Zweite Phase

Die Bildungsagenda NS-Unrecht ist ein mehrjähriges Förderprogramm. In der ersten Phase im Jahr 2021 wurden 17 Projekte von bundesweiter Bedeutung und mit europäischer Dimension gestartet.

Die Förderungen erfolgen in den vier Themenschwerpunkten „Bilden in kulturellen Räumen“, „Bilden in digitalen Lernräumen“, „Transfer“ und „Europa“.

Aktuell laufen folgende Ausschreibungen:

Bilden in kulturellen Räumen

Künstlerische Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-„Euthanasie“

An die NS-„Euthanasie“-Morde an Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie psychisch Kranken wird an vielen Orten bis heute wenig oder gar nicht sichtbar erinnert. Eine öffentliche Auseinandersetzung mit dieser Form des NS-Unrechts hat vielerorts erst in den letzten Jahren begonnen. Mit bundesweit angelegten, aber dezentral an verschiedenen historischen Orten durchgeführten Projekten möchten wir künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum fördern, die an die Opfer der NS-„Euthanasie“ erinnern und zugleich historische Fakten vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf zeitgemäßen künstlerischen Ausdrucksformen wie zum Beispiel Street Art, mit der in besonderer Weise junge Menschen sowohl als Akteur:innen als auch als Partizipierende der Projekte angesprochen werden können.

Einreichungsfrist für Antragsskizzen: 23.06.2022, 12:00 Uhr

Ausschreibung
Skizzenformular

 

Kunstprojekte zum musikalischen Erbe der Opfer und Verfolgten des NS-Unrechts

Wir möchten mit dieser Ausschreibung im Förderschwerpunkt „Bilden in kulturellen Räumen“ junge Menschen einladen, sich mit den vielen Möglichkeiten künstlerischer Auseinandersetzung die musikalische Dimension der Erinnerung an die Verfolgten und Opfer des NS-Unrechts zu erschließen. Wir fördern Projekte, die an verfolgte Musiker:innen und Kreative erinnern, deren Kompositionen und Texte die Zeit des Nationalsozialismus thematisieren, oder Bezüge zu ihnen herstellen. Die Projekte können hierbei so vielfältig sein wie das musikalische Erbe der Opfer und Verfolgten des NS-Unrechts. Musical, Musikfestivals, Konzerte oder ein Rap – vieles ist möglich.   

Einreichungsfrist für Antragsskizzen: 23.06.2022, 12:00 Uhr

Ausschreibung
Skizzenformular

 

Bilden in digitalen Lernräumen

Partizipative und interaktive Mapping-Projekte

Landkarten sind Wissensspeicher, Orientierungshilfen und Kommunikationsmittel. Die digitale Transformation erweitert diese Möglichkeiten um ein Vielfaches. So entstehen neue Möglichkeiten für Wissensvermittlung und Bildung. Wir möchten partizipative und interaktive historische Mapping-Projekte zur historisch-politischen Bildung fördern, die das NS-Unrecht thematisieren und in denen Historiker:innen, Citizen Scientists, Schüler:innen, Journalist:innen und Archivar:innen zusammenarbeiten.

Einreichungsfrist für Antragsskizzen: 23.06.2022, 12:00 Uhr

Ausschreibung
Skizzenformular


Ankündigung: Games und Erinnerung an den Nationalsozialismus

In der MEMO-Studie IV gaben 67,2 % der Befragten an, sich „überhaupt nicht gern“ über ein Computerspiel zur NS-Zeit mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Andererseits sind Spiele, die den Zweiten Weltkrieg zum Thema haben oder ihn gar verherrlichen, nach wie vor beliebt. Das Themenfeld „Games und Erinnerung an den Nationalsozialismus“ bleibt kontrovers. Die Positionen hierzu sind sehr unterschiedlich und auch von der Unsicherheit geprägt, wie mit vorhandenen Angeboten umzugehen ist, welche als seriös gelten können und ob sie in Bildungsangebote integriert werden können. Wir wollen im Laufe der zweiten Förderphase eine Plattform zum Austausch über dieses Themen aufbauen. Auch mit der Möglichkeit, Erfahrungen und Kompetenzen in diesem Feld auszutauschen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie demnächst hier. Möchten Sie, dass wir Sie über den weiteren Prozess informieren? Dann schreiben Sie uns an: .

