Newsletter 01/2018

Inhaltsverzeichnis

Neues aus der Stiftung

Trügerische Erinnerungen – Wie sich Deutschland an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert

Trügerische Erinnerungen – Wie sich Deutschland an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert

Anlässlich des Jahrestages der Luftangriffe auf Dresden zeigte die Stiftung EVZ am 13. Februar 2018 bei einer Pressekonferenz, wie es um die Erinnerungskultur in Deutschland aktuell steht. Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg ist von Familiengeschichten geprägt: In den Narrativen ist die Anzahl der Täter genauso groß wie die Anzahl der Helfer, so eines der Ergebnisse einer repräsentativen Telefonbefragung von über 1.000 Personen. Die Studie „MEMO Deutschland – Multidimensionaler Erinnerungsmonitor“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld unter Federführung von Professor Dr. Andreas Zick durchgeführt.
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Veranstaltungen

Was das Theater zur lebendigen Erinnerungskultur beitragen kann

Was das Theater zur lebendigen Erinnerungskultur beitragen kann

Welche Rolle kann das Theater für ein kritisches Geschichtsbewusstsein spielen? Zum Austausch darüber laden das Theater der Jungen Welt Leipzig und die Stiftung EVZ zu einer Theaterwerkstatt nach Leipzig ein. Unter dem Titel „Theater macht Geschichte. Künstlerische Interventionen für die Zukunft“ gehen Theaterschaffende und Kreative vom 16. bis 18. Februar 2018 der Frage nach, wie sich Gegenwartsbezüge zur Geschichte des Nationalsozialismus auf der Bühne darstellen lassen. In vier thematischen Workshops entwickeln sie Ideen für produktive, neue Spielräume und tauschen ihre Erfahrungen über die künstlerische Arbeit mit Zeitzeugnissen aus.
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Umkämpfte Erinnerungen – Eine Ausstellung im Förderprogramm „Migration und Erinnerungskultur“

Umkämpfte Erinnerungen – Eine Ausstellung im Förderprogramm „Migration und Erinnerungskultur“

Die Geschichte (auch) aus Sicht der Betroffenen zu schreiben – bei Völkermorden ist dieses Credo noch zwingender als es im Zusammenhang mit der Geschichte von Ausbeutung, Unterdrückung, Rassismus, Kolonisierung und Gewalt ohnehin ist. Erstmalig entwickeln Junge Erwachsene, die sich mit der Vermittlung der Geschichte von Völkermorden im 20. Jahrhundert auseinandersetzen, eine Ausstellung für die Galerie des August Bebel Instituts. Die Ausstellung wird am 1. März 2018 um 19 Uhr eröffnet.
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Gedanken an „Verbrannte Dörfer“

Gedanken an „Verbrannte Dörfer“

Aus Anlass des Gedenktages an die Überlebenden der „verbrannten Dörfer“ organisiert die Vereinigung „Verständigung“ am 21. März 2018 gemeinsam mit der nationalen Gedenkstätte „Chatyn“ der Republik Belarus ein Forum in Minsk. Ziel ist der fachliche Austausch von Expert*innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu Formen des Gedenkens und zur Bedeutung des Schicksals von NS-Opfern.
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Vergessener Ort wird Ausstellungsort

Vergessener Ort wird Ausstellungsort

2015 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A in Görlitz/Zgorzelec das „Europäische Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur“ eröffnet, ein Treffpunkt und außerschulischer Bildungsort für junge Menschen aus ganz Europa. Meetingpoints Music Messiaen e.V. möchte an das Kriegsgefangenenlager, einen über Jahrzehnte vergessenen Ort, erinnern. Die NS-Zwangsarbeit in Görlitz und die Fragen nach den Ursachen des Vergessens werden in einer deutsch-polnischen Ausstellung zum Gefangenenlager und im Begleitprogramm ab 18. April 2018 präsentiert.
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Ausgezeichnete Erzählungen

