Engagement für Überlebende von NS-Verfolgung in Deutschland und Israel

Im Programm werden Überlebende von nationalsozialistischer Verfolgung dabei unterstützt, psychisch, physisch und sozial stabil in Würde altern zu können. Sie nehmen am gesellschaftlichen Leben teil und werden vor Vereinsamung geschützt.

Die Projekte würdigen die Überlebenden, ihre Biografien, Lebensleistungen und ihren heutigen Beitrag in den Gesellschaften. Die Strukturen und Kapazitäten zivilgesellschaftlicher Organisationen werden ausgebaut. Auf diese Weise können die Organisationen den sich verändernden Bedürfnissen der hochbetagten Überlebenden gerecht werden und die Nachkommen der Überlebenden und Ehrenamtlichen in ihrem gesellschaftlichen Engagement stärken.

Pilotprojekt: Wie zivilgesellschaftliche Bündnisse Überlebende stärken können

Zusätzlich fördert die Stiftung bis 2023 als Pilotvorhaben drei Bündnisse in Berlin, Heidelberg und Nürnberg: für ein breiteres Engagement für Überlebende von NS-Verfolgung in der lokalen Zivilgesellschaft. Die Bündnisse sollen in der lokalen Öffentlichkeit sichtbar werden. Nach zwei Jahren werden ihre Ergebnisse so aufbereitet, dass sie auf andere Regionen übertragen und genutzt werden können.
 

Berliner Bündnis: psychosoziale Begleitung

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?

Die Bedürfnisse von Überlebenden von NS-Verfolgung ändern sich, wenn sie älter und immobiler werden. Angehörige und neue Gruppen von Ehrenamtlichen werden entsprechend qualifiziert und in der Arbeit mit Supervision begleitet. Vorhandene Angebote in Berlin und Umgebung sollen systematisiert und Lücken herausgearbeitet werden. Ziel ist es, eine Webseite auf Deutsch mit Informationen zu Angeboten anzubieten. Teile sollen ins Russische übersetzt werden. 

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?

Im Bündnis kooperieren drei Partner. Club Dialog kümmert sich um russischsprachige Überlebende. Der Verein Amcha bringt seine Expertise in der Qualifizierung von Mitarbeitenden ein, auch zur Bewältigung von Traumata. Kom:zen, ein Kompetenzzentrum für Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe, und die Jüdische Gemeinde vervollständigen das Angebot.

Warum fördert die Stiftung EVZ gerade dieses Projekt?

Es handelt sich um ein Vernetzungsbündnis von sich ergänzenden Akteur:innen mit viel Erfahrung in der psychosozialen Begleitung von Überlebenden. Gemeinsam sollen Leerstellen identifiziert und an die lokale Politik und Gesellschaft adressiert werden.

Projektträgerin: Club Dialog e.V.
Förderzeitraum: 2021-2023
Fördersumme: 69.941 Euro
Förderland: Deutschland 
Website: www.club-dialog.de/buqua-lokale-buendnisse-fuer-ueberlebende

Beratungszentren für Holocaust-Überlebende in Israel

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?

Holocaust-Überlebende leben teilweise unter prekären Bedingungen. Das Projekt verbessert ihre Lebensumstände und ihre gesellschaftliche Teilhabe.

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?

Die Organisation Aviv for Holocaust Survivors betreibt vier Beratungszentren in Jerusalem, Holon und Bat Yam. Rund 1.800 Holocaust-Überlebende und ihre Angehörigen können sich individuell von Jurist:innen und Ehrenamtlichen beraten lassen. Zudem gibt es für Sorgen und Nöte eine 24h-Telefon-Hotline. Informationsveranstaltungen und Fortbildungen für 150 Fachkräfte der Altenhilfe runden das Angebot ab.

Warum fördert die Stiftung EVZ gerade dieses Projekt?

Aviv informiert Holocaust-Überlebende, stellt Anträge für sie und setzt ihre Rechte durch. Häufig sind die Antragstellenden aus sprachlichen Gründen schlecht informiert. Hinzu kommt die unübersichtliche, sich häufig ändernde Rechtslage. Die Organisation bietet diesen Service kostenfrei an. Ein weiteres Ziel ist es, durch Kooperationen neue Begünstigte zu identifizieren und zu unterstützen.

Projektträger: Aviv for Holocaust Survivors
Förderzeitraum: 2020-2022
Fördersumme: 80.864 Euro
Förderland:  Israel
Website: www.avivshoa.co.il

Psychosoziales Zentrum mit Therapie- und Beratungsangeboten

Was möchte die Stiftung EVZ mit dem Projekt bewirken?

Die Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) bietet seit 2004 im Frankfurter Treffpunkt für Shoah-Überlebende niedrigschwelligen Zugang zu individuellen Hilfsangeboten. Regelmäßige Café-Nachmittage, Gruppenaktivitäten, therapeutische Angebote und Ausflüge ermöglichen den Kontakt zu Menschen mit ähnlichen Lebenserfahrungen und den Austausch mit professionell geschulten Fachkräften. 

Wer macht mit und wen erreicht das Projekt?

Der Treffpunkt ist ein geschützter Raum, in dem soziale Teilhabe für traumatisierte Shoah-Überlebende ermöglicht und dadurch ihre Lebensqualität verbessert wird. Ehrenamtliche, oft Angehörige der zweiten oder dritten Generation, begleiten die Angebote. Während der Pandemie wurde die Arbeit auf vielfältige individuelle Angebote umgestellt wie z.B.  von Gemeindemitgliedern  gekochtes Essen. Dieses wurde den Überlebenden nach Hause gebracht, um den Kontakt zu ihnen aufrecht zu erhalten.

Warum fördert die Stiftung EVZ gerade dieses Projekt?

In den vielen Jahren, in denen der Treffpunkt existiert, sind die Besucher:innen deutlich diverser geworden. Neben hochbetagten Überlebenden nutzen zunehmend so genannte Child Survivor und Nachkommen die Angebote. Das Projektteam der ZWST evaluiert und entwickelt die Angebote laufend weiter. So entstand ein generationenübergreifendes Zeitzeug:innentheater, dessen Entstehungsprozess im Dokumentarfilm „Jetzt“ zu sehen ist. Die ZWST pflegt den Austausch zwischen Praxis und Forschung, z.B. mit wissenschaftlichen Instituten sowie Trauma-Expert:innen in Deutschland und international. 

Projektträgerin: Die Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST)
Förderzeitraum: 2020-2022
Fördersumme: 140.000 Euro
Förderland: Deutschland

Website: zwst.org/de/angebote/ueberlebende-der-shoah/treffpunkte

Projektfinder

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Ansprechpersonen

Stephanie Bock

Projektkoordination

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-66
E-Mail: bocks@stiftung-evz.de

Christa Meyer-Prochnow

derzeit im Sabatical

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