Vom 2. August 2025 bis zum 13. Juni 2026 hat die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) ihr 25-jähriges Bestehen mit einem vielfältigen Jubiläumsprogramm begangen. Im Mittelpunkt: die Stimmen der Überlebenden, Perspektiven junger Menschen, künstlerische und journalistische Beiträge, Einblicke in die Stiftungsgeschichte sowie Begegnungen der Generationen. Es ist ein Jahr des Erinnerns und ein Jahr des Handelns.
In einer Zeit multipler Krisen – vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine über autoritäre Entwicklungen bis zum Anstieg antisemitischer Gewalt – ist die Arbeit der Stiftung EVZ so aktuell wie nie. KEINE ZEIT ZU VERGESSEN ist heute mehr denn je ein Stiftungsauftrag, der Orientierung gibt und zum Handeln auffordert. Denn wer die Vergangenheit ausblendet, überlässt die Deutung der Geschichte denjenigen, die sie für menschen- und demokratiefeindliche Zwecke instrumentalisieren. Vergessen schafft eine Leere, die sich allzu leicht mit Hass, Hetze und historischen Verzerrungen füllt. Unser Jubiläumsjahr setzt daher ein klares Zeichen: Erinnerung darf nicht verblassen. Verantwortung endet nicht. Zukunft braucht Haltung und gemeinsames Engagement.
Manche Gründungen sind weit mehr als ein formaler Akt – sie sind Zeichen eines historischen und moralischen Wandels. Als am 2. August 2000 die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) ins Leben gerufen wurde, war dies ein solcher Moment mit Tragweite: Deutschland übernahm Verantwortung für das Leid von Millionen Zwangsarbeiter:innen unter dem NS-Regime – und für eine Schuld, die zu lange ausgeblendet worden war.
Die Entschädigung der Zwangsarbeiter war ein längst überfälliger Akt der Wiedergutmachung. Die fortwährende Erinnerungsarbeit der Stiftung EVZ ist ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen.
Zwischen 2001 und 2007 hat die Stiftung EVZ Auszahlungen an mehr als 1,66 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter:innen und Rechtsnachfolger:innen in fast 100 Ländern mit insgesamt 4,4 Milliarden Euro geleistet. Sie hat internationale Bildungsprogramme aufgebaut, in denen sich junge Menschen mit der Geschichte von Diskriminierung, Unrecht und Ausgrenzung auseinandersetzen, oft gemeinsam mit Überlebenden.
Seit ihrer Gründung hat sich die Stiftung EVZ von ihrem Auftrag ausgehend kontinuierlich weiterentwickelt und sich immer wieder neuen gesellschaftlichen und politischen Aufgaben gewidmet.
Was einst als Auszahlungsprogramm für Zwangsarbeiter:innen begann, hat sich zu einer impulsgebenden Stiftung für lebendige Erinnerungskultur und zivilgesellschaftliches Engagement entwickelt.