ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DER STIFTUNG EVZ

Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) ging nach mehrjährigen nationalen und internationalen Verhandlungen aus einer Initiative deutscher Unternehmen und des Staates hervor.

Mit Unterstützung aller Fraktionen im Deutschen Bundestag wurde am 2. August 2000 das Gesetz zur Gründung der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" verabschiedet. Es sah individuelle humanitäre Zahlungen an ehemalige Sklaven- und Zwangsarbeiter sowie andere Opfer des Nationalsozialismus vor. Diese Zahlungen wurden im Jahr 2001 begonnen und in der ersten Jahreshälfte 2007 abgeschlossen.

 

Bundespräsident Horst Köhler bezeichnete in einem Grußwort des Abschlussberichtes zu den Auszahlungsprogrammen die Leistungen der Stiftung EVZ als einen Beitrag dazu, "dass Leid als Leid anerkannt wurde und Schuld und Verantwortung einen auch materiell spürbaren Ausdruck bekamen."

 

Im Nationalsozialismus mussten seit 1939 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges rund 8,4 Millionen zivile ausländische Zwangsarbeiter und 4,5 Millionen Kriegsgefangene Sklaven- und Zwangsarbeit in Konzentrations- und Arbeitslagern, anderen Haftstätten, in der Industrie und Landwirtschaft oder auch in der Verwaltung leisten.

 

Die Auszahlungen erfolgten in Kooperation mit sieben internationalen Partnerorganisationen und wurden von einem 27-köpfigen international besetzten Stiftungskuratorium begleitet. Über 1,66 Millionen Menschen in fast 100 Ländern erhielten insgesamt 4,4 Milliarden Euro.

 

Das Vermögen der Stiftung in Höhe von 10,1 Milliarden DM (5,2 Milliarden Euro) wurde je zur Hälfte aus Mitteln der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft und des Bundes zur Verfügung gestellt. 358 Millionen Euro des Stiftungsvermögens sind in Form einer Kapitalstiftung für die Projektförderung bestimmt. Aus den Erträgen von jährlich rund acht Millionen Euro unterstützt die Stiftung EVZ vorrangig internationale Programme und Projekte in den Förderbereichen Auseinandersetzung mit der Geschichte, Handeln für Menschenrechte und Engagement für die Opfer des Nationalsozialismus.