Kontinuitäten von Anti-Schwarzen-Rassismus vor, während und nach dem Nationalsozialismus. Eine partizipative Erinnerungsintervention

Anti-Schwarzen-Rassismus ist kein neues Phänomen unserer gegenwärtigen Gesellschaft, was sich besonders anhand von weitreichenden historisch transformierten Kontinuitätslinien erkennen lässt. Diese Kontinuitäten und Verflechtungen will das Projekt durch facettenreiche Arten der perspektivischen Betrachtung identifizieren und herausarbeiten. Dazu wird exemplarisch an und mit Biografien von Schwarzen Menschen, wie der von Hagar Martin Brown, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden, gearbeitet.

Ziel des Projektes ist zunächst die klare Herausstellung und Beleuchtung der sich historisch und gegenwärtig transformierenden Kontinuitätslinien, die eine aktiv partizipatorische Erinnerungsintervention erfordern. Diese soll in Form einer interaktiven und wissenschaftlich begleiteten Social Media Kampagne, der Entwicklung einer multiperspektivischen und multifunktionalen Lernwebsite sowie mehreren zielorientierten und didaktisch aufbereiteten Workshops für Multiplikator:innen erfolgen.

Besondere Handlungsanforderungen und Chancen des Projektes
Aufgrund der hohen Interdisziplinarität und Kooperation mit Expert:innen im aktivistischen und zivilgesellschaftlichen Umfeld ergeben sich weitreichende wissenschaftliche sowie didaktische Synergien und multiperspektivische Einblicke. Durch die weite Streuung der partizipatorischen Erinnerungsarbeit auf Social Media, der erstellten Lernwebsite sowie durch partizipatorische Workshops verschränken sich die Ebenen von Lernenden und Multiplikator:innen, wodurch auch Menschen mit wenigen Berührungspunkten zu ASR oder NS-Unrecht adressiert werden sollen. Außerdem können mithilfe der gleichzeitig stattfindenden Social Media Analyse wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verknüpfung von digitaler historisch-politischer Bildung und ASR im Bereich Verflechtungsgeschichte gewonnen werden, die die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Debatten bereichern werden.

Durch die langjährigen Erfahrungen im Bereich von antisemitismuskritischer Arbeit und Holocaust Education am Institut von Professorin Brüning kann das Projekt fachlich sensible und vermittlungspraktisch relevante Überlegungen zum Verhältnis von marginalisierten Erinnerungen im Kontext derzeit diskutierter Gedenkstättenkonzeptionen und multidirektionaler Erweiterungen des kulturellen Gedächtnisses anstellen. 

Die Interdisziplinarität des Unterfangens lässt sich auch bei den am Projekt beteiligten Personen feststellen: Jasmin Blunt ist Studienrätin, Germanistin und Anglistin und war bereits lange vor Projektstart im aktivistischen Kontext von ASR aktiv. Sie ist nun für die Entwicklung des didaktischen Lernmaterials verantwortlich. Dabei arbeitet sie eng zusammen mit Clara Wahl, die als Historikerin Expertin im Bereich multidirektionaler Erinnerung ist und die Koordination des Projekts verantwortet. Des Weiteren wird das Projekt von Andreas Raddau als technischem Experten zur Erstellung der Lernwebsite sowie zahlreichen studentischen Hilfskräften (Joscha Jennewein, Celine Kaddatz, Hugo Holmes, Sebastian Gebauer) unterschiedlichster Expertisen sowie einer Verwaltungsfachkraft (Ayse Adem) unterstützt.

Datenblatt

Kooperationspartner: Didaktik der Geschichte der Philipps-Universität Marburg, Didaktik der Politischen Bildung der Philipps-Universität Marburg, KZ-Gedenkstätten im Gebiet der Bundesrepublik, The African Network of Germany (TANG e.V.), Black History in BW, ISD Bund, EOTO, Being Black Down South
Förderland: Deutschland
Laufzeit: 01.06.2024 bis 31.12.2025

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