Newsletter 04/2016

Inhalt

22. November 2016, 19 Uhr ~ Podiumsgespräch: NS-Genozid an den Roma in der weiblichen Erinnerung

Mehr als 500.000 Sinti und Roma wurden europaweit Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Ihr Verfolgungsschicksal ist bis heute weitgehend unerforscht und die Erinnerung an den Genozid kein elementarer Teil der Erinnerungskultur europäischer Länder. Die Podiumsteilnehmerinnen aus Polen, der Ukraine und Deutschland diskutieren den schwierigen Umgang mit diesen historischen Ereignissen in der Erinnerung der "Mehrheitsgesellschaften" sowie der Roma-Communities der einzelnen Länder. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erinnerung der Frauen.
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Aktuelle Ausschreibungen

"Treffpunkt Dialog" in Belarus und der Ukraine

"Treffpunkt Dialog" in Belarus und der Ukraine

In Belarus und der Ukraine können noch bis 30. November Anträge auf eine Förderung im Programm "Treffpunkt Dialog" gestellt werden. Gefördert werden ukrainische und belarussische NGOs oder Partnerschaften zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, die Angebote für Opfer des Nationalsozialismus machen. Die Projekte sollen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und die Unterstützung für NS-Opfer verstärken. Die „Vereinigung Verständigung“ in Minsk [www.moov.by/de/] und „Turbota pro Litnih v Ukraini“ in Kiew [www.tlu.org.ua] setzen das Förderprogramm um und beraten auch interessierte Organisationen, die einen Antrag stellen wollen.
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"EUROPEANS FOR PEACE" - Diskriminierung: Augen auf!

"EUROPEANS FOR PEACE" - Diskriminierung: Augen auf!

Die Stiftung EVZ fördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE internationale Begegnungsprojekte für Jugendliche aus Deutschland und den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Israel. Schulen oder außerschulische Bildungsträger sind aufgerufen, sich in internationaler Partnerschaft um die Förderung ihres gemeinsamen Vorhabens zu bewerben. Es können Reisekosten, Unterbringungs- und Verpflegungskosten, Sachmittel für die Projektarbeit und die Präsentation der Ergebnisse sowie Personalkosten (Honorare) für Begegnungen gefördert werden. Antragsfrist ist der 1. Dezember 2016.
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"MEET UP!" DEUTSCH – UKRAINISCHE JUGENDBEGEGNUNGEN 2017: AGENTS OF CHANGE

"MEET UP!" DEUTSCH – UKRAINISCHE JUGENDBEGEGNUNGEN 2017: AGENTS OF CHANGE

Auch 2017 fördert die Stiftung EVZ im Rahmen des Programms "MEET UP!" unter Vorbehalt der Unterstützung durch das Auswärtige Amt und die Robert Bosch Stiftung deutsch-ukrainische Jugendbegegnungen. 2017 steht die Förderung unter dem Motto "Agents of Change". Ziel des Programms ist es, die Beziehungen zur Ukraine zu intensivieren und das zivilgesellschaftliche Engagement junger Menschen aus Deutschland und aus der Ukraine für demokratische Grundwerte und Völkerverständigung zu stärken. Gefördert werden junge Menschen im Alter von 16 bis 35 Jahren. Das Förderprogramm ermöglicht auch trilaterale Begegnungen mit jungen Menschen und Partnerorganisationen aus Russland. Antragsfrist ist der 11. Dezember 2016.
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"Migration und Erinnerungskultur"

"Migration und Erinnerungskultur"

Im Förderprogramm „Migration und Erinnerungskultur“ fördert die Stiftung die Ausbildung von Multiplikator*innen und die Entwicklung innovativer Vermittlungsangebote in Institutionen der historischen Bildung (mit Expertise zur Geschichte des Nationalsozialismus und zur Globalgeschichte kollektiver Gewalt im 20. Jahrhundert). Mit der Förderung sollen Geflüchtete sowie Menschen mit und ohne Migrationserfahrungen gestärkt werden, sich im Bereich der historisch-politischen Bildung zu engagieren und ihre eigenen Perspektiven einzubringen. Die Multiplikator*innen sollen inhaltlich und didaktisch qualifiziert werden, eigene Workshop-Angebote zu entwickeln und mit Besucher*innengruppen zu arbeiten. Gleichzeitig sollen partizipativ neue Vermittlungsangebote zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und anderer Geschichte kollektiver Gewalt entstehen und langfristig etabliert werden.
Antragsfrist ist der 30. Januar 2017.
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ZWANGSARBEITERBESUCHE: NEUE MÖGLICHKEITEN IN BERLIN

