Newsletter 01/2016


Inhalt

Januar - März 2016 ~ Ausstellung & Veranstaltungsreihe: Leben nach dem Überleben – Überlebende des Holocaust und ihre Familien in Israel

Die Überlebenden des Holocaust wurden vor mehr als siebzig Jahren zwar befreit, doch ist ihr Leben bis heute von schweren Traumata geprägt. Das Leben nach dem Überleben – was bringt es mit sich für die Betroffenen und ihre Familien? Im Auftrag der israelischen Hilfsorganisation AMCHA und mit finanzieller Unterstützung der Stiftung EVZ begleitete die Fotografin Helena Schätzle Holocaust-Überlebende und ihre Familien in Israel. Die Bilder und Zitate, die daraus entstanden sind, zeigen die emotionalen Spuren einer noch immer prägenden Vergangenheit. Bis zum 9. März 2016 sind die Bilder von Helena Schätzle im Lichthof des Auswärtigen Amtes als Ausstellung zu besichtigen, begleitet von einer Veranstaltungsreihe. Als Wanderausstellung konzipiert, werden die Bilder danach auch an weiteren Orten in Deutschland gezeigt.
Foto: Helena Schätzle mehr

Aktuelle Ausschreibungen

Förderung einer Veranstaltung: Internationaler Erfahrungsaustausch zum pädagogischen Einsatz von Videointerviews mit Opfern des Nationalsozialismus

Förderung einer Veranstaltung: Internationaler Erfahrungsaustausch zum pädagogischen Einsatz von Videointerviews mit Opfern des Nationalsozialismus

Die Stiftung schreibt die Förderung einer Veranstaltung aus – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Pädagogen soll der internationale Fachaustausch zu aktuellen Fragen der Bildungsarbeit mit Videointerviews mit NS-Opfern ermöglicht werden. Bewerben können sich gemeinnützige Institutionen aus Europa, Israel und den USA mit dem Interesse, eine solche Veranstaltung durchzuführen. Anträge dafür können bis zum 13. März 2016 gestellt werden.
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goEast "Oppose Othering"

goEast "Oppose Othering"

Junge Filmemacher aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa erhalten die Möglichkeit, in bilateralen Tandems Kurzfilme oder Videoclips zu erstellen. Sie kommen erstmals in einem intensiven Training während des goEast-Filmfestivals (20.-26.4.2016) zusammen, um ihre Projektideen gemeinsam weiterzuentwickeln. Ihre Ideen zielen darauf, sich mit ausgrenzenden Einstellungen gegenüber Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser, kultureller und ethnischer bzw. sexueller Identität filmisch auseinanderzusetzen. Sie porträtieren Menschen und Projekte, die Solidarität, Zivilcourage und Widerstand gegen Diskriminierung fördern. Am letzten Programmtag werden die Ideen einer Fachjury präsentiert, die fünf Zweier-Teams auswählen. Sie erhalten Produktionspreisgelder von jeweils 3.000 Euro.
Foto: goEast
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Meet Up! Deutsch – Ukrainische Jugendbegegnungen

Meet Up! Deutsch – Ukrainische Jugendbegegnungen

Die Stiftung EVZ fördert 2016 mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der Robert Bosch Stiftung deutsch-ukrainische Jugendbegegnungen. Anträge auf Förderung sind spätestens bis zum 15.03.2016 bei der Stiftung EVZ einzureichen. Die Projekte müssen bis zum 31.12.2016 abgeschlossen sein! zur Ausschreibung

Neue Publikationen

The Enemy on Display. The Second World War in Eastern European Museums.

The Enemy on Display. The Second World War in Eastern European Museums.

