Wir stehen an der Seite von Staat und Zivilgesellschaft der demokratischen Ukraine. Wir verurteilen alle Versuche, die europäische Friedensordnung in Frage zu stellen und wir lehnen die Instrumentalisierung der Geschichte zur Legitimation des Krieges ab. 

All die Lehren und Errungenschaften aus der Geschichte – regelbasierte Weltordnung, allgemeine Menschenrechte und ein humanitäres Völkerrecht, das Zivilbevölkerung vor militärischen Angriffen schützt, – werden von den russischen Machthabern hier in Europa mit Füßen getreten. 

Wie die Stiftung EVZ jetzt hilft

Derweil läuft die Unterstützung für unsere ukrainischen Partner:innen auf Hochtouren, vor allem in unseren Förderteams. Projektträger:innen aus der Ukraine können im Rahmen bestehender Bewilligungen Zuwendungen flexibler und weitere Mittel zeitnah abrufen, solange das Bankensystem funktioniert. Wir halten den direkten Kontakt zu unseren Projektträger:innen in der Ukraine und sind für Anfragen & Unterstützungswünsche ansprechbar. 

Besonders besorgt uns die Lage der hochbetagten NS-Zwangsarbeiter:innen und Überlebenden der nationalsozialistischen Rassen- und Besatzungspolitik in der Ukraine. Sie sind akuter Lebensgefahr, möglicher Re-Traumatisierung und der immer noch grassierenden Corona-Pandemie ausgesetzt. Auch hier flexibilisieren wir unsere Förderung, um zielgerichtet helfen zu können.

Zitat

Jetzt kommen Flüchtlinge aus dem ganzen Land in unsere Stadt. Wir benötigen Nahrungsmittel, Waschmittel und Hygieneartikel, Dinge für Übernachtung: Schlafsäcke, Decken, Isomatten, warme Kleidung, Medikamente (…).

schreibt uns die Caritas in Brody am 26.02.2022

Wie und was wir fördern

Vor dem Hintergrund ihrer Gründungsgeschichte ist die Stiftung EVZ seit zwei Jahrzehnten besonders in Mittel- und Osteuropa aktiv, der Ukraine gilt ein Schwerpunkt. Seit 2003 hat die Stiftung EVZ rund 700 Projekte mit zum Teil langjährigen Partner:innen in der Ukraine gefördert.

Am 25.02.2022 bot die Stiftung EVZ derzeit laufenden Projekten an, bereits bewilligte Projektgelder für Soforthilfsmaßnahmen zu verwenden.

Soforthilfe

  • 1.174.000 Euro

    wurden für 42 Projekte in der Ukraine als Soforthilfe bereits bewilligt (Stand: 13.05.2022)

Soforthilfeprojekte für Überlebende des Genozids an den Rom:nja

„Ich hoffe, Ihre Kuchen bringen wirklich den Frieden für die Ukraine“ – sagte Magdalena Kosoruw, eine 77-jährige Romni aus Ushhorod, weinend, als ihr der traditionelle ukrainische Osterkuchen überreicht wurde. Die Aktion „Friedensosterkuchen“ fand im Rahmen des Soforthilfeprojekts für Überlebende des Genozids an den Rom:nja, ihre Familien und Rom:nja-Flüchtlinge aus den umkämpften oder zerstörten Gebieten in Süd-, Ost- und Zentralukraine statt. Rund 300 Rom:nja werden im Projekt mit Lebensmitten, Trinkwasser, Kleidung und Medikamenten versorgt, bekommen Schlafplätze, Unterstützung bei der Evakuierung ins Ausland sowie juristische, psychologische und soziale Hilfe. Das Projekt der transkarpatischen Roma-Jugendorganisation „Patiw“ (dt. Würde) ist eines der 25 Soforthilfeprojekte für Rom:nja, die die Stiftung EVZ seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine mit rund 750.000 Euro fördert.

Mehr über das Projekt (auf Ukrainisch): https://fb.watch/cojt7baLJo/

проєкту естренної допомоги постраждалим від геноциду ромам

"Сподіваюся, ваші паски дійсно принесуть мир Україні", - зі слізьми в очах сказала 77- літня ромніз Ужгорода Магдалена Косорув, коли отримала традиційну українську паску. Акцію "Паска миру" було проведено в рамках проєкту естренної допомоги постраждалим від геноциду ромам, їхнім сім"ям та переселенцям з зони бойових дій та зруйнованих міств Південній, Східній та Центральній Україні. Близько 300 ромні та ромів забезпечуютьсяпродуктами, питтєвою водою, одягом та медикаментами, для них організовують проживання, юридичну, психологічну та соціальну підтримку і допомогу при евакуації за кордон. Проєкт закарпатської молодіжної організації "Патів" (укр. "Гідність") Є одним з 25 проєктів екстренної допомоги ромам, які підтримує ФондEVZ від початку війни в Україні. Загальна сума підтримки на сьогодні - близько 750.000 євро.

