Verachtet – verfolgt – vergessen: Die Opfer der NS-Gesundheitspolitik

Das Projekt blickte auf die Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche, die vom NS-Staat als sogenannte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ stigmatisiert und verfolgt wurden. Die lange vergessenen Opfer der NS-Sozial- und Gesundheitspolitik und das Schweigen der (Mit)täter:innen hinterlassen eine Botschaft für die soziale Arbeit im Hier und Heute. Für und mit Vertreter:innen des Sozial- und Gesundheitswesens sowie mit Angehörigengruppen wurden digitale und analoge Lern- und Bildungskonzepte sowie Awarenessansätze aus Opfer- und Täter-Biografien entwickelt.

Wer waren die Menschen, die das NS-Regime als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ stigmatisierte? Das neue interaktive Lernportal des Lernorts Sozialdorf Herzogsägmühle gibt ihnen eine Stimme. In digitalen Lernmodulen erzählen Überlebende und ihre Nachkommen ihre eigenen Geschichten – und machen so die Grausamkeit der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik unmittelbar erfahrbar. Neben den Opferperspektiven beleuchtet das Portal auch die Täterbiografien und die bürokratischen Prozesse hinter den Verbrechen. Das Portal richtet sich vor allem an Fachkräfte in Sozial- und Gesundheitsberufen. Denn das Projekt fragt nicht nur nach der Vergangenheit, sondern auch nach der Gegenwart: Wie prägt die Geschichte unsere Gesellschaft heute? Und welchen Einfluss hat sie auf die Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen?

Datenblatt

Kooperationspartner: Bezirk Oberbayern, Hochschule Kempten, Katholische Stiftungshochschule München- Benediktbeuern, Evangelische Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe Herzogsägmühle, Selbstvertretung wohnungsloser Menschen e.V., Dorfrat Herzogsägmühle
Förderland: Deutschland
Laufzeit: 01.04.2024 bis 31.12.2025
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