbesuche, Kongresse, Hilfstransporte, humanitäre Hilfe)

Antragsverfahren

Einreichungsfrist: Sonntag, 05. Juli 2026

Die Einreichung des Antrags ist ausschließlich über das digitale Antragsformular möglich!

Voraussichtlich Ende August/ Anfang September 2026 informieren wir alle Antragsteller:innen über die finale Förderentscheidung der externen Jury.

Der Projektbeginn ist ab frühestens dem 01.10.2026.

Das Förderprogramm JUGEND erinnert international wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

Gefördert durch

Das Programm JUGEND erinnert international der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft wird durch das Auswärtige Amt finanziert. Mit ihm will die Stiftung junge Menschen aus Europa motivieren, sich mit den NS-Verbrechen und ihren Auswirkungen in die Gegenwart zu beschäftigen. Sie sollen sich gemeinsam Kompetenzen aneignen, um verschiedene Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart erkennen und verstehen zu können. Sie werden befähigt Verfälschung und Instrumentalisierung von Geschichte zu erkennen, sich dagegen zu positionieren und sich aktiv für ein demokratisches Miteinander und Frieden in Europa einzusetzen.

Dieses Ziel wird über die Förderung von innovativen und multiperspektivischen Ansätzen in internationalen Austauschprojekten für junge Menschen, Maßnahmen zur zeitgemäßen Neuausrichtung von Lernangeboten an Gedenkorten sowie der Stärkung eines internationalen, interdisziplinären Netzwerks von Praktiker:innen der historisch-politischen Bildungsarbeit mit jungen Menschen erreicht.

FAQ

Kontaktpersonen

Nadine Metzner

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-93
E-Mail: metzner@stiftung-evz.de

Helge Theil

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-60
E-Mail: theil@stiftung-evz.de