Детальніше про проєкт(українською): https://fb.watch/cojt7baLJo/

Volodya

Today, we organised the purchase of food for 17 Refugees and 23 local Roma in the city Uzhgorod. Yellow bags included basic products such as sugar, flour, makaroni, oil, porridges, salt, rice etc. It is getting more and more difficult to purchase products in bulk in wholesale stores due to the shortage caused by war. Next week we shall travel to rural areas (+/- 60 km) to deliver food bags to Roma living there.
Volodya
Projektmitarbeiter vor Ort (16.3.2022)

Breites Bündnis aus Erinnerungseinrichtungen unterstützt mit über 90.700 Euro Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine und ruft zu weiteren Spenden auf

Seit über drei Monaten besteht das Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine aus einem breiten Bündnis aus Gedenkstätten, Museen, Vereinen und Initiativen mit dem Ziel, Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine, ihre Familien sowie durch den Krieg betroffene Kolleg:innen aus der Ukraine unbürokratisch und effektiv zu unterstützen. Das Hilfsnetzwerk hat bislang mit 90.700 Euro Spendengeldern viele Menschen in der Ukraine und auf der Flucht erreichen. Die Koordination des Netzwerkes wird freundlich unterstützt von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).

Ihr Kontakt für Presseanfragen:

Ragna Vogel

Tel.  01520 4756887
https://hilfsnetzwerk-nsverfolgte.de/

Spendenkonto bei der Berliner Volksbank:

Empfänger: Kontakte-Kontakty
IBAN: DE59 1009 0000 2888 9620 02
BIC: BEVODEBB

 

Tochter von Viktor Karpus,

Es ist sehr berührend, dass Sie sich in einer schwierigen Zeit für unser Land und an uns erinnern, uns unterstützen, sich Sorgen machen! Leider kann das Unternehmen, wo ich arbeite, jetzt nicht mehr sein Geschäft führen und uns ein Gehalt zahlen. Und ihre Hilfe ist wie ein Wunder! Ich bin sehr froh, dass mein Vater mich mit nach Weimar genommen hat und ich dort wunderbare Menschen kennengelernt habe!
Tochter von Viktor Karpus,
Überlebender des KZ Buchenwald

Video ukrainischer Überlebender von NS-Verfolgung

Video

Videobotschaft ukrainischer Überlebender von NS-Verfolgung

Ehemalige Häftlinge und Opfer der Nazi-Verfolgung der Regionalgruppe Dnepropetrovsk des Ukrainischen Verbandes der Gefangenen appellieren an die Mütter der Soldaten aus Russland und Belarus, den Krieg zu beenden.

Förderprogramm local.history

Mit dem Förderprogramm local.history international unterstützt die Stiftung EVZ lokal und regional aktive Geschichtsinitiativen aus Mittel- und Osteuropa. Gefördert werden Projekte zur Aufarbeitung und Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges. In der Ukraine und im polnischen Grenzgebiet konnten Projektträger:innen ihre Arbeit flexibilisieren und auf die aktuelle Notlage anpassen: Zwei Projekte aus Ushgorod und Rivne (Ukraine) sowie ein polnisches Projekt aus der ukrainisch-polnischen Grenzregion erhalten Soforthilfemaßnahmen von insgesamt 54.930 Euro: Lebensmittel, Transportkosten, medizinische Güter, Hygieneartikel und Funkgeräte. Diese Mittel sind bereits bei den Projektträgern angekommen und werden zur Versorgung der geflüchteten Menschen genutzt. 

Die ukrainische NGO Kapl Vested setzt sich für den Schutz der Menschenrechte und Demokratie in der Ukraine ein. Ein Erinnerungsprojekt über den Porajmos (Völkermord an den europäischen Roma in der NS-Zeit) wurde kurz vor Kriegbeginn fertig gestellt: https://porajmos.com.ua

Statements und Allianzen

Der Vorstand der Stiftung EVZ hat am 24.2. ein Statement zur aktuellen Lage in der Ukraine veröffentlicht. Gemeinsam mit Erinnerungsorten zu NS-Zwangsarbeit rufen wir in einer Erklärung zur Solidarität mit der Ukraine auf. 

Die gemeinsame Erklärung des Russland-NATO Expertendialogs, dem auch der EVZ-Kurator für die Russische Förderation Vladimir P. Lukin angehört, fordert u.a. die bedingungslose Einstellung der Kampfhandlungen und eine Zusammenarbeit zu humanitären Fragen in den Konfliktzonen.  

Eine Liste von Stellungnahmen anderer Institutionen finden Sie hier.

Dr. Andrea Despot, Vorständin der Stiftung EVZ

Unser Platz ist an der Seite der Zivilgesellschaft, der Selbstorganisationen, der Akteur:innen von NGOs und den Menschenrechtsaktivist:innen in der Ukraine, in Russland und den Ländern in unserer europäischen Nachbarschaft.
Dr. Andrea Despot, Vorständin der Stiftung EVZ

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