© Thomas Dashuber
Das Jewish Chamber Orchestra Munich erforschte, wie das sephardische Judentum seine Traditionen über Jahrhunderte bewahren konnte, und wie dieses Erbe in der Shoah innerhalb weniger Monate beinahe ausgelöscht wurde.
Internationales Orchesterprojekt
Es entstehen zwei Aufführungen: Eine mit Kindern und Jugendlichen in München, die im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele zur Aufführung kommt, sowie ein Orchesterabend unter dem Titel “Die Schlüssel von Toledo”, der bei Schul- und Abendvorstellungen in Hannover, Lübeck, Hamburg, München, Madrid und Thessaloniki gezeigt werden wird. Bei diesen Aufführungen wird die sephardische Musikerfamilie Esim aus Istanbul und die sephardische Schauspielerin Alexandra Chatzopoulou-Saia, Nachfahrin von Shoa-Überlebenden aus Thessaloniki, mit dem Orchester auf die Bühne treten. Die Komposition (Musik: Evgeni Orkin, Text: Martin Valdés-Stauber) streift durch die Geschichte des sephardischen Judentums und lässt dessen Musik in hellen Farben neu erklingen.
Historisch-politische Bildungsarbeit
Die Erinnerung an das NS-Unrecht findet immer wieder neu ihren Klang, wenn die Musik derer gespielt wird, die verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Die Aufführungen verstehen sich als Kunsterlebnis, das emotionales Erleben und Wissensvermittlung zusammenführt. Zudem werden alle Vorstellungen gerahmt durch ein lokales Vermittlungsprogramm (vor- und nachbereitende Workshops mit Jugendlichen sowie Kooperationen mit Schulen, denen Unterrichtsmaterial in der Landessprache zur Verfügung gestellt wird).
Jewish Chamber Orchestra
Das “Jewish Chamber Orchestra Munich” wurde 2005 gegründet unter der künstlerischen Leitung von Daniel Grossmann. Es versteht sich als zeitgenössische jüdische Stimme, ist international auf vielfältigen Konzertbühnen präsent und geht mit immer neuen internationalen Allianzen und Formaten ungewöhnliche Wege, um jüdische Gegenwartskultur lebendig und für jede:n hör-, erleb- und sichtbar zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen.
Kooperationspartner: u.a. Jüdische Gemeinde Thessaloniki, Thessaloniki Concert Hall, Dimitria Festival Thessaloniki, Esim Ensemble Istanbul, Schauspiel Hannover, Musikhochschule Lübeck, Thalia Theater, Münchner Kammerspiele, Instituto Cervantes, Königlich Spanische Akademie für Sprache, Centro Sefarad Madrid, Geothe-Institute Thessaloniki und Madrid, Künstlerisches Forschungsfeld “Erinnerung als Arbeit an der Gegenwart"
Förderländer: Griechenland, Spanien und Deutschland
Laufzeit: 01.04.2024 bis 31.12.2025
Website: jcom.de
