Newsletter 4/2012

 

 

INHALT

TRANSNISTRIEN - DER VERGESSENE HOLOCAUST 1941-1944

Fünftes Internationales Forum der Geschichtswerkstatt Europa: "Transnistrien – der vergessene Holocaust 1941–1944"

 

Vom 23. bis zum 29. September fand in Chisinau (Republik Moldau) und Odessa (Ukraine) die internationale Konferenz "Transnistrien – der vergessene Holocaust 1941–1944" statt. Historiker und Sozialwissenschaftler debattierten die gegenwärtigen Erinnerungskulturen Rumäniens, der Ukraine, Israels und der Republik Moldau zu den Massenverbrechen in dieser Region. An der Konferenz nahmen auch 25 Studenten und Doktoranden aus Ost- und Mittelosteuropa teil. Gefördert mit Reisestipendien der Stiftung EVZ hatten sie die Möglichkeit, an Exkursionen zum Holocaust an Juden und dem Völkermord an den europäischen Roma in der Zeit des Nationalsozialismus, nach Odessa und Chisinau teilzunehmen. mehr

NEUES AUS DER FÖRDERUNG

Tagungsreihe „Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft" in Köln

Am 29. und 30. Oktober fand in Köln die Tagung „Bildungszugang Gender“ der Reihe "Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft" statt. Die Veranstaltung ist Teil der Tagungsreihe, die die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ in erfolgreicher Kooperation mit KIGA – Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, dem Fritz Bauer Institut und dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin seit Oktober 2011 ausrichtet. Nach der Eröffnung durch den Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Salm sprachen u.a. Prof. Dr. Astrid Messerschmidt von der PH Karlsruhe und Dr. Heike Radvan von der Amadeu Antonio Stiftung. Auf der Tagung tauschten sich 110 Teilnehmer aus Wissenschaft und Bildung aus.

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Fachtagung zur Betreuung von Shoa-Überlebenden

Die Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) veranstaltete Anfang November 2012 in Frankfurt/Main ihre Fachtagung zur Arbeit mit Holocaust-Überlebenden. Die Tagung widmet sich jedes Jahr einem Thema, das Fachleute in ihrer täglichen Arbeit mit Überlebenden beschäftigt. Diesmal diskutierten rund 100 Sozialarbeiter, Psychologen und Wissenschaftler Fragen der Identitäts- und Persönlichkeitsbildung von Überlebenden, die in ihrer Kindheit oder Jugend die jüdische Identität leugnen mussten oder durch den Verlust der Familie nicht entwickeln konnten. Gerade im Alter leiden diese Menschen oft unter den Folgen einer gestörten Identitätsbildung oder fehlender Erinnerungen an ihre familiären Ursprünge. Ziel der Tagung, die bereits zum vierten Mal von der Stiftung EVZ gefördert wurde, ist eine Verbesserung der praktischen Betreuung, Beratung und Versorgung der Überlebenden von NS-Verfolgung.

KOMMENDE VERANSTALTUNGEN

20. - 22. November, Internationale Konferenz "Preserving Survivors´ Memories"

Die Internationale Konferenz „Preserving Survivors‘ Memories. Digital Testimony Collections about Nazi Persecution – History, Education and Media“ findet in Berlin statt. Der Eröffnungsvortrag ist im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung und wird von einem Pionier der Oral History, Prof. Dr. Geoffrey Hartman (Yale University) zum Thema „A Future Memory: Holocaust Testimony and Media Witness in an Era of Genocides“ im Haus der Kulturen der Welt am 20. November um 18 Uhr gehalten. Anmeldung ist erbeten. Weitere Information dazu und das Konferenzprogramm finden Sie hier.