In der Veröffentlichung wird erörtert, wie die Belagerung Leningrads, der Warschauer Aufstand und die Bombardierung von Dresden in lokalen Museen dargestellt werden. Dabei wird besonderes Augenmerk auf das Bild der "Gegner" gerichtet. Die Publikation zeigt Methoden auf, mit denen Ausstellungen und die Rolle historischer Museen in der Gegenwart analysiert werden können.
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Betreuung und Belastung – Herausforderungen bei der psychosozialen Versorgung von Überlebenden der Shoah

Betreuung und Belastung – Herausforderungen bei der psychosozialen Versorgung von Überlebenden der Shoah

Die Betreuung von Shoah-Überlebenden erfordert von professionellen und ehrenamtlichen Pflegenden sowie Familienangehörigen Kompetenzen und Kenntnisse über die Langzeitfolgen von Traumatisierungen und die Risiken einer Übertragung von Traumata. Im November 2014 diskutierten internationale Trauma-Expertinnen und -Experten zum fünften Mal auf einer Fachkonferenz der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) darüber, wie die Versorgung von Shoah-Überlebenden verbessert und die Helferinnen und Helfer vor Sekundärtraumatisierungen geschützt werden können. Die Vorträge wurden in einer Tagungsdokumentation zusammengefasst, die ab sofort bei der ZWST bestellt oder als pdf-Datei von der Website der ZWST heruntergeladen werden kann.
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Neues aus der Förderung

Ausstellung: "Braunschweig – Łódź 1939. Zwei Städte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs". Noch bis 7. März 2016 im Foyer der Stiftung EVZ

Ausstellung: "Braunschweig – Łódź 1939. Zwei Städte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs". Noch bis 7. März 2016 im Foyer der Stiftung EVZ

Am 21. Januar 2016 wurde die Ausstellung "Braunschweig-Łódź 1939. Zwei Städte zu Beginn des zweiten Weltkriegs" im Foyer der Stiftung EVZ eröffnet. Zunächst erläuterten die Projektleiterin, der deutsche Lehrer und seine polnische Kollegin die Entstehung der Projektidee und die Einbindung des Projektes in den jeweiligen Schulalltag. Am Braunschweiger Gymnasium Neue Oberschule Braunschweig wurde sogar ein regulärer Geschichtsgrundkurs für die Klasse 11 eingerichtet, in dem das Projekt erarbeitet wurde.
Durch die umfangreiche Ausstellung, die die Entwicklung beider Städte ab 1939 darstellt, gaben bei der Eröffnung beteiligte Schülerinnen und Schüler kurze Führungen in deutscher und polnischer Sprache. Das Projekt und die Ausstellung wurden 2015 mit dem Sally-Perel-Preis für Respekt und Toleranz des Braunschweiger VW-Werkes ausgezeichnet. Sally Perel überlebte als „Hitlerjunge Salomon“ (auch bekannt durch die Autobiographie und die Verfilmung) den Nationalsozialismus indem er sich als Volksdeutscher ausgab und als Hitlerjunge die Akademie für Jugendführung, eine Schulungseinrichtung zur Ausbildung hauptamtlichen Führungsnachwuchses für die Hitlerjugend in Braunschweig besuchte. Seine Familie selbst war 1938 nach Łódź gezogen.
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Archivworkshops des Jüdischen Museums Berlin 2016

Archivworkshops des Jüdischen Museums Berlin 2016

"Ein Zeitzeugengespräch kann nicht auch mit kraftvollsten Maßnahmen ersetzt werden". Dieser Aussage aus einem der im Förderprogramm "Begegnungen mit Zeitzeugen" geförderten Projekte, trägt das Jüdische Museum Berlin auf eine besondere Art und Weise Rechnung. Seit über zehn Jahren werden im Museum Archivworkshops mit Holocaustüberlebenden durchgeführt, die von der Stiftung EVZ unterstützt werden. Die Workshops richten sich an Schüler und Schülerinnen der 9. - 13. Klasse sowie an Studierende. In diesen Workshops wird mit Dokumenten gearbeitet, die dem Museum von Stiftern geschenkt werden. Im Anschluss an die Gruppenarbeit mit Originalen erfolgt eine Präsentation, Diskussion und Austausch mit dem anwesenden Zeitzeugen. Für 2016 werden wieder bis zu 14 Stifter aus USA, Israel, Großbritannien, Schweden und der Schweiz erwartet. Im Förderprogramm "Begegnungen mit Zeitzeugen" werden weiterhin Anträge laufend angenommen.
Foto: Jüdisches Museum Berlin
Mehr zu den Archivworkshops: "Begegnungen mit der Stifterin Janet Beasley" (Publikation "Zeugen und Zeugnisse", S. 93-95)

