NS-Zwangsarbeit

AUSGLEICHSZAHLUNGEN AN EHEMALIGE ZWANGSARBEITER

Die Bearbeitung der Anträge auf Entschädigung wegen geleisteter Zwangsarbeit und vergleichbarem Unrecht erfolgte nicht durch die Stiftung EVZ selbst, sondern durch insgesamt sieben internationale Partnerorganisationen. Diese hatten anhand der Kriterien des Stiftungsgesetzes über die Gewährung einer Leistung zu entscheiden. Ebenso waren sie auch für die Durchführung der Auszahlungen an die Leistungsberechtigten verantwortlich.

Kriterien und Kategorien

Die Zuständigkeit der ehemaligen Partnerorganisationen der Stiftung EVZ richtete sich vor allem nach dem Wohnsitz des Antragstellers. Das Stiftungsgesetz hatte zwei Kategorien von Leistungsberechtigung aufgrund von Zwangsarbeit vorgesehen. Im Rahmen einer Öffnungsklausel bestimmten die einzelnen Partnerorganisationen in eigener Verantwortung weitere Tatbestände nationalsozialistischen Unrechts als Grundlage für eine Leistung und legten deren Leistungshöhe fest.

 

 

Folgende Tatbestände berechtigten zu einer Leistung:

 

  • eine Inhaftierung im Konzentrationslager, Ghetto oder einer KZ-ähnlichen Haftstätte verbunden mit Zwangsarbeit (Kategorie A)
  • eine Deportation vom Heimatland in das Deutsche Reich oder in ein besetztes Gebiet und Zwangsarbeit unter Haftbedingungen, "haftähnlichen oder vergleichbar besonders schlechten Lebensbedingungen" (Kategorie B)
  • erlittenes Unrecht gemäß der Öffnungsklausel.

 

 

Auszahlungen

Die Leistungshöhe wurde nicht anhand des jeweiligen Schicksals individuell bemessen, sondern allein anhand der oben genannten Kategorien differenziert (Pauschalzahlung). So erhielten die Leistungsberechtigten in Kategorie A bis zu 15.000 DM und in den Kategorien B und Öffnungsklausel bis zu 5.000 DM. In vielen Fällen lagen die Leistungen in der Öffnungsklausel deutlich unter diesen Höchstsätzen. Sie unterschieden sich auch bei den einzelnen Partnerorganisationen. Die Auszahlung der Leistungen erfolgte in zwei Raten.

 

Bis zum Ende der Antragsfrist wurden bei den Partnerorganisationen über zwei Millionen Anträge gestellt. Über 1,66 Millionen Personen erhielten aus Stiftungsmitteln eine Leistung für das ihnen zugefügte Unrecht. Die Leistungen wurden an die Überlebenden oder aber an ihre Rechtsnachfolger ausgezahlt, sofern ein Antrag bis zum 31.12.2001 gestellt worden war. Der Gesamtumfang dieser Auszahlungen betrug 4,4 Mrd. Euro.

 

 

Online Projekte

www.zwangsarbeit-archiv.de

www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit

www.lernen-aus-der-geschichte.de