 

Transfer

Ankündigung: Stärkung von Selbstorganisationen

Selbstorganisationen der Nachfahren der NS-Opfer oder von während der NS-Zeit verfolgten Gruppen wie der Sinti:ze und Rom:nja sind zentrale Akteure für gesellschaftlichen Wandel. Sie wirken als Sprachrohr der Minderheit, setzten Impulse für rassismuskritische Bildung und bringen die Perspektiven dieser Gruppen in Deutschland ein. In ihrer Arbeit sehen sie sich jedoch mit Rassismus sowie Herausforderungen und Barrieren in der Ausübung ihrer Funktion konfrontiert.

Wie können die Selbstorganisationen in ihrer Arbeit und in ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz gestärkt werden? Im Rahmen eines gemeinsamen, strukturierten Dialogs möchten wir zum Beginn der zweiten Förderphase hier Förderbedarfe und Fördermöglichkeiten diskutieren, um nachfolgende Ausschreibungen bestmöglich am Bedarf der Akteurslandschaft auszurichten.

Weitere Informationen hierzu finden Sie demnächst hier. Möchten Sie, dass wir Sie über den weiteren Prozess informieren? Dann schreiben Sie uns an: .

 

Sie wünschen weitere Informationen zum Förderprogramm Bildungsagenda NS-Unrecht oder benötigen Beratung? Bitte achten Sie auf unsere Beratungsangebote über Social Media oder fragen Sie uns direkt unter.

Bei direkten Fragen zu den jeweiligen Ausschreibungen finden Sie einen Kontakt in der jeweiligen Ausschreibung. Auch hier bieten wir Ihnen Beratungen an, die Termine hierfür finden Sie ebenfalls direkt in den Ausschreibungen.

Voraussichtlich im Herbst 2022 werden weitere Ausschreibungen folgen. 

Wir freuen uns auf Ihre Projektanträge!
 

Was fördern wir in der Bildungsagenda?

Wir fördern Projekte in den Förderschwerpunkten: 

  • „Bilden in kulturellen Räumen“,
  • „Bilden in digitalen Lernräumen“, 
  • „Transfer“,
  • „Europa“. 

In den Förderschwerpunkten werden einzelne, thematisch-, regional- oder zielgruppenfokussierte Ausschreibungen veröffentlicht. 

 

Projekte:

  • die noch nicht begonnen wurden,
  • die zeitlich begrenzt sind,
  • deren Gesamtfinanzierung gesichert ist.

Bisher geförderte Projekte finden Sie hier.
 

Was fördern wir nicht?

  • Projekte, die inhaltlich keine Überschneidung mit den Förderschwerpunkten haben,
  • kommerzielle Projekte,
  • Projekte, die ausschließlich auf eine Publikation ausgerichtet sind (Druckkosten-Förderung),
  • Baumaßnahmen (wie zum Beispiel das Aufstellen von Gedenktafeln oder Stolpersteinen) oder Renovierungen.

Wie wird über eine Förderung entschieden?

Die Entscheidung über eine Förderung trifft der Beirat der Bildungsagenda.

Das Votum des Beirats wird dem Kuratorium der Stiftung EVZ zur Zustimmung vorgelegt. 

Der Beirat besteht aus 8 Mitgliedern. Dies ist die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung EVZ, ein durch das Bundesministerium der Finanzen benanntes Mitglied sowie sechs durch das Kuratorium der Stiftung EVZ benannte Mitglieder.

Wo veröffentlichen wir Ausschreibungen?

Ausschreibungen veröffentlichen wir auf unserer Webseite, sowie auf unseren Social Media-Kanälen.

