STELLUNGNAHME

Berlin, 05.07.2018

Stiftung EVZ verurteilt Pogrome gegen Roma in der Ukraine

Seit Monaten eskaliert die offene Gewalt gegen Roma in der Ukraine. Angehörige der Minderheit werden überfallen, vertrieben und verfolgt, ihre Siedlungen niedergebrannt. Die Täter verbreiten ihre Verbrechen in den sozialen Medien. Bisher wurde kein einziger Überfall von den ukrainischen Behörden aufgeklärt. Den Pogromen am 23. Juni fiel ein junger Mann zum Opfer, am 2. Juli kam eine junge Frau in der Westukraine ums Leben. Wir verurteilen diese entsetzlichen Taten an zwei Angehörigen der Roma und die anderen Verbrechen rechtsextremistischer Kräfte nachdrücklich.


Gerade in Zeiten eines aufflammenden Nationalismus bedürfen nationale Minderheiten eines besonderen Schutzes von Seiten des Staates. Roma in der Ukraine leben unter extremen Armutsbedingungen. Vor allem die aus dem von Russland okkupierten Teil der Ukraine geflüchteten Familien sind mittellos, erhalten keine staatliche Unterstützung und kaum humanitäre Hilfe. Die Pogrome der letzten Monate gegen Roma treffen damit die Schwächsten der Gesellschaft.


Als Mitglied des Bündnisses für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas fordern wir die Regierung der Ukraine auf, solche Verbrechen nicht zu dulden, sondern sie vollständig aufzuklären, die Täter strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen und mit ernsthaften Schritten gegen diesen gewaltbereiten und tödlichen Rassismus gegenüber den nationalen Minderheiten vorzugehen. Nur so kann es gelingen, dass sich Roma in der Ukraine sicher fühlen können und es zu keinen Nachahmungstaten kommt.


Die Stiftung „Verantwortung, Erinnerung und Zukunft“ (EVZ) bestärkt Menschen darin, historisch bewusst für Völkerverständigung, Demokratie und Menschenrechte sowie den Schutz von Minderheiten einzutreten. Sie fördert Projekte insbesondere in Mittel- und Osteuropa, die Antiziganismus sichtbar machen und zurückdrängen. Das Empowerment von Sinti und Roma, die Unterstützung ihres Bildungsaufbruchs und die Bildung von Allianzen zwischen Minderheiten und der Mehrheitsgesellschaft sind der Stiftung weitere wichtige Anliegen.

 

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Kontakt

Kathrin Wiermer 
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
wiermer(at)stiftung-evz.de
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Fax: +49 (0)30 25 92 97-11