Resistance & Collaboration

Kollaboration und Widerstand bestimmen die Formen und Ausprägungen des nationalsozialistischen Unrechts in Europa. Gemeinsam mit Künstler:innen aus Griechenland, Deutschland, Spanien und der Ukraine setzte sich das Projekt in Workshops und in der Inszenierung von drei Theaterstücken gemeinsam mit den Theaterregisseur:innen Prodromos Tsinikoris (Griechenland), Stas Zhyrkov (Ukraine/Deutschland) und José Luis Arellano García (Spanien) mit weniger bekannten Verfolgungsschicksalen auseinander.

Über eine kritische Auseinandersetzung mit Traditionen des Erinnerns und Vermittlungswege der künstlerischen Bildung hat das Projekt einen gemeinsamen europäischen Raum des Gedenkens erschlossen. Aufführungen in verschiedenen Ländern und einer digitalen Strategie zum Austausch künstlerischer Produktion richteten sich an ein großes Publikum in ganz Europa, insbesondere junge Menschen.

"Resistance & Collaboration" hinterfragte kritisch die Erinnerungstraditionen Spaniens, Deutschlands, Griechenlands und der Ukraine. Welches Leid wurde durch das Bündnis der faschistischen Kräfte in Europa verursacht? Das Projekt und seine Ergebnisse kann als unbequemer Eingriff in eingefahrene (nationale) Erinnerungskulturen verstanden werden. Die Aufführungen zielten auch darauf ab, die Fähigkeiten zum kritischen Umgang mit gewaltsamen Kontinuitäten zu stärken. In die künstlerische Recherche wurden vor allem Zeitzeug:innen, Vertreter:innen von Angehörigen und Jugendliche einbezogen. Emotionales, künstlerisches und partizipatives historisches Lernen stand in allen Projektphasen im Mittelpunkt. 

Die gemeinnützige Theaterstiftung "Fundación Teatro Joven" hat mit ihrem Hauptprojekt "LaJoven" eine in Europa einmalige Konstellation ermöglicht: Junge Theaterschaffende entwickeln Aufführungen und theaterpädagogische Programme für Teens.

Die entstandene Materialmappe zur Inszenierung "Postkarten aus dem Osten" entdecken

Datenblatt

Kooperationspartner: Schaubühne am Lehniner Platz
Förderländer: Ukraine, Griechenland, Spanien und Deutschland
Laufzeit: 01.12.2022 bis 31.12.2024

lajoven.es

Mehr zum Projekt

Bildungsagenda NS-Unrecht

Das Magazin der Bildungsagenda NS-UnrechtDas Magazin der Bildungsagenda NS-Unrecht

Die Bildungsagenda NS-Unrecht startete im Herbst 2021 mit zwei Gewissheiten: Erstens, die Generation der Überlebenden geht leider von uns. Damit können immer seltener Zeitzeug:innen von den Gräueltaten der Nationalsozialisten berichten. Zudem bewegen wir uns zunehmend, und das ist die zweite Gewissheit, in Kontexten, in denen die Grenzen zwischen Fiktion und Fakt verwischen. Unter diesen Bedingungen sind die Auseinandersetzung mit NS-Unrecht und die historisch-politische Bildungsarbeit auf neue Lernwege und innovative Vermittlungsformen angewiesen. Im Magazin der Bildungsagenda NS-Unrecht stellen wir das Förderprogramm, Projekte und aktuelle Debatten vor.