Gibt es regionale Schwerpunkte?

Ja. Die Ausschreibungen in den Förderschwerpunkten „Bilden in kulturellen Räumen, „Bilden in digitalen Lernräumen“, „Transfer“ richten sich an Organisationen in Deutschland. Die Projekte können auch ausschließlich in Deutschland stattfinden. In Ausnahmefällen können Kooperationen mit Projektpartnern aus anderen Ländern geschlossen werden. Dies ist in den einzelnen Ausschreibungen vermerkt. 

Die Ausschreibungen im Förderschwerpunkt Europa richten sich an Organisationen in den Ländern des Europarates und Israel, wobei mindestens ein Partner aus Deutschland kommen muss. 

Wer kann wie einen Antrag stellen?

Einen Antrag stellen können nur juristische Personen, zum Beispiel eingetragene Vereine. Einzelpersonen sind ausgeschlossen.

In welcher Sprache stellen Sie den Antrag?

Die Anträge können in Deutsch oder Englisch gestellt werden. Auch Berichte können auf Englisch eingereicht werden. Offizielle Dokumente wie Bewilligungsbescheide werden in deutscher Sprache ausgestellt. Wenn gewünscht kann eine englische Übersetzung übersandt werden. Vorlagen, wie zum Beispiel für die Berichterstattung, können in englischer Sprache zur Verfügung gestellt werden.

Müssen die Antragsstellenden eigene Gelder in das Projekt einbringen?

Das Einbringen von eigenen Geldern ist erwünscht, aber nicht zwingend notwendig.

In welcher Währung stellen Sie den Kostenplan auf?

Bitte berechnen Sie den Kostenplan in Euro. Auch wenn das Projekt in anderen Währungen umgesetzt wird, benötigen wir den Kostenplan in Euro.

Welche Kosten werden gefördert?

Gefördert werden können Personal- und Sachkosten sowie bis zu 10% Verwaltungskosten. Die Kosten müssen im Antrag in einzelne Posten aufgeschlüsselt werden. In einzelnen Programmen können auch Stipendien und Regranting finanziert werden.  Dies ist in den einzelnen Ausschreibungen vermerkt.  Es können Kosten sowohl bei der antragstellenden Organisation als auch bei beteiligten Partnerorganisationen gefördert werden. Die Verteilung der Mittel zwischen den Partnerorganisationen sollte der Verteilung der Aufgaben im Projekt angemessen sein. 

Gibt es eine minimale oder maximale Fördersumme?

Die Mindestantragssumme beträgt 250.000 Euro. Eine maximale Antragssumme ist nicht definiert. Bei der Kalkulation sollten Erfahrungsgrad und Kapazitäten der antragstellenden Organisation und der Kooperationspartner:innen berücksichtigt werden.

Gibt es besondere Voraussetzungen für die Förderung in der Bildungsagenda?

In der Bildungsagenda fördert die Stiftung EVZ mit Mitteln des Bundesfinanzministeriums. Die Bewirtschaftung dieser Mittel obliegt anderen Regularien als in anderen Programmen der Stiftung. Die Verwendung der Fördermittel muss nach den Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) erfolgen. Erfahrungen mit dieser Form der Förderung seitens der Antragstellenden ist hier von Vorteil. 

Wie berichten Sie an die Stiftung?

Geförderte Projekte müssen je nach Projektdauer in Form von Zwischenverwendungs- und Schlussverwendungsnachweisen an die Stiftung berichten. Die Verwendungsnachweise bestehen aus einem Sach- und einem Finanzbericht. Sie bekommen hierfür mit der Projektbewilligung Vorlagen und Erläuterungen zum Ausfüllen zugeschickt.

Wer beantwortet Ihre weiteren Fragen?

Bei allgemeinen weiteren Fragen schreiben Sie uns unter , bei Fragen zu einzelnen Ausschreibungen wenden Sie sich bitte an die in der Ausschreibung angegebene Kontaktadresse.