Ausgezeichnete Erzählungen

Am 11. April 2018, dem Gedenktag zur Befreiung von Buchenwald, findet in Kiew im Haus der Schriftsteller die Preisverleihung im Geschichtenwettbewerb „Mensch Sein“ statt. Ausgezeichnet werden ukrainisch- und russischsprachige Erzählungen über Beispiele der Menschlichkeit zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Bis zum 31. Januar 2018 wurden in der Ukraine 200 Bewerbungen eingereicht.
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Internationale Steuerungsgruppe

Internationale Steuerungsgruppe

Vom 25. bis 27. April 2018 treffen sich in Berlin die Koordinator*innen des Förderprogramms „Treffpunkt Dialog“. Auf der jährlich stattfindenden internationalen Steuerungsgruppe diskutieren die Länderkoordinator*innen des Programms aus Belarus, Russland und der Ukraine mit den Mitarbeiter*innen der Stiftung EVZ über aktuelle Herausforderungen der Unterstützung von NS-Opfern, über Förderkriterien und gute Praxis. Aktuell unterstützt die Stiftung EVZ im Programm „Treffpunkt Dialog“ etwa 80 humanitäre Projekte in drei Ländern.

Neues aus der Förderung

„1938 Projekt. Posts from the Past“ – ein digitaler Kalender

„1938 Projekt. Posts from the Past“ – ein digitaler Kalender

Die einschneidenden Ereignisse des Jahres 1938, das wie kaum ein anderes Jahr eine Zäsur in der deutsch-jüdischen Geschichte markiert, jähren sich 2018 zum 80. Mal. Zur Erinnerung daran hat das Leo Baeck Institute New York | Berlin einen Online-Kalender zusammengestellt. Digitale Kalenderblätter, die zum entsprechenden Datum freigeschaltet werden, schildern private Eindrücke und Erlebnisse von Jüdinnen und Juden und rücken so die unzähligen persönlichen Schicksale, die sich hinter nüchternen Zahlen verbergen, in den Vordergrund.
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Rap verbindet Aktualität und Zeitgeschichte

Rap verbindet Aktualität und Zeitgeschichte

Am 7. Februar 2018 fand eine Begegnung von Schüler*innen des Gymnasiums Lemwerder bei Bremen mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano und Kutlu Yurtseven, einen Betroffenen der NSU-Anschläge, statt. Nach einem Rap- und Filmworkshops am Vormittag gestalteten die Schüler*innen eine Abendveranstaltung zusammen mit der Rap-Band Microphone Mafia, deren Mitglieder die 93-jährige Bejarano und Yurtseven sind. Zudem las Bejarano aus dem Buch „Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen Rechts“, Yurtseven berichtete von der Täter-Opfer-Umkehr und dem strukturellen Rassismus im Kontext der NSU-Anschläge. Organisiert wurde der Projekttag vom Lehrerkollegium des Gymnasiums Lemwerder, der Veranstaltungsstätte BEGU Lemwerder und der Projektgruppe CINS (Circus im Nationalsozialismus). Termine der Deutschlandtour auf www.microphone-mafia.com.
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Publikationen

"Europeans for Peace": Youth encyclopedia of (anti)discrimination


"Europeans for Peace": Youth encyclopedia of (anti)discrimination


Im Rahmen der "Europeans for Peace"-Ausschreibung „Discrimination. Watch out!“ kamen junge Menschen aus Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo und Deutschland in einem internationalen Jugendaustauschprojekt zusammen, um sich mit Diskriminierung – insbesondere von LGBTIQ – auseinanderzusetzen. Entstanden ist dabei die „Youth Encyclopedia of (Anti)Discrimnation“, eine besondere Sammlung von persönlichen Geschichten und informativen Beiträgen.
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"MEET UP!": Eine deutsch-ukrainische Schreibwerkstatt

