© Laura Windheuser und Tessa Ahlers
Am Beispiel der NS-‚Euthanasie‘ die Entmenschlichung im Nationalsozialismus nachvollziehbar zu machen, war das Ziel des kulturpädagogischen Projektes „Grafeneck – Münster / 1940 – heute“. Es erprobte einen Ansatz, der Erfahrungsräume und Reflexionsmöglichkeiten schuf und dabei auf die Ausdruckskraft der Kunst setzte. Den narrativen Bogen bildeten die Massenmorde der Aktion T4, die 1940 in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb begannen, und die Predigten des Münsteraner Bischofs von Galen, der 1941 die Morde öffentlich anprangerte.
Workshops für Jugendliche aus den Tätigkeitsfeldern Sozialer Arbeit Das Projekt richtete sich an Studierende der Sozialen Arbeit und der Heilpädagogik/Inklusiven Pädagogik, die anschließend selbst als Peers Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene anleiteten – im Raum Schwäbische Alb sowie in Münster und dem Münsterland. Im Projektverlauf waren Menschen mit psychischen Erkrankungen und kognitiven Beeinträchtigungen partizipativ beteiligt. Ergänzend wurden mehrstündige Workshops für Schulklassen durchgeführt, die historische Quellenarbeit mit künstlerischen Methoden verbanden.
Erfahrungsräume für ‚gelebte‘ Geschichte In den Geschichts-Workshops spielten Lebenswege von Opfern und Lebensgeschichten von Tätern eine zentrale Rolle – ebenso die Fragen, mit denen deren Nachfahren heute beschäftigt sind. Die Ideologie der Eugenik und die nationalsozialistische Vorstellung vom ‚Volkskörper‘ wurden thematisiert und zu heutigen Tendenzen der Entmenschlichung in Bezug gesetzt. Durch die Kombination von Geschichts-Workshops, Gesprächsgruppen und Malwerkstätten konnte ‚gelernte‘ Geschichte zu ‚gelebter‘ Geschichte werden.
Mit der Ausdruckskraft der Bildenden Kunst Das Projekt arbeitete mit den Künstler:innen Hannah Bischof, Michaela Melián, Jochen Meyder, Lena Ditte Nissen und Felix Votteler zusammen und initiierte Ausstellungen sowie Präsentationen im öffentlichen Raum. An der Gedenkstätte Grafeneck wurden u. a. Arbeiten wie der ‚Alphabetgarten‘ der Künstlerin Diane Samuels einbezogen. Im Dezember 2025 schloss das Projekt mit einer Abschlusstagung ab.
Kooperationspartner: Gedenkstätte Grafeneck
Förderland: Deutschland
Laufzeit: 01.04.2024 bis 31.12.2025
zur Projektseite