26. - 27. November, Tagung "Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft"

Die Tagung in Berlin befasst sich mit Erinnerung an systematisches Unrecht und kollektive Gewalt des 20. Jahrhunderts: Kriege, Bürgerkriege, Völkermorde, Deportationen, sog. ethnische Säuberungen. Angesichts von Globalisierung und transnationaler Migration verändern sich auch die Nachwirkungen von Unrechtserfahrungen innerhalb von Gesellschaften. Gedächtnisse und Erinnerungskulturen werden „vielstimmig“. Die Tagung richtet sich an Akteure aus Bildung, Gedenkstätten, Stadtteilarbeit und Vereinen.

Tagungsprogramm

29. November, Konferenz „Zugang zu sozialen Dienstleistungen für behinderte und alte Menschen“

Die Konferenz, die das Russische Rote Kreuz - Pskower Regionalverband gemeinsam mit zwei staatlichen Organen organisiert, findet am 29. November in der russischen Stadt Pskow statt. Anlass ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung (3. Dezember). Anhand von Praxisbeispielen wird über eine Modernisierung des Sozial- und Gesundheitssystems diskutiert. Ziel ist die Konsolidierung des Engagements von Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Staat für ein verändertes Verhältnis zu Menschen mit Behinderungen und die Beseitigung von Benachteiligungen. Die Konferenz findet im Rahmen des Projekts „Ambulanter Pflegedienst, Beratungsstelle und Seniorenklub in Pskow“ statt, das im Förderprogramm „Partnerschaften für Opfer des Nationalsozialismus“ unterstützt wird. mehr

9. Januar 2013, Ausstellungseröffnung „Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“

Die Ausstellung „Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“ wird an ihrer nächsten Station vom 9. Januar bis zum 8. März 2013 im Königsschloss der polnischen Hauptstadt Warschau zu sehen sein. Dort steht sie unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des polnischen Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski und von Bundespräsident Joachim Gauck. Das Begleitprogramm zur Ausstellung in Warschau realisieren polnische und deutsche Partner gemeinsam. 

 

Weitere Informationen

17. Januar 2013, Preisverleihung "EUROPEANS FOR PEACE"

In internationaler Projektarbeit beschäftigten sich Jugendliche aus Deutschland, Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie Israel ein Jahr lang mit Menschenrechtsfragen in Vergangenheit und Gegenwart. Dabei fragten die Jugendlichen nach, warum die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte heute noch aktuell ist und warum die Menschenrechte nicht überall für alle Menschen verwirklicht werden. Die Projekte boten auch Orientierung, wie sich jeder Einzelne aktiv für die Menschenrechte engagieren kann. Auf der Preisverleihung werden vier beispielhafte Projekte des Jahrgangs 2011/2012 für ihr Engagement gewürdigt. Zudem wird der Preis „Blogger/in des Jahres“ verliehen. Im Anschluss an den Festakt geben die Projekte einen Einblick in ihre Ergebnisse.

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24. Januar 2013, Ausstellungseröffnung „Die Mädchen von Zimmer 28, L 410 Theresienstadt“

Anlässlich des Tages des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar eröffnet die Stiftung EVZ diese Ausstellung über ein Mädchenheim des Konzentrationslagers Theresienstadt. Zwölf bis vierzehn Jahre alt waren die Mädchen, die von 1942 bis 1944 im Mädchenheim L 410 des Konzentrationslagers Theresienstadt zusammenlebten. Von etwa 60 Kindern, die als jüdische Häftlinge im Zimmer 28 einquartiert wurden, haben nur fünfzehn die Befreiung vom NS-Terror erlebt. Um den im Holocaust ermordeten Kindern und den einstigen Freunden ein Denkmal zu setzen, haben die Überlebenden mit der Autorin Hannelore Brenner-Wonschick den Verein Room 28 gegründet. Aus dieser Initiative entstand eine Ausstellung, die die Geschichte der Mädchen von Zimmer 28 und ihren KZ-Alltag zeigt. Sie erzählt von einer außergewöhnlichen Gemeinschaft und davon, was Kunst, Kultur und Erziehung zur Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit vermögen. mehr

NEUE PUBLIKATIONEN

„Reconciling Lives“

In Alvin Gilens Buch „Reconciling Lives“ erzählen junge Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste des Jahrgangs 2009/2010 von ihren Begegnungen mit Überlebenden der Shoa. Die Idee für dieses Buch entstand vor einigen Jahren, als der amerikanisch-jüdische Autor und Fotograf Alvin Gilens mit einem ehemaligen Freiwilligen über seine ersten Begegnungen mit Holocaustüberlebenden in den USA Anfang der 80er Jahre sprach.

