© Marie Laforge
In der Spielzeit 2024/25 widmeten sich das Theater der Jungen Welt Leipzig (TDJW) und die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg in einem erinnerungskulturellen Musiktheaterprojekt jugendlicher Opposition und jugendlichem Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Meuten, Mobs, Fahrtenstenze, Navajos, Ruhr- und Edelweißpiraten: Überall formierten sich im Deutschland des Nationalsozialismus Gruppen, die sich nicht mit der staatlich verordneten Jugendkultur identifizierten. Durch Auftreten, Kleidungsstil, Musik und Freizeitaktivitäten, aber teils auch durch politische Aktionen gerieten sie in Konflikt mit der NS-Ideologie und ins Fadenkreuz der Gestapo. Unter der Leitung von Regisseur und Musiker Schorsch Kamerun arbeiteten Jugendliche in Leipzig und Duisburg zur Geschichte dieser Gruppen und zur Rolle von Jugendkultur damals und heute.
Das Projekt gliederte sich in vier Teile: In Leipzig entstand in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament der Stadt und dem Kollektiv Plus X der Gedenkort „Meuten Memorial“ auf dem Lindenauer Markt, der im April 2025 eingeweiht wurde. Dazu entstanden die musiktheatralen Performances „Meuten Memorial Movement“ in Leipzig und „House of Resistance“ über die Edelweißpiraten in Duisburg. Den Abschluss bildet ein digitales Archiv, das ortsbasierte Informationen zu den Leipziger Meuten und Duisburger Edelweißpiraten zugänglich macht. Mit Karten und Quellen können sich Interessierte über historische Orte in beiden Städten informieren; interaktive Angebote mit Audio und Chat ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit Jugendkultur und Jugendopposition im Nationalsozialismus. Das Archiv ist für weitere Städte erweiterbar.
