Zahlen und Fakten zur Fördertätigkeit

Stand: 31.12.2019

Ursprüngliches Stiftungsvermögen10,1 Mrd. DM (5,2 Mrd. Euro)
Gesamtkapital der Stiftung 2019

564,5 Mio. Euro

Daraus zur Verfügung stehende Erträge 201918,29 Mio. Euro
Geförderte Projekte insgesamt seit Bestehen der Stiftung im Jahr 2000 (inklusive Projekte aus Drittmitteln)5.310 Projekte mit 144,5 Mio. Euro
Projektförderung 2019 insgesamt309 Projekte mit
10,5 Mio. Euro

Projektförderung nach Handlungsfeldern

2001-20192019
Auseinandersetzung mit der Geschichte:Auseinandersetzung mit der Geschichte:
2.588 Projekte mit 46,77 Mio. Euro114 Projekte mit 3,07 Mio. Euro
Handeln für Menschenrechte:Handeln für Menschenrechte:
1.509 Projekte mit 43,42 Mio. Euro106 Projekte mit 3,4 Mio. Euro
Engagement für Opfer des Nationalsozialismus:Engagement für Opfer des Nationalsozialismus:
1.213 Projekte mit 54,32 Mio. Euro89 Projekte mit 3,96 Mio. Euro


ZAHLUNGEN AN EHEMALIGE NS-ZWANGSARBEITER

- Abgeschlossen seit Ende 2006 -

Das an die im Stiftungsgesetz bezeichneten Opfer des NS-Unrechts auszuzahlende Vermögen der Stiftung EVZ belief sich ursprünglich auf 10,1 Mrd. DM (ca. 5,2 Mrd. Euro). Davon wurden 5,1 Mrd. DM (ca. 2,6 Mrd. Euro) von den rund 6.500 deutschen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Einige dieser Unternehmen handelten dabei als Nachfolger von NS-Betrieben, die Zwangsarbeiter beschäftigt hatten; zahlreiche andere waren zur Zeit des NS-Regimes noch nicht gegründet. Weitere 5 Mrd. DM (ca. 2,6 Mrd. Euro) trug der Bund zum Stiftungsvermögen bei.

Ein Großteil dieser Summe, knapp 8,7 Mrd. DM (ca. 4,4 Mrd. Euro), kam in Form von individuellen Einmalzahlungen den überlebenden Zwangsarbeitern zugute. Diese Auszahlungen wurden durch Partnerorganisationen in den einzelnen Ländern durchgeführt.

Insgesamt 358 Mio. Euro des Gründungskapitals wurden für die Fördertätigkeit der Stiftung EVZ reserviert. Derzeit beträgt das Stiftungskapital 523,9 Mio. Euro (Stand 31.12.2018). Aus den Erträgen stehen jährlich rund 8 Mio. Euro für die internationale Projektförderung zur Verfügung.

Die folgende Übersicht gibt die Verteilung der ausgezahlten Summen auf die einzelnen Partnerorganisationen sowie die Anzahl der Leistungsempfänger wieder:

PartnerorganisationAnzahl der LeistungsempfängerAuszahlungssumme (Euro)
Weißrussland; hiervon
– Weißrussland
– Estland
129.000
120.000
9.000

345 Mio.

325 Mio.
21 Mio.

International Organization for Migration (IOM)
90.000386 Mio.
Jewish Claims Conference (JCC)159.0001.149 Mio.
Polen484.000979 Mio
Russland: hiervon
– Russland
– Lettland
– Litauen
– GUS-Staaten
256.000
228.000
13.000
12.000
3.000
426 Mio.
380 Mio.
23 Mio.
18 Mio.
5 Mio.
Tschechien76.000210 Mio.
Ukraine471.000 867 Mio.
Gesamt1.665.0004,4 Mrd.


Für die Höhe der Leistungen an die im Stiftungsgesetz bezeichneten Opfergruppen waren drei Kriterien ausschlaggebend:

  1. die Art des Haftortes und der Haftbedingungen,
  2. die Schwere der Zwangsarbeit,
  3. das Faktum der Deportation.

 

Leistungsberechtigte gem. §11 Stiftungsgesetz

In der Kategorie A erhielten Menschen eine Leistung, deren Arbeitskraft in einem Konzentrationslager ausgebeutet worden war, die in einem geschlossenen Ghetto oder unter vergleichbaren Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten. Sie erhielten einen Betrag von bis zu 7.670 Euro.

Zur Kategorie B zählten Menschen, die aus ihren Heimatländern in das Deutsche Reich oder in die von Deutschland besetzten Gebiete deportiert worden waren und die in Haft, unter haftähnlichen oder vergleichbar schlechten Lebensbedingungen Zwangsarbeit im gewerblichen oder im öffentlichen Bereich leisten mussten. Bis zu 2.560 Euro sah das Gesetz für diese Betroffenen vor.

Für bestimmte Opfergruppen (insbesondere für Personen, die im landwirtschaftlichen Bereich Zwangsarbeit leisten mussten) bestand im Rahmen einer Öffnungsklausel die Möglichkeit, einen Betrag von bis zu 2.500 Euro zu erhalten.

Kontakt

Katrin Kowark
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Nadine Reimer, Sophie Ziegler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: team_OeA(at)Stiftung-evz.de

Die Stiftung orientiert sich in ihrer Arbeit an der Arbeitsdefinition von Antisemitismus und der Arbeitsdefinition von Antiziganismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA).
Dies wurde vom Kuratorium in den Jahren 2019 bzw. 2021 beschlossen.