Zur Publikation

Zum Projekt

"Ich wollte nach Hause, nach Ostpreussen! Das Überleben eines deutschen Sinto"

Als "Zigeuner" erfährt Reinhard Florian (* 1923 bei Insterburg) bereits als Kind Ausgrenzung und nach 1933 auch Gewalt. 1941 verhaftet, überlebt er Deportation und mehrere nationalsozialistische Konzentrationslager wie Gusen und Auschwitz, schwerste Zwangsarbeit, Hunger und einen "Todesmarsch". Der Neuanfang in der Bundesrepublik gestaltet sich schwierig. Krankheit und Trauma machen es ihm jahrelang unmöglich, einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen. Erst Ende der 1990er Jahre erhält er eine Entschädigungszahlung. Seine Erinnerungen bieten Einblick in die bislang unbekannte Verfolgung der ostpreußischen Sinti.

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AKTUELLE AUSSCHREIBUNGEN

Dokumentarfilmpreis "Erinnerung und Zukunft" beim Filmfestival goEast (Frist 31.12.2012)

Die Stiftung EVZ und das Deutsche Filminstitut schreiben im Rahmen des Filmfestivals goEast den mit 10.000 € dotierten Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ aus. Unter dem Motto ‚Zukunft kann gestalten, wer die Vergangenheit nicht ausblendet‘ sollen mit dem Preis Regisseure gewürdigt werden, die sich kritisch mit den gesellschaftlichen Entwicklungen sowie deren Ursachen in ihren Ländern auseinandersetzen und dabei grenzüberschreitende Perspektiven aufzeigen.

Qualifiziert für die Einreichung sind Dokumentarfilme mit einer Laufzeit von mehr als 30 Minuten aus den postkommunistischen Ländern Mittel-, Ost-und Südosteuropa, darunter auch die ehemaligen Republiken der Sowjetunion. Ebenso zum Wettbewerb zugelassen sind Filme, die in Deutschland oder Israel produziert wurden, aber einen klaren Bezug zu Mittel-und Osteuropa aufweisen - sei es aufgrund der Herkunft des Regisseurs und/oder desThemas. Die Filme müssen mit englischen Untertiteln eingereicht werden.

 

Berücksichtigt werden alle Dokumentarfilme, die 2011, 2012 oder 2013 abgeschlossen wurden, welche nicht zur allgemeinen Veröffentlichung vor dem Ende des Festivals angesetzt und bisher noch nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Sechs Dokumentarfilme werden ausgewählt werden, um auf dem 13. Filmfestival goEast in Wiesbaden um den "Erinnerung und Zukunft"-Award im April 2013 zu konkurrieren.

 

weiterführende Informationen

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EUROPEANS FOR PEACE (Frist: 01.01.2013)
THEMA: „Diskriminierung: Augen auf! Euer Projekt zu Ausgrenzung damals – und heute

Die Stiftung EVZ fördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE internationale Schul- und Jugendprojekte zwischen Deutschland und den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Israel. In den Projekten beschäftigen sich die Jugendlichen mit den Themen Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus und/oder mit aktuellen Fragen von Diskriminierung.

 

Bezugspunkt für die Projektarbeit ist der Artikel 2 (Diskriminierungsverbot) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Er fordert, dass jeder ohne Unterschied »etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen« Anspruch auf die Menschenrechte hat.

