Welche Stimme haben wir?

Im Projekt „Welche Stimme haben wir?“ haben Angehörige von NS-Verfolgten gemeinsam mit dem Team der KZ-Gedenkstätte Neuengamme eine Online-Ausstellung und eine digitale Karte erarbeitet. Die Nachkomm:innen geben darin persönliche Einblicke in das Leben und die Verfolgung ihrer Angehörigen. Ergänzend stehen Bildungsmaterialien für die Arbeit mit Schüler:innen ab Jahrgangsstufe 9 zum Download bereit.

Diese Online-Ausstellung und die dazugehörige digitale Karte sind während des Projekts „Welche Stimme haben wir?“ entstanden, das von 2024 bis 2025 stattfand. Am Projekt nahmen zehn Personen teil, deren Angehörige im Nationalsozialismus aus unterschiedlichen Motiven verfolgt und teilweise ermordet wurden. Einige haben ihre Angehörigen noch selbst kennengelernt, andere haben durch Familienmitglieder vom Schicksal ihrer Angehörigen erfahren, wieder andere sind zufällig auf die Verfolgung ihrer Verwandten gestoßen. Gemeinsam ist allen Projektteilnehmenden, dass ihre Angehörigen an Orten verfolgt oder ermordet wurden, die heute zur Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen gehören. 

Gemeinsam haben sich die Projektteilnehmenden dazu entschieden, die Lebens- und Verfolgungsorte ihrer Verwandten auf einer digitalen Karte sichtbar zu machen. Dort geben die Projektteilnehmenden persönliche Einblicke in das Leben und die Verfolgung ihrer Angehörigen. Sie erzählen, wie sie vom Schicksal ihrer Angehörigen erfahren haben und welche Auswirkungen dies auf ihr eigenes Leben hat. 

Aus den Erfahrungen der Workshops und den Gesprächen mit den Nachkomm:innen entwickelte das Projektteam Bildungsmaterialien. Diese richten sich an Lehrkräfte sowie Multiplikator:innen der außerschulischen Bildungsarbeit und eignen sich für die Arbeit mit Schüler:innen ab Jahrgangsstufe 9. Die Materialien stehen ab Januar 2026 digital zur Verfügung.

Kooperationspartner

KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, eine Einrichtung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte, erinnert am historischen Ort an die über 100.000 Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges Häftlinge des größten Konzentrationslagers in Nordwestdeutschland waren. Die KZ-Gedenkstatte Neuengamme ist ein Gedenk- und Lernort von internationaler Bedeutung, in dem sich Menschen mit Fragen der Geschichte und der Gegenwart auseinandersetzen können.

AMCHA Deutschland e.V.
Amcha wurde 1987 von Holocaust-Überlebenden in Israel gegründet. Die Organisation bietet psychosoziale Unterstützung für NS-Überlebende und ihre Angehörigen. AMCHA Deutschland e.V. unterstützt seit 1988 AMCHA Israel sowie die öffentliche und fachliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust und anderen kollektiven Gewalterfahrungen. Der Verein setzt sich ein für die Anerkennung des Schicksals der NS-Verfolgten, bietet Betroffenen eine Gemeinschaft und berät und vernetzt Akteur:innen in diesen Themenfeldern. 

Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.
Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. konnte seit seiner Gründung vor mehr als 30 Jahren mehr als 50.000 Überlebende und Nachkommen des Nazi-Terrors bei der Anerkennung und Durchsetzung ihrer Rechte auf Entschädigung unterstützen. Mit Förderung des Landes NRW bietet der gemeinnützige Verein mit 13 Mitarbeiter:innen und über 35 Freiwilligen ein dauerhaftes Informations- und Beratungsangebot für NS-Verfolgte aus diesem Bundesland.

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Die Gedenkstätte Sachsenhausen wird jährlich von mehr als 500.000 Menschen aus dem In- und Ausland besucht. Im Rahmen zahlreicher Bildungsformate wird den Besucher:innen die Geschichte des Konzentrationslagers, des Sowjetischen Speziallagers und der Gedenkstätte erläutert. Die Gedenkstätte bietet neben Führungen auch Studientage, Seminare und internationale Jugendbegegnungen zu den genannten Themen an.

Datenblatt

Kooperationspartner: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, AMCHA Deutschland, Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Förderland: Deutschland
Laufzeit: 01.10.2023 bis 30.09.2025

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