History in Black

Anti-Schwarzen-Rassismus ist kein neues Phänomen – er weist historische Kontinuitätslinien auf, die bis in die Kolonialzeit zurückreichen und sich durch den Nationalsozialismus bis in die Gegenwart ziehen. Diese Kontinuitäten sichtbar zu machen und ihnen erinnerungskulturell entgegenzuwirken, war das Ziel des Projekts „History in Black“. Dazu wurde exemplarisch an und mit Biografien Schwarzer Menschen gearbeitet, die in der NS-Zeit verfolgt wurden.

Das Projekt setzte auf drei Formate: eine interaktive und wissenschaftlich begleitete Social-Media-Kampagne, eine multiperspektivische Lernwebsite sowie didaktisch aufbereitete Workshops für Multiplikator:innen. Ein besonderer Anspruch lag darin, auch Menschen anzusprechen, die bislang wenig Berührungspunkte mit Anti-Schwarzem Rassismus oder NS-Unrecht hatten. Die gleichzeitig durchgeführte Social-Media-Analyse ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse zur digitalen historisch-politischen Bildung im Bereich Verflechtungsgeschichte zu gewinnen.

Das Projekt war interdisziplinär ausgerichtet und arbeitete eng mit Expert:innen aus Aktivismus und Zivilgesellschaft zusammen, darunter BIPoC-Influencer:innen. Die Bildungsmaterialien stellen Schwarze Biografien vor, die nicht nur von Unterdrückung, sondern auch von aktivem Widerstand erzählen – mit einem ausdrücklich empowernden Anspruch. Ziel war es, in der Erinnerungskultur einen Platz für vielfältige Lebensrealitäten zu schaffen und kolonialrassistische Kontinuitätslinien in Bildungskontexte zu implementieren – als Beitrag zu einer Erinnerungskultur, die Schwarze Geschichte als deutschen Geschichte begreift.

Datenblatt

Kooperationspartner: The African Network of Germany (TANG e.V.), Black History in BW, ISD Bund, EOTO, Being Black Down South
Förderland: Deutschland
Laufzeit: 01.06.2024 bis 31.12.2025
Webseite
 

 

Mehr zum Projekt

Interview

History in Black: Kontinuitäten von Anti-Schwarzen-RassismusHistory in Black: Kontinuitäten von Anti-Schwarzen-Rassismus

Ein Bildungsagenda-Projekt der Universität Marburg forscht zu Kontinuitäten und Verflechtungen von Anti-Schwarzen-Rassismus: Dazu arbeitet es exemplarisch mit Biografien von Schwarzen Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Mit den Projektmitarbeiterinnen Jasmin Blunt und Clara Wahl sprechen wir über kolonialrassistische Kontinuitätslinien und Leerstellen in der deutschen Erinnerungskultur. Sie berichten, wie ihr Projekt Anti-Schwarzen-Rassismus entgegentritt und in Zusammenarbeit mit BIPoC-Influencer:innen (Black, Indigenous and People of Color, BIPoC) empowernd wirkt.