Neue Beschlüsse des Kuratoriums

Am 16. März kam das internationale Kuratorium der Stiftung EVZ zu einer Beratung zusammen. Das Gremium unter Vorsitz von Annette Schavan beschloss in der digitalen Sitzung neue Förderprojekte sowie:

 

- Die Stiftung wird bis zu 160.000 Euro für Corona-Nothilfen zur Verfügung stellen. Die Mittel fließen an Projektträger in Belarus, Polen, Russland, Tschechische Republik und der Ukraine, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Situation der Überlebenden von NS-Verfolgung abzumildern. Die Mittel werden je nach der spezifischen Situation in den Ländern etwa für die Unterstützung beim Zugang zu Impfungen und zu gesundheitlicher Aufklärung oder zur Abmilderung pandemiebedingter Notlagen eingesetzt.

 

- Die Stiftung wird mit Mitteln der Bundesregierung eine Bildungsinitiative zu NS-Unrecht starten. Dabei werden alle Formen und Opfergruppen nationalsozialistischer Verfolgungen adressiert. Über innovative Förderpraxis, digitale Vermittlung und neue Allianzen mit der Zivilgesellschaft wird die Arbeit der Stiftung EVZ präventiv gegen diskriminierende Ideologien in der Gegenwart wirken.
Zudem wird in Zusammenarbeit mit der Jewish Claims Conference ein Förderprogramm zu Holocaust Education aufgelegt.

- Die Stiftung wird sich künftig in ihrer Arbeit an der Arbeitsdefinition von Antiziganismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) orientieren. Die im Oktober 2020 verabschiedete Definition beschreibt Antiziganismus als spezifische Form des Rassismus, die sich seit Jahrhunderten gegen Sinti*ze und Rom*nja richtet. Antiziganismus verwehrt ihnen gleichberechtigten Zugang zu Rechten, Chancen und Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben.
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, dazu in seiner Videobotschaft an die Kurator*innen: „Es muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass der Antiziganismus unsere europäischen Werte, unsere Prinzipien von Demokratie und Rechtstaatlichkeit radikal in Frage stellt. Deshalb muss eine Ächtung auch als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen werden. Eine verbindliche Arbeitsdefinition Antiziganismus ist dafür ein sehr gutes Werkzeug.“

 

Das Kuratorium der Stiftung EVZ wird im Juni 2021 wieder zusammenkommen. Dann steht unter anderem die Verabschiedung der Zukunftsagenda der Stiftung auf der Tagesordnung.