
© Alina Simmelbauer
© Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Der Maler Paul Goesch (1885–1940) gilt als Visionär der Moderne. Paul Goesch war aber auch langjähriger Psychiatrie-Patient und wurde 1940 im Kontext der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen in der Tötungsanstalt in Brandenburg an der Havel ermordet. Das Projekt „Ausstellungsmacher:innen gesucht!“ hat eine partizipativ kuratierte Ausstellung zum Leben und Werk von Paul Goesch in Brandenburg an der Havel entwickelt.
Fantasie-Architekturen, farbintensive Selbstporträts und Kinderbuchillustrationen – der Maler Paul Goesch (1885–1940) gilt als Visionär der Moderne. Seine Werke sind Beispiele für den avantgardistischen Expressionismus der 1910er und 1920er Jahre. Paul Goesch war aber auch langjähriger Psychiatrie-Patient und wurde 1940 im Kontext der nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen in der Tötungsanstalt in Brandenburg an der Havel ermordet. Die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde und das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel haben gemeinsam eine partizipativ gestaltete Ausstellung über sein Leben und Werk entwickelt.
Was interessiert und beeindruckt an Paul Goeschs Leben und Wirken? Welche Fragen stellen sich? Wie kann eine Ausstellung zu diesem Thema aussehen? Bei diesem Projekt wurde das nicht von den Gedenkstätten- und Museumskurator:innen allein beantwortet. In den Themenfindungs- und Gestaltungsprozess wurden möglichst viele Menschen einbezogen – gerade Personen, für die Museen und Gedenkstätten (bisher) noch keine vertrauten Räume sind. Im Rahmen von Workshops und später als Gruppe der „citizen curators“ konnten sie sich beteiligen und ihre Stimmen einbringen.
Das Projekt hat darüber hinaus die Potentiale von Kunst- und Kulturvermittlung im Rahmen von historischer Bildung ausgelotet. Im Fokus stand hier ein Streetart-Projekt, das die Themen der Ausstellung auch in den städtischen Raum hineintragen wird. „Ausstellungsmacher:innen gesucht!“ wurde durch eine Webseite und Posts in den Sozialen Medien digital begleitet – die Themen konnten so auch über den lokalen Kontext wahrgenommen und diskutiert werden.
Die Stiftung hat die Aufgabe, an Terror, Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern und die öffentliche Auseinandersetzung mit diesen Themen zu fördern. Ihre Aufgabe ist es, die Struktur und Entwicklung der Konzentrationslager und ihrer Außenlager in Brandenburg sowie die Geschichte der NKWD-Lager und der politischen Strafjustiz der DDR zu erforschen, zu dokumentieren und zu publizieren.
Kooperationspartner:innen:
Stadtmuseum Brandenburg an der Havel;
Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel“ e.V.
Förderland: Deutschland
Laufzeit: 01.08.2022 bis 31.12.2024
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