ZWANGSARBEITERBESUCHE: NEUE MÖGLICHKEITEN IN BERLIN

Die Stiftung EVZ fördert bereits seit 13 Jahren Begegnungen mit Zeitzeug*innen. In diesem Zeitraum konnten etwa 4.000 NS-Überlebende aus aller Welt nach Deutschland kommen und Jugendlichen über das Erlebte erzählen. Seit 2016 besteht die Möglichkeit, über das sogenannte Emigrantenprogramm des Berliner Senats ehemalige Zwangsarbeiter*innen nach Berlin einzuladen. Voraussetzung dafür ist, dass die Zwangsarbeit auf dem Gebiet des heutigen Landes Berlin geleistet wurde. Das Programm richtet sich an Überlebende des Nationalsozialismus, nicht aber an deren Nachkommen (es sei denn, sie reisen als Begleitperson mit).
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Neue Publikationen

Verlegt – Verstorben – Verschwiegen. Psychiatriepatienten in Böhmen als vergessene Opfer der NS-"Euthanasie"

Verlegt – Verstorben – Verschwiegen. Psychiatriepatienten in Böhmen als vergessene Opfer der NS-"Euthanasie"

Mit der Zerschlagung der Tschechoslowakei und der anschließenden Okkupation des tschechischen Staates durch das Deutsche Reich 1938/39 etablierte sich auch dort die nationalsozialistische Gesundheitspolitik, die Menschen mit psychischen Krankheiten und geistigen Behinderungen als "minderwertig" diskriminierte und verfolgte. Im neugeschaffenen Reichsgau Sudetenland wurde 1940 das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" eingeführt und ermöglichte fortan die Zwangssterilisation von Menschen, die als "erbkrank" galten. Die Stiftung EVZ förderte in ihrem Programm "Zwangsarbeit und vergessene Opfer" ein Projekt, das sich mit dem Schicksal dieser bis heute weitgehend vergessenen Opfer befasste und in dessen Ergebnis diese Publikation entstand.
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Bildungsempfehlungen "Gemeinsam für eine bessere Bildung" (2. Auflage)

Bildungsempfehlungen "Gemeinsam für eine bessere Bildung" (2. Auflage)

Bereits ein Jahr nach der Erstveröffentlichung erscheint aufgrund der großen Nachfrage eine zweite erweiterte Auflage der Bildungsempfehlungen. Die Bildungsempfehlungen "Gemeinsam für eine bessere Bildung. Empfehlungen zur gleichberechtigten Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Deutschland" entstanden aus einem bundesweiten Arbeitskreis, in dem erstmals Sinti und Roma auf Augenhöhe mit Expert*innen der Bundesministerien, der Länder und Kommunen sowie der Wissenschaft das Thema Bildungsbeteiligung von Roma und Sinti in Deutschland gemeinsam diskutierten. Die Empfehlungen sind sowohl digital als auch in Druckform unentgeltlich erhältlich.
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Change – Handbook for History Learning and Human Rights Education in Formal, Non-formal and Higher Education

Change – Handbook for History Learning and Human Rights Education in Formal, Non-formal and Higher Education

Als Abschluss des Förderprogramms "Menschen Rechte Bilden" ist dieses unter der Federführung des Fachbereiches Didaktik der Geschichte der Freien Universität Berlin von einem internationalen Team erarbeitete Handbuch in englischer Sprache erschienen. Es erläutert die Verbindung von historischem Lernen und Menschenrechtsbildung und bietet Antworten und Anregungen aus theoretischer und praktischer Perspektive. Zwei Kapitel des Handbuches sind demnächst online verfügbar.
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Neues aus der Förderung