Hilfsprojekte: Ein Würdiges Fest

Hilfsprojekte: Ein Würdiges Fest

Dank der humanitären Unterstützung der Stiftung EVZ konnten mehr als 400 ukrainische Überlebende des Holocausts an Roma und ihre Familien in Würde das Neujahrfest und orthodoxe Weihnachten begehen. Im Programm "Partnerschaften für Opfer des Nationalsozialismus" geförderten Projekte haben die in den Gebieten Odessa, Tscherkassy, Kiew, Charkiw und Transkarpatien lebenden Roma pünktlich zu den Feiertagen Lieferungen von Lebensmitteln, Heizmaterial, Medikamenten und Hygieneartikeln erhalten. "Die alten Menschen waren sehr dankbar, manche haben vor Freude geweint" – berichtet der Projektleiter aus Charkiw Vadim Matjuschenko.
mehr zum Projekt in Charkiw (in russischer Sprache)

"Lernen mit Interviews" – Eine Lernumgebung mit Lebenserinnerungen ehemaliger Zwangsarbeiter und ZwangsarbeiterInnen

"Lernen mit Interviews" – Eine Lernumgebung mit Lebenserinnerungen ehemaliger Zwangsarbeiter und ZwangsarbeiterInnen

Mit sechs biographischen Kurzfilmen, die Interviews mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern zeigen, lernen Schülerinnen und Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe über die Zwangsarbeit im Nationalsozialismus. Die Interviews werden ergänzt von historischen Fotos, Dokumenten, Karten, einem Lexikon, Zeitleisten, Infotexten und Hintergrundfilmen. Aufgabenvorschläge und Arbeitsblätter sowie didaktische Kommentare unterstützen Lehrerinnen und Lehrer bei der Nutzung der Lernumgebung im Unterricht. Das Online-Angebot verbindet die Anschaulichkeit gefilmter Zeitzeugen-Interviews mit der Interaktivität digitaler Medien. Sie fördert historische und mediale Kompetenzen und eine aktive Erinnerung an die NS-Zwangsarbeit und ihre Opfer. Die Lernumgebung ist Teil des Projektes "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte" und wurde am Center für digitale Systeme der Freien Universität Berlin entwickelt.
zum Interview-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945"

Preis für Meet up Projekt

Preis für Meet up Projekt

Das Projekt "In 1000 Kilometern 70 Jahre zurück: Eine außerschulische Bildungsreise von Görlitz nach Ternopil zum Ende des 2. Weltkrieges" gewann 2015 beim Geschichtswettbewerb der Sächsischen Jugendstiftung den 2. Preis. Wir gratulieren den Preisträgern!
12 junge Ukrainer und Deutsche reisten 1000 Kilometer von Görlitz nach Ternopil. Sie besuchten gemeinsam Orte des nationalsozialistischen Terrors und trafen sich mit Zeitzeugen. So erfuhren sie, wozu Fanatismus und Intoleranz führen können. Vor dem Hintergrund der Ereignisse um Pegida in Sachsen und der bewaffneten Auseinandersetzungen in der Ostukraine war das Thema natürlich besonders spannend: Gesellschaftliche Ereignisse dürfen nicht nur kritisch distanziert betrachtet werden, sondern verlangen aktives Handeln und Zivilcourage für ein friedliches Miteinander von allen, darin waren sich die jungen Menschen aus Deutschland und aus der Ukraine einig. Zum Abschluss der Reise erstellten die Jugendlichen ein begehbares Geschichtsbuch, das ihre Reise, ihre Diskussionen und Ergebnisse eindrücklich widerspiegelt und im Sächsischen Landtag erfolgreich gezeigt wurde. Das Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms "Meet up! Deutsch-ukrainische Jugendbegegnungen" gefördert.
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Veranstaltungsreihe "Transitional Justice"