 

Die Jugendlichen verständigen sich über Lehren aus der Geschichte und/oder setzen sich gegenwartsbezogen mit heutigen Formen der Diskriminierung und entsprechenden Ideologien von Ungleichheit auseinander, wie beispielsweise Antisemitismus, Antiziganismus oder Homophobie. Die Projekte zeigen, wie sich Einzelne in ihrer Lebenswelt aktiv gegen Diskriminierung und für den Respekt und den Schutz von Minderheiten einsetzen können.

 

Schul- und Jugendgruppen sind aufgerufen, sich in internationaler Partnerschaft mit einer Schule oder einem außerschulischen Bildungsträger um die Förderung ihres gemeinsamen Projektvorhabens zu bewerben. EUROPEANS FOR PEACE stärkt das geschichtsbewusste Engagement Jugendlicher für Menschenrechte und Völkerverständigung.

 

Die Projekte werden mit bis zu 25.000 Euro gefördert.

 

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GESCHICHTE(N) IN VEILFALT (Frist 01.02.2013)
Förderprogramm zur Auseinandersetzung mit Geschichte(n) in der Migrationsgesellschaft

Die Stiftung EVZ will mit dem Förderprogramm GESCHICHTE(N) IN VIELFALT die Erkenntnisse und Erfahrungen, die aus der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Geschichte für Demokratie, Aussöhnung, Toleranz und Friedensfähigkeit gewonnen wurden, in weitere Herausforderungen unserer Erinnerungskulturen einbringen. Es sollen Bildungs und Begegnungsprojekte darin unterstützt werden, die verschiedenen Erfahrungen historischen Unrechts, die in der Migrationsgesellschaft nachwirken, anzuerkennen und zu bearbeiten: ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein, eine kompetente Verständigungsbereitschaft, Konflikt- und Partizipationsfähigkeit sollen gestärkt werden. Horizont des Förderprogramms ist ein friedfertiges, respektvolles und demokratisches Zusammenleben.

 

Für die Förderung von Projekten, die in 2013 beginnen, können insgesamt ca. 350.000 Euro bewilligt werden. Damit sollen voraussichtlich etwa 15-20 Projekte gefördert werden. Unterstützt werden Personal- und Sachkosten. Ein angemessener Eigenbeitrag des Projektträgers wird erwartet. Die Einwerbung von Drittmitteln ist erwünscht.

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TREFFPUNKT DIALOG (Frist: 30. November 2012)

Das Programm TREFFPUNKT DIALOG richtet sich an belarussische, russische und ukrainische Organisationen, die sich für die Verbesserung der Lebenssituation von Opfern des Nationalsozialismus in ihren Ländern engagieren. Die Stiftung EVZ will die Überlebenden der NS-Verfolgung nicht allein als hilfsbedürftige Menschen ansprechen. Ziel der Förderung ist es vielmehr, zur Würdigung der Lebensleistung und gesellschaftlichen Anerkennung von NS-Opfern beizutragen. Das jährlich mit rund 1,2 Millionen Euro unterstützte Programm soll auch dazu anregen, die Potenziale einheimischer Sozialsysteme zu nutzen und nachhaltige Strukturen für NS-Opfer vor Ort aufzubauen.

 

Die Stiftung EVZ setzt auf ein Modell von „Verantwortung in Partnerschaft“. Sie hat das Management der Förderprogramme an nationale Organisationen in Belarus, der Russischen Föderation und der Ukraine übertragen. Diese Partnerorganisationen sind verantwortlich für die Bekanntmachung und Administration des Programms sowie für die Begleitung und Vernetzung der geförderten Projekte. Antragsteller, die sich für das Programm bewerben möchten, wenden sich bitte an die Programmträger in den jeweiligen Ländern.

 

Informationen zur 5. Ausschreibung des Programms in Belarus und der Ukraine finden Sie auf der russisch- und ukrainischsprachigen Webseite www.mestovstrechi.info

 

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Die Ausschreibung für Projekte in Russland wird im Februar 2013 veröffentlicht.