Das sagen unsere Partner:innen und Projektbeteiligten über ihr Projekt in der Bildungsagenda NS-Unrecht.
© Iris Hax
„Bildung über NS-Unrecht ist heute dringlicher denn je. Die Geschichte von Zwangsarbeit und Holocaust muss lebendig gehalten werden, um zu verhindern, dass Ignoranz und Verdrängung den Raum der Erinnerung einnehmen. Gerade jungen Menschen müssen wir zeigen, dass das Wissen um die Schicksale der Verfolgten nicht in den Geschichtsbüchern verstauben darf, sondern unser heutiges Denken und Handeln prägt. In unserem Projekt werden die Geschichte der Zwangsarbeit in Griechenland und das Leid der Opfer sichtbar gemacht, um das Bewusstsein für die Gefahren von Antisemitismus und Rassismus zu schärfen. Besonders bewegt hat mich die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der jüdischen Menschen, die unter grausamsten Bedingungen in Karya arbeiten mussten, dort ermordet oder anschließend in Vernichtungslager deportiert wurden. Die Erinnerung an sie fordert uns zu einem reflektierten Handeln auf, das auch in die Zukunft wirkt.“
Iris Hax, Projekt „Karya 1943. Zwangsarbeit und Holocaust“ des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit
© Andreas Schlager
„Das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart immer wieder zu prüfen, faktenbasiert zu ergänzen und neu zu definieren, ist unverzichtbar. Voraussetzung für das Herstellen von Zusammenhängen sind und bleiben dafür unsere historischen Kenntnisse. Aber erst durch die Kontextualisierung einzelner Aspekte entsteht die Fähigkeit zum Vergleich und zur Zuordnung. […] Unsere Themenwoche hat in einer dichten Folge Veranstaltungen und Austauschformate angeboten. Das Interesse und die Beteiligung vieler junger Besucher:innen und deren positive Resonanz haben die Hoffnung genährt, dass auch die folgenden Generationen unsere Geschichte im Blick behalten und mit großem Interesse daran mitwirken.“
Hasko Weber, bis Ende Juli 2025 Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar,
Projekt „Ressource Erinnerung“
„Mehr als 5.000 antisemitische Vorfälle allein im Jahr 2024 zeigen, wie tief Antisemitismus in unserer Gesellschaft verankert ist. […] Antisemitische Narrative zirkulieren wirkmächtig über Sprache, Bilder, Popkultur und Social Media. Bildungsarbeit muss daher an historische Kontinuitäten andocken und die Funktion von Antisemitismus für Individuen und Gesellschaft vermitteln. Unser Projekt „Unter Druck?“ setzt hier an: Es verbindet historische Perspektiven mit Gegenwartsfragen, zeigt die gesellschaftliche Verantwortung von Medien(machenden) auf und vermittelt praxisnah Handlungsoptionen für Journalist:innen.“
Maren van Norden, Projekt „Unter Druck? Medien und Antisemitismus im NS-Staat und heute“, Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
© Nikolai Wolff
„Wir wollen zu den Morden an Menschen mit Behinderungen so arbeiten, dass daraus ein gelebtes Wissen erwachsen kann. In der Schwere, die sich unter den Teilnehmenden unserer Workshops breitmacht, wenn hinter abstrakten Opferzahlen „Wesen von einzigartiger Verschiedenheit“ erkennbar werden, steckt innere Beteiligung. Ihr verschaffen wir einen Kontext. […] Gelebtes Wissen über die NS-Zeit ist mehr als Wissen. Es ist ein Weltverhältnis, in dem Identitätssicherheit in anderer Weise als durch die Entwertung Anderer erreicht wird. Wie lässt sich das lernen? Indem die an unseren Workshops Beteiligten das beitragen, was sie beitragen können, und darin ernst genommen werden. Dies verbinden wir mit den Möglichkeiten, welche die Kunst bietet, Destruktives aushaltbar zu machen.“
Prof. Jochen Bonz, Projekt „Grafeneck – Münster // 1940 – heute“ der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen
„Aus der Pandemiezeit heraus entwickelte sich in mir ein merkwürdiges Gefühl, das ich kaum beschreiben kann. „Abgeschiedenheit“ trifft es vielleicht am ehesten. Das Performanceprojekt gibt mir die Möglichkeit, diverse neue Menschen kennenzulernen und Bindungen einzugehen – auf einer persönlicheren Ebene. Wir sind uns als Ensemble nähergekommen und das finde ich wunderschön!“
Isabella Beebe, Teilnehmerin Theaterprojekt „Gallus-Geschichten“, Junges Schauspiel Frankfurt