Veranstaltungsreihe "Transitional Justice"

In der Reihe "Transitional Justice" ging es in der Veranstaltung am 12. Januar in der Stiftung EVZ um "Gedenken, Erinnern, Bilden". Professorin Susanne Buckley-Zistel hielt den Einführungsvortrag und erläuterte die Entwicklung von Gedenkorten. Stand am Beginn eher eine autoritäre Gestaltung, so entwickelte sich zunehmend ein pluraler Diskurs mit komplementären Erinnerungen bis hin zu gegenläufigen Narrativen. An Beispielen aus der Praxis erklärte Dr. Irina Scherbakowa den Zusammenhang zwischen Aufarbeitung historischen Unrechts und der aktuellen Verfasstheit einer Gesellschaft. Dr. Clara Ramírez-Barat unterstrich, dass nur partizipative Bildungsmethoden glaubwürdig für demokratische Bildungskonzepte sind.
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Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus war in diesem Jahr auf das Thema NS-Zwangsarbeit fokussiert. Die Stiftung EVZ hatte zwei ehemalige Zwangsarbeiterinnen nach Berlin eingeladen. Vor 80 Jugendlichen aus elf Nationen sprach Gabriela Turant aus Łódź über ihre Zwangsarbeit in Berlin und Ulm. Anastasiia Gulei aus Kiev erinnerte sich an ihre Deportation nach Königshütte, ihre Flucht und anschließende Haft im KZ Auschwitz. Beide nahmen an der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages am 27. Januar teil. Dr. Michael Jansen eröffnete am selben Tag die Ausstellung "Zwangsarbeit im ländlichen Raum" im Paul-Löbe-Haus in Berlin.
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"Völkermord an Roma – remember to resist"

"Völkermord an Roma – remember to resist"

Das Projekt "Völkermord an Roma: Remember to resist", das im Förderprogramm "Zwangsarbeit und vergessene Opfer" gefördert wird, schreibt eine Erkundungsreise für junge Sinti und Roma vom 14. bis 29. Mai 2016 durch Osteuropa aus.
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Kommende Veranstaltungen

9. März 2016 ~ Veranstaltungsreihe "Transitional Justice": Entschädigungen. Erwartungen, Erfahrungen und Standards kollektiver und individueller Entschädigungsprogramme nach systematischem Unrecht

9. März 2016 ~ Veranstaltungsreihe "Transitional Justice": Entschädigungen. Erwartungen, Erfahrungen und Standards kollektiver und individueller Entschädigungsprogramme nach systematischem Unrecht

Weltweit gibt es zahlreiche Entschädigungsprogramme für die Opfer historischen Unrechts. Die Veranstaltung widmet sich den Unrechtstatbeständen, den Opfergruppen und der Ausgestaltung der Entschädigungsprogramme. Werden die Entschädigungen individuell oder kollektiv geleistet? Welche Erfahrungen gibt es mit Entschädigungsprogrammen aus Sicht der Opfer, welche aus Sicht der damit betrauten Organisationen? Wie haben sich die Ansprüche an Entschädigungsprogramme – auch unter dem Einfluss der Menschenrechte – historisch weiterentwickelt? Die Stiftung EVZ hat in den Jahren 2001 bis 2007 Gelder in Höhe von etwa 4,4 Mrd. Euro an 1,66 Mio. ehemalige NS-Zwangsarbeiter ausgezahlt. Damit ist sie selbst eine Entschädigungsakteurin gewesen. Die Veranstaltungsreihe "Transitional Justice. Instrumente - Erfahrungen - Herausforderungen" ist eine Kooperation der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, des Deutschen Instituts für Menschenrechte und der Stiftung EVZ.
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9. & 10. März 2016 ~ Theaterstück: Ännes letzte Reise