"PresentPast" - Fachsymposium zum Abschluss eines deutsch-israelischen Dialogprojekts

"PresentPast" - Fachsymposium zum Abschluss eines deutsch-israelischen Dialogprojekts

Am 10. November 2016 präsentierte ein deutsch-israelisches Gremium von Trauma-Experten die Ergebnisse eines einjährigen Dialogprojekts. Im Rahmen von vier Workshops diskutierte das Gremium mögliche Schnittstellen zwischen den Erfahrungen aus der langjährigen Arbeit mit Holocaust-Überlebenden in Israel und der aktuellen Arbeit mit Geflüchteten in Deutschland. Ziel des Dialogs war es, für die Arbeit mit Menschen, die durch kollektive, menschengemachte Gewalt extrem traumatisiert wurden, insbesondere langfristig wirksame Ansätze und Methoden zu identifizieren. Finanziert wurde das Projekt von der Stiftung EVZ und dem Bundesministerium für Gesundheit.
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Kurzgeschichten-Wettbewerb "Mensch sein"

Kurzgeschichten-Wettbewerb "Mensch sein"

Am 4. Oktober wurden in Kiew vier Kurzgeschichten ausgezeichnet, die im Rahmen des Wettbewerbs "Mensch sein" eingereicht wurden. Der Wettbewerb kommt einem Bedürfnis vieler Hochbetagter entgegen, sich auch an Gutes zu erinnern oder einem anderen Menschen "Danke" zu sagen. Teilnehmer*innen am Förderprogramm "Treffpunkt Dialog" reichten 59 Texte ein. Eine Jury wählte die vier besten Geschichten aus, die im Rahmen der Preisverleihung verlesen wurden.
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Symposium: Education for Change. Combining History Learning and Human Rights Education in formal, non-formal and higher education

Symposium: Education for Change. Combining History Learning and Human Rights Education in formal, non-formal and higher education

Welche Chancen bietet eine Verbindung von Menschenrechtsbildung und historischem Lernen in der Schule und in außerschulischer Bildung für die Weiterentwicklung des Bildungsansatzes? Auf der Veranstaltung wurden Ansätze aus den beiden Publikationen "Change - Handbook for History Learning and Human Rights Education" und "Crossing Borders - Combining Human Rights Education and History Education" vorgestellt.
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AUSZEICHNUNGEN FÜR EUROPEANS FOR PEACE-PROJEKTE

AUSZEICHNUNGEN FÜR EUROPEANS FOR PEACE-PROJEKTE

Zwei im Programm EUROPEANS FOR PEACE geförderte Projekte erhielten 2016 große Anerkennung: Das deutsch-lettische Projekt "All Together Now!" wurde von der Stadt Riga als "Bestes internationales Projekt 2016" ausgezeichnet. Das Theaterprojekt von jungen Menschen mit und ohne Behinderung ist eine Kooperation des Bundesverbandes russischsprachiger Eltern in Köln und der Schule 71 in Riga, Lettland. Das deutsch-israelische Begegnungsprojekt "Work with us, but don't eat with us" wurde mit dem Europäischen Bürgerpreis 2016 und dem 2. Preis der Sächsischen Landeszentrale für Demokratie prämiert. Zusammen mit der Bildungsstätte Dialog und dem Kibbuz Nachsholim in Israel organisierte das Berufliche Schulzentrum Wurzen einen deutsch-israelischen Austausch, bei dem Jugendliche die Diskriminierung von Zwangsarbeiter*innen im Nationalsozialismus und die Situation der Saisonarbeiter*innen heute untersuchten.
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Kommende Veranstaltungen

17. November 2016, 19 Uhr ~ Lesung und Projektpräsentation: Jüdische weibliche Identitäten heute

17. November 2016, 19 Uhr ~ Lesung und Projektpräsentation: Jüdische weibliche Identitäten heute

Die Stiftung ZURÜCKGEBEN unterstützt seit ihrer Gründung 1994 jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen. Sie tut dies vor dem historischen Hintergrund der Zerstörung von Arbeits- und Lebensmöglichkeiten im Nationalsozialismus. Im Förderprogramm "Jüdische weibliche Identitäten heute" konnten in den Jahren 2012 bis 2015 unterschiedlichste Projekte mit Mitteln der Stiftung EVZ gefördert und umgesetzt werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellen sich einige der Stipendiatinnen mit ihren Arbeiten vor. Im Anschluss stehen sie und die Stiftung ZURÜCKGEBEN für einen persönlichen Austausch zur Verfügung.
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17.-20. November 2016 ~ Jugendkonferenz: „Siebzig Jahre nach den Nürnberger Prozessen: Erinnerung und zivilgesellschaftliches Engagement“