"MEET UP!": Eine deutsch-ukrainische Schreibwerkstatt

20 junge Deutsche und Ukrainer trafen sich im Dezember 2017 zu einer deutsch-ukrainischen Schreibwerkstatt im Berlin. Die Begegnung diente der Vernetzung von jungen Menschen, die sich für den deutsch-ukrainischen Austausch engagieren und gern schreiben. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, von ihren Austauscherfahrungen zu berichten und verschiedene Techniken des kreativen Schreibens auszuprobieren. So entstanden heitere, nachdenkliche, realistische aber auch absurde Geschichten zu Themen, die den jungen Autor*innen am Herzen liegen: Die Zukunft ihres Heimatlandes, die deutsch-ukrainischen Beziehungen und der unbändige Wille, das Kommende mitzugestalten.
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Aktuelle Ausschreibungen

„Treffpunkt Dialog“ in Belarus und Russland

„Treffpunkt Dialog“ in Belarus und Russland

In Belarus schreibt die Internationale gesellschaftliche Organisation „Verständigung“ zum 10. Mal das Förderprogramm „Treffpunkt Dialog“ aus. NGOs, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Opfern des Nationalsozialismus engagieren, können sich bis zum 28. Februar 2018 bewerben. Zur Förderung von 15 bis 20 humanitären Projekten stellt die Stiftung insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung.
In Russland läuft derzeit die 9. Ausschreibung des Förderprogramms. Auch hier stehen 300.000 Euro für Projekte zugunsten von Überlebenden des Nationalsozialismus zur Verfügung. CAF Russia schreibt das Förderprogramm aus.
zu den Antragsunterlagen beider Förderprogramme in russischer Sprache

Sinti und Roma: Engagement in Deutschland

Sinti und Roma: Engagement in Deutschland

Die Stiftung EVZ stärkt Sinti und Roma als Nachfahren einer Minderheit, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung war, und unterstützt Projektideen zur Stärkung der Bildungsteilhabe. Selbstorganisationen der Sinti und Roma in Deutschland – gerne in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern – können bis zum 4. März 2018 entsprechende Vorhaben einreichen. Ausgewählte Projektideen können bei einem Beratungsseminar (voraussichtlich im Mai 2018) zu einem Förderantrag weiter entwickelt werden.
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Deutsch-ukrainisches Project Pitching

Deutsch-ukrainisches Project Pitching

Tandems bestehend aus deutschen und ukrainischen Aktivist*innen können sich für das "MEET UP! Project PITCHING" bewerben und mit ihrer Idee die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine intensivieren. Wenn die Teams es schaffen, eine Expert*innenjury in Berlin und Kiew zu überzeugen, erhalten sie für ihr Projekt eine Förderung. Bewerbungsschluss ist der 15. März 2018.
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„Jugend Debattiert International“ geht in eine neue Runde

„Jugend Debattiert International“ geht in eine neue Runde

„Jugend debattiert international“, der Debattierwettbewerb für Jugendliche aus zwölf mittel- und osteuropäischen Ländern, will zur Auseinandersetzung mit Menschenrechten und ihren geschichtlichen Hintergründen anregen und das Debattieren als Medium politischer Kultur und demokratischer Auseinandersetzung stärken. Um zugleich die deutschen Sprachkenntnisse in den beteiligten Ländern und die bilateralen Kulturbeziehungen zu fördern, findet das Projekt in deutscher Sprache statt. Ab April 2018 werden in den zwölf teilnehmenden Ländern die Landessieger*innen ermittelt. Der Wettbewerb wird vom Goethe-Institut Prag koordiniert und von den Goethe-Instituten im jeweiligen Land veranstaltet.
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Über aktuelle Themen und Termine der Stiftung EVZ informiert Sie dieser Newsletter. Hier können Sie sich zum Newsletter an- oder abmelden. Der nächste Newsletter erscheint am 15. Mai 2018.

Kontakt

Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
Kathrin Wiermer
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Friedrichstraße 200
10117 Berlin
wiermer(at)stiftung-evz.de
www.stiftung-evz.de
www.facebook.com/evzfoundation



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