9. & 10. März 2016 ~ Theaterstück: Ännes letzte Reise

Eine junge Frau wird zur Zeit des NS-Regimes in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Ausgangspunkt für das Theaterstück ist der dokumentierte Fall der Anna Lehnkering, genannt Änne, die von 1936 bis 1940 Patientin der Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Hau war und am 7. März 1940 in Grafeneck Opfer der "Euthanasie" wurde. Mit großem Respekt erzählen zwei Darsteller in den verschiedenen Rollen der Mutter, des Lehrers, der Geschwister, Nachbarn, Ärzte und Änne selber mittels dokumentarischen Materials und Projektionen von Ännes erschütternder Lebensgeschichte bis zu ihrem Abtransport in eine Vernichtungsanstalt. Die Stiftung EVZ fördert 2016 Aufführungen des Theaterstücks in Deutschland.
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9. - 11. März 2016 ~ Internationales Forum: Geteiltes Gedächtnis an NS-Zwangsarbeit im Europa des 21. Jahrhunderts

9. - 11. März 2016 ~ Internationales Forum: Geteiltes Gedächtnis an NS-Zwangsarbeit im Europa des 21. Jahrhunderts

Das dreitägige internationale Forum der Humboldt-Universität zu Berlin und der Stiftung EVZ findet im Hamburger Museum der Arbeit parallel zur Ausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg" statt. Partizipative Formate wie Workshops, Exkursionen, Seminare und öffentliche Veranstaltungen beschäftigen sich mit dem unterschiedlichen Erinnern an NS-Zwangsarbeit im heutigen Europa. Das internationale Forum bildet den Auftakt einer Reihe von Tagungen, die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus dem universitären und musealen Bereich sowie anderen Organisationen zusammenbringen sollen.
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13. - 15. März 2016 ~ Internationale Konferenz von Parlamentsabgeordnete zur Bekämpfung von Antisemitismus

13. - 15. März 2016 ~ Internationale Konferenz von Parlamentsabgeordnete zur Bekämpfung von Antisemitismus

Die Organisation "Interparlamentary Coalition for Combating Antisemitism" (ICCA) aus London veranstaltet im Deutschen Bundestag und im Auswärtigen Amt die dritte internationale Konferenz von Parlamentsabgeordneten aus aller Welt zur Bekämpfung von Antisemitismus. Die Stiftung EVZ fördert im Programm "Facing Antisemitism and Antigypsyism" die Teilnahme von Abgeordneten aus Mittel- und Osteuropa an dieser Konferenz.
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16. März 2016 ~ Podiumsgespräch: Erneut vom Krieg eingeholt

16. März 2016 ~ Podiumsgespräch: Erneut vom Krieg eingeholt

Seit der russischen Annexion der Krim und dem Ausbruch des Krieges im Osten der Ukraine sind fast zwei Millionen Menschen aus ihren Heimatorten geflohen. Im Januar 2016 zählte UNHCR allein in den durch die ukrainische Regierung kontrollierten Gebieten mindestens 800.000 IDPs. Sie leiden unter der kriegsbedingten Wirtschaftskrise und dem Zusammenbruch der Versorgungssysteme. Besonders prekär ist die Lage alter Menschen. Auf dem Podium erzählen Ljudmila Kotscherschina, Projektleiterin und NS-Überlebende aus Dnipropetrowsk, der aus der Krim geflohene Projektleiter Anton Plaksun sowie der ehemalige Dachau-Häftling und Projektteilnehmer aus Slawjansk Pawel Scharun über ihre Erlebnisse, die aktuelle Lage und Möglichkeiten der Unterstützung von NS-Opfern, die von den Kriegshandlungen in der Ostukraine betroffen sind. Die Projekte werden im Rahmen des Programms "Partnerschaften für Opfer des Nationalsozialismus" gefördert.
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19. - 20. März 2016 ~ Theater: Das Spiel von Dina und Jovan