17.-20. November 2016 ~ Jugendkonferenz: „Siebzig Jahre nach den Nürnberger Prozessen: Erinnerung und zivilgesellschaftliches Engagement“

200 junge Aktive zivilgesellschaftlicher Gedenkinitiativen aus Deutschland, Österreich und Ungarn diskutieren zu Menschenrechten und Zwangsarbeit. Die Konferenz findet anlässlich des 70. Jahrestages der Eröffnung der Nürnberger Prozesse statt. Am 9. Dezember 1946 begann der Nürnberger Ärzteprozess. Entsprechend sollen historische Fragen und Formen der Erinnerung an NS-"Euthanasie" und Menschenversuche ebenfalls thematisiert werden. Veranstaltet wird die Konferenz von der Europäischen Janusz Korczak Akademie (EJKA) in München. Kooperationspartner sind die Jewish Agency for Israel (Jerusalem), Bálint Ház (Budapest), die Gedenkinitiative R.E.F.U.G.I.U.S (Oberwart/Österreich) und die KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart.
Ort: Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde, Johann-Priem-Straße 20, 90411 Nürnberg
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24. - 26. November 2016 ~ Konferenz: Im Schatten von Nürnberg. Transnationale Ahndung von NS-Verbrechen

24. - 26. November 2016 ~ Konferenz: Im Schatten von Nürnberg. Transnationale Ahndung von NS-Verbrechen

Die Tagung steht im Kontext des 70. Jahrestages des Endes des Nürnberger Hauptprozesses und aktuell geführter Debatten über das weitgehende Scheitern der nachkriegsdeutschen Justiz bei der Verfolgung der NS-Täter. Sie nimmt die Geschichte der ersten NS-Prozesse sowie deren Folgen für die weitere Strafverfolgung in den Blick. Ein Jahr nach der Nürnberger Urteilsverkündung verurteilte ein sowjetisches Militärtribunal im Herbst 1947 in Berlin-Pankow einen Großteil der wichtigsten SS-Angehörigen des Kommandanturstabes aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen. Die deutsch-polnische Tagung lotet verschiedene Dimensionen des Themenfeldes aus und widmet sich der justiziellen Aufarbeitung der NS-Verbrechen im Kontext der Prozesse in Nürnberg und Pankow. mehr

30. November 2016, 19 Uhr ~ Buchvorstellung und Podiumsdiskussion: Kriegsgedenken als Event. Der 9. Mai 2015 im postsozialistischen Europa

30. November 2016, 19 Uhr ~ Buchvorstellung und Podiumsdiskussion: Kriegsgedenken als Event. Der 9. Mai 2015 im postsozialistischen Europa

Von Tomsk bis Wittenberg und von Estland bis zur Krim: Im Mai 2015 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa zum 70. Mal. Ein internationales Forschernetzwerk untersuchte die Feier zum "Tag des Sieges" am 9. Mai in unterschiedlichen Regionen der postsozialistischen Welt. Neue Gedenkpraktiken der Teilnehmer wurden dabei ebenso beleuchtet wie Versuche staatlicher Regulierung und die geopolitische Dimension des Tages. Die Ergebnisse stellt der präsentierte Sammelband vor. Die Diskussion fragt nach der Bedeutung des weltweit begangenen Kriegsgedenktages für gesellschaftliche Entwicklungen wie auch für die wissenschaftliche Forschung zu Erinnerungskulturen. Die Veranstaltung wird vom Einstein Forum (Potsdam) ausgerichtet. Kooperationspartner ist das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst.
Ort: Einstein Forum, Am Neuen Markt 7, 14467 Potsdam
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