Klangspuren – Das sephardische Judentum und die Erinnerung an die Shoah

Das Jewish Chamber Orchestra Munich erforschte, wie das sephardische Judentum seine Traditionen über Jahrhunderte bewahren konnte und wie dieses Erbe in der Shoah innerhalb weniger Monate beinahe ausgelöscht wurde.

Internationales Orchesterprojekt
Im Rahmen des Projekts entstanden zwei Aufführungen: das dokumentarische Musiktheater mit Kindern und Jugendlichen „Die Tore von Sepharad“, das im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele zur Aufführung kam, sowie der Orchesterabend „Die Schlüssel von Toledo“, der in Schul- und Abendvorstellungen in Hannover, Lübeck, Hamburg, München, Madrid und Thessaloniki gezeigt wurde. An den Aufführungen wirkten die sephardische Musikerfamilie Esim aus Istanbul sowie die Schauspielerin Alexandra Chatzopoulou-Saia, eine Nachfahrin von Shoah-Überlebenden aus Thessaloniki, mit. Das Programm zeichnete Stationen der Geschichte des sephardischen Judentums nach und ließ dessen Musik in neuen Klangfarben erklingen.

Historisch-politische Bildungsarbeit
Die Aufführungen verbanden emotionales Erleben mit Wissensvermittlung. Ergänzt wurden sie durch ein lokales Vermittlungsprogramm mit vor- und nachbereitenden Workshops für Jugendliche sowie durch Kooperationen mit Schulen, denen Unterrichtsmaterial in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung gestellt wurde.

Jewish Chamber Orchestra
Das Jewish Chamber Orchestra Munich wurde 2005 unter der künstlerischen Leitung von Daniel Grossmann gegründet. Es entwickelte sich zu einer zeitgenössischen jüdischen Stimme auf internationalen Konzertbühnen und erprobte in wechselnden Allianzen und Formaten neue Wege, jüdische Gegenwartskultur hörbar, sichtbar und erlebbar zu machen.

Datenblatt

Kooperationspartner: u. a. Jüdische Gemeinde Thessaloniki, Thessaloniki Concert Hall, Dimitria Festival Thessaloniki, Esim Ensemble Istanbul, Schauspiel Hannover, Musikhochschule Lübeck, Thalia Theater, Münchner Kammerspiele, Instituto Cervantes, Königlich Spanische Akademie für Sprache, Centro Sefarad Madrid, Goethe-Institute Thessaloniki und Madrid
Förderländer: Griechenland, Spanien und Deutschland
Laufzeit: 01.04.2024 bis 31.12.2025

Website: jcom.de