19. - 20. März 2016 ~ Theater: Das Spiel von Dina und Jovan

Die Darsteller und Akteure des Theaterstücks "Das Spiel von Dina und Jovan" wurde von den Berliner Festspielen zum Wettbewerb "Theatertreffen der Jugend" eingeladen. Das Stück wird am 19. und 20. März 2016 in Berlin im "Haus der Jugend Zehlendorf" aufgeführt. Auf der Bühne entwickelten Berliner Jugendliche aus den Holocaust-Erinnerungen der zwei Überlebenden Dina und Jovan Rajs ein Theaterstück, welches 2015 im Haus der Wannsee Konferenz sowie im Stockholmer Theaterstudio Lederman mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Die Inszenierung wurde von der Stiftung EVZ gefördert.
Foto: Jeele Johannsen
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April 2016 ~ Theater: "Verschleppt jung ohne ich" – eine Theaterperformance am Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers Ravensbrück in Eberswalde

April 2016 ~ Theater: "Verschleppt jung ohne ich" – eine Theaterperformance am Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers Ravensbrück in Eberswalde

Die Eisenspalterei war ein Außenlager des KZ Ravensbrück. 800 Frauen aus Polen, Italien und anderen Ländern wurden hier im Nationalsozialismus gedemütigt und ausgebeutet.
Heute untersuchen deutsche und polnische Jugendliche den historischen Ort unter theaterpädagogischer Anleitung. Überlebensberichte ehemaliger polnischer Zwangsarbeiterinnen dienen als Quelle. Ergebnis der Auseinandersetzung ist eine theatrale Performance: Gemeinsam mit den Zuschauenden wird der Ort begangen, und es werden Momente des Schreckens, aber auch des Überlebenswillens geschildert.
Termine:
9. April 2016, 17 Uhr (Premiere)
10., 16., 17. April, 17 Uhr
Erinnerungsort Eisenspalterei / Jugend- und Kultureinrichtung EXIL, Am Bahnhof Eisenspalterei, 16227 Eberswalde
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18. April 2016 ~ Veranstaltungsreihe "Transitional Justice": Archive als Akteure der Aufarbeitung

18. April 2016 ~ Veranstaltungsreihe "Transitional Justice": Archive als Akteure der Aufarbeitung

Archiven kommt eine wichtige Rolle nicht nur für historische Forschungen zu. Auch in Aufarbeitungsprozessen werden Archivalien zu Kronzeugen, die dazu beitragen, Täter schwerer Menschenrechtsverletzungen zu identifizieren und zu überführen. Für die Opfer staatlicher Gewalt hängt von der archivalischen Überlieferung oftmals ab, ob sie mit ihren Erfahrungen Glauben finden und rehabilitiert werden. Mit der umfassenden Öffnung der Archive der SED-Diktatur zum 3. Oktober 1990 setzte die Bundesrepublik Maßstäbe. Über Nacht wurden nahezu alle Dokumente für Forschung, Medien und Betroffene zugänglich. Insbesondere die Öffnung der Bestände der Geheimpolizei und die Überprüfung von Personen im öffentlichen Dienst gelten als beispielhaft.
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18. April 2016, 18.30 Uhr ~ Buchpräsentation: Nachkommen von Verfolgten des Nationalsozialismus

18. April 2016, 18.30 Uhr ~ Buchpräsentation: Nachkommen von Verfolgten des Nationalsozialismus

Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. präsentiert in der Kölner Zentralbibliothek einen Sammelband mit den Ergebnissen seiner Konferenz zum Thema "Nachkommen der Verfolgten des Nationalsozialismus", die im Juni 2015 in Berlin stattfand. Auf der Konferenz boten mehr als zwanzig Referentinnen und Referenten Workshops zu den Themenfeldern Soziale Arbeit, Psychologie und gesellschaftliche Teilhabe an. Die Publikation greift, ebenso wie die ihr zugrundeliegende Konferenz, erstmals das Thema Nachkommen von NS-Verfolgten aus den Perspektiven verschiedener Opfergruppen auf. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Germania Judaica - Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums e.V. statt. Veranstaltungsort: Zentralbibliothek Köln, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln
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20. April 2016 ~ Ausstellungseröffnung: Wege der Diskriminierung. Die Geschichte von Roma und Sinti in Tschechien

20. April 2016 ~ Ausstellungseröffnung: Wege der Diskriminierung. Die Geschichte von Roma und Sinti in Tschechien

"Dieses Projekt hat mir geholfen, die Augen zu öffnen und Vorurteilen - nicht nur gegenüber Roma und Sinti - Aufmerksamkeit zu schenken." František Hartl, Teilnehmer im Projekt "Wege der Diskriminierung"
In den tschechischen und deutschen Köpfen stecken eine ganze Menge Vorurteile. Das war die Ausgangsthese des Schülerprojekts eines tschechischen und eines deutschen Gymnasiums. Die Jugendlichen arbeiteten gemeinsam zur Geschichte der Sinti und Roma in beiden Ländern. Sie versuchten zum Beispiel zu klären, warum Sinti und Roma Diskriminierungen erleben - im Zweiten Weltkrieg und bis heute.
Die Jugendlichen trafen sich in beiden Ländern und lernten die Geschichte der Diskriminierung einer Minderheit durch Vorträge, Workshops, Gespräche und eigene Recherchen kennen. Sie hinterfragten ihre Vorurteile. In der Wanderausstellung, die am 20. April nach Stationen in Ostrov und Schwabmünchen nun in Berlin eröffnet wird, haben sie ihre Erkenntnisse zusammengefasst.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Antikomplex z.s. und bis zum 20. Juni im Foyer der Stiftung EVZ zu sehen.
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22. April - 17. Juni 2016 ~ Länderfinale: Jugend debattiert international 2016

22. April - 17. Juni 2016 ~ Länderfinale: Jugend debattiert international 2016

"Jugend debattiert international" ist ein Debattierwettbewerb für Jugendliche aus zehn mittel- und osteuropäischen Ländern. Der Wettbewerb will zur Auseinandersetzung mit Menschenrechten und ihren geschichtlichen Hintergründen anregen und das Debattieren als Medium politischer Kultur und demokratischer Auseinandersetzung stärken. Um zugleich die deutschen Sprachkenntnisse in den beteiligten Ländern und die bilateralen Kulturbeziehungen zu fördern, findet das Projekt in deutscher Sprache statt. Ab April 2016 werden in den zehn teilnehmenden Ländern die Landessieger ermittelt. Die Länderfinale werden vom Goethe-Institut Prag koordiniert und von den Goethe-Instituten im jeweiligen Land veranstaltet.
Finalveranstaltungen der Länder (voraussichtlich): 22.4. Slowenien, Ljubljana; 27.4. Lettland, Riga; 28.4. Estland, Tallinn; 29.4. Litauen, Vilnius; 20.5. Russland, St. Petersburg; 20.5. Ukraine, Kiew; 25.5. Ungarn, Budapest; 10.6. Polen, Warschau; 16.6. Tschechien, Prag; 17.6. Slowakei, Bratislava
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26. April 2016 ~ Symposium:  Gewaltprävention und Opferschutz – Täter-Opfer-Konstellationen in der Altenhilfe

26. April 2016 ~ Symposium: Gewaltprävention und Opferschutz – Täter-Opfer-Konstellationen in der Altenhilfe

Die Menschen, die heute in deutschen Altenhilfe-Einrichtungen betreut werden, gehören meist zur Generation, die den Zweite Weltkrieg und das NS-Regime überlebt hat. Ehemalige NS-Verfolgte treffen auf einstige Mitläufer oder Täter des NS-Regimes. Dabei werden häufig ehemalige NS-Verfolgte durch aggressives Verhalten der einstigen Täter und Mitläufer re-traumatisiert. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Altenhilfe-Einrichtungen sind mit solchen Situationen meist überfordert, die Opfer bleiben sich selbst überlassen. In einem einjährigen Projekt haben das Institut für soziale Innovationen (ISI) und der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. solche Täter-Opfer-Konstellationen in Altenhilfe-Einrichtungen untersucht und eine Handreichung entwickelt, mit praktischen Hilfestellungen für Altenhilfe-Fachkräfte zur Gewaltprävention und zum Opferschutz. Die Ergebnisse des Projekts werden nun auf einem eintägigen Symposium in Duisburg vorgestellt.
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10. Mai 2016 ~ Ausstellungseröffnung: Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

10. Mai 2016 ~ Ausstellungseröffnung: Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

Über 20 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus fast allen Ländern Europas wurden als "Fremdarbeiter", Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge in das nationalsozialistische Deutsche Reich verschleppt oder mussten in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten Zwangsarbeit leisten. Spätestens seit 1942 gehörten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zum Alltag im nationalsozialistischen Deutschland. Die aus ganz Europa, vor allem aus den östlichen Ländern, deportierten Arbeitskräfte wurden überall eingesetzt: in Rüstungsbetrieben ebenso wie auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Handwerk, in öffentlichen Einrichtungen und in Privathaushalten. Ob als Besatzungssoldat in Polen oder als Bäuerin in Thüringen - alle Deutschen begegneten Zwangsarbeitern, viele profitierten von ihnen. Zwangsarbeit war kein Geheimnis, sie war ein öffentlich stattfindendes Verbrechen. Eine internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, initiiert und gefördert von der Stiftung EVZ.
Ausstellungsort: Museum Arbeitswelt Steyr, Österreich
www.ausstellung-zwangsarbeit.at

11. Mai 2016 ~ Veranstaltungsreihe "Transitional Justice": NEVER AGAIN! A Framework for Guarantees of Non-Recurrence

11. Mai 2016 ~ Veranstaltungsreihe "Transitional Justice": NEVER AGAIN! A Framework for Guarantees of Non-Recurrence

Eine der zentralen Funktionen von Transitional Justice ist es, in der Zukunft massive Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Deshalb hat im Jahr 2015 der von den Vereinten Nationen eingesetzte Sonderberichterstatter dem Menschenrechtsrat und der Generalversammlung Vorschläge vorgelegt, welche Elemente eine umfassende Strategie umfassen muss. Diese reichen von Reformen des Strafrechts und der Verfassung über die Reform des Gerichtssystems und des Sicherheitssektors bis hin zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine Mitgestaltung durch die Zivilgesellschaft.
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12. Mai 2016 ~ Programmpräsentation: Förderprojekte gegen Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität

12. Mai 2016 ~ Programmpräsentation: Förderprojekte gegen Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität

Mehrere tausend, als "homosexuell" bezeichnete Menschen wurden im Nationalsozialismus verfolgt. Heute genießen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle (LSBTI) den Schutz der allgemeinen Menschenrechte. Ihre Umsetzung muss vielerorts jedoch erst erstritten werden. Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität ist in allen europäischen Ländern immer noch verbreitet. Die Stiftung EVZ bündelt seit 2015 ihre Aktivität für die Menschenrechte von LSBTI in einem eigenständigen Förderprogramm. Das Programm und seine ersten Förderprojekte in der Ukraine, in Russland, Litauen und Deutschland werden vorgestellt.
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Dietrich Wolf Fenner
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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