Newsletter 3/2011

 

INHALT

 

JAHRESTHEMA "70 JAHRE ÜBERFALL AUF DIE SOWJETUNION"

Am 22. Juni 2011 jährte sich der Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion zum 70. Mal. Anlass für die Stiftung EVZ, die Folgen dieses Krieges insbesondere im Hinblick auf die zivilen Opfer zu thematisieren. Im Themendossier berichten Zeitzeugen in kurzen Videointerviews, wie sie den Überfall auf die Sowjetunion erlebten. In einer Veranstaltungsreihe erinnern Schriftsteller, Historiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an die Leiden der Zivilbevölkerung. Zudem fanden und finden rund um den Jahrestag weitere Veranstaltungen zum Thema statt. 

 

 

Zeitzeugengespräch „Das Schweigen ringsum schreit - Der Massenmord von Babij Jar"

Vor 70 Jahren ermordete die Deutsche Wehrmacht über 30.000 Juden in der Schlucht von Babij Jar/ Ukraine. Einen der letzten Überlebenden, Viktor Stadnik, lud die Stiftung EVZ am 27. September zu einem Zeitzeugengespräch nach Berlin. Stadnik berichtete, wie ihn seine nicht-jüdische Nachbarin vor der Erschießung rettete. Es war das erste Mal, dass der Ukrainer nach Deutschland reiste und hier über seine Erinnerungen sprach. Die Veranstaltung entstand in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst. Fotogalerie

Podiumsgespräch: Erstickte Seelen. „Euthanasie“ in der besetzten Sowjetunion

Die letzte Veranstaltung zum Jahresthema „70 Jahre Überfall auf die Sowjetunion“ ist den ermordeten Psychiatriepatienten in der Sowjetunion gewidmet. In Mogiljow/Belarus fielen 1941/42 hunderte Patienten einer NS-Mordaktion zum Opfer. Die SS-Schergen führten sogenannte Probevergasungen durch, über die ein Film der SS erhalten ist, der bei der Veranstaltung gezeigt wird. Am Beispiel von Mogiljow nehmen Historiker und Mediziner den heutigen Umgang mit den Verbrechen in den Blick. Das Podiumsgespräch findet am 21. November im Kaiserin Friedrich-Haus in Berlin-Mitte statt. Programm

NEUES AUS DEN FÖRDERPROGRAMMEN

„Inklusion als Menschenrecht“ - Neues Handbuch für die Bildungsarbeit erschienen

Das Deutsche Institut für Menschenrechte und die Stiftung EVZ haben am 28. September das Online-Handbuch „Inklusion als Menschenrecht“ vorgestellt. Bei dem Handbuch handelt es sich um eine in Deutschland einzigartige Website mit Informationen, Spielen und pädagogischen Materialien zu den Themen Inklusion, Behinderung und Menschenrechte. zum Online-Handbuch

Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft

Die Tagung „Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft" findet vom 26. bis 27. Oktober mit dem Fokus „Bildungswelt Lebensraum“ in Berlin statt. Wissenschaftler und Pädagogen kommen in der Werkstatt der Kulturen, Berlin-Neukölln, zusammen, um Konzepte und Strategien gegen Antisemitismus zu diskutieren. Die Tagung „Bildungswelt Lebensraum“ ist der erste Teil der Reihe „Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“. Für 2012 sind weitere Veranstaltungen in Frankfurt am Main und Köln geplant. Programm

2. Internationale Hate Crime-Konferenz

Die Stiftung EVZ lädt zum zweiten Mal zu einer internationalen Konferenz zum Thema „Hate Crime" ein. Am 23. und 24. November 2011 werden sich Experten und Praktiker in der Werkstatt der Kulturen, Berlin-Kreuzberg, über Möglichkeiten von Beratung, Monitoring und Lobbyarbeit für Opfergruppen von „Hate Crimes" austauschen. In ihrem Programm STOP HATE CRIME! fördert die Stiftung EVZ zivilgesellschaftliche Initiativen in Osteuropa, die Betroffene von „Hate Crimes" unterstützen. mehr

Preisverleihung EUROPEANS FOR PEACE

Auf der öffentlichen Festveranstaltung am 14. Dezember werden die besten Projekte aus dem aktuellen Jahrgang von EUROPEANS FOR PEACE ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet in der Kalkscheune, Berlin-Mitte, statt. EUROPEANS FOR PEACE fördert unter der Schirmherrschaft von Außenminster Dr. Guido Westerwelle internationale Jugendprojekte, die sich mit historischen und aktuellen Menschenrechtsfragen beschäftigen. Das aktuelle Jahresthema lautet „Menschenrechte in Vergangenheit und Gegenwart". mehr

Methodenhandbuch „Antiziganismus“ - für die schulische und außerschulische Bildung

Die Alte Feuerwache e.V. - Jugendbildungsstätte Kaubstraße veröffentlicht Anfang 2012 ein Methodenhandbuch zum Thema Antiziganismus und zur Geschichte der Sinti und Roma. Es ist das erste umfassende Methodenhandbuch zu diesem Themenkomplex und wurde für Pädagogen, Lehrer, Sozialarbeiter, Bildungsstätten, Gedenkstätten, Hochschulen sowie Schulen entwickelt. Die Publikation wird von der Stiftung EVZ im Programm GESCHICHTE(N) IN VIELFALT gefördert. Buchinhalt

Jugend debattiert international: Finale in Kiew

Vom 17. bis zum 21. Oktober trafen die nominierten Teilnehmer im Wettbewerb „Jugend debattiert international" aus acht Ländern in Kiew aufeinander, um das Debattieren in deutscher Sprache zu üben. Höhepunkt des gesamten Wettbewerbsjahres war die Finaldebatte zum Thema „Sollen alle Länder Europas gesetzlich festlegen, in absehbarer Zeit aus der Nutzung der Atomenergie auszusteigen?". Die Jugend-debattiert-Jury kührten den internationalen Sieger. „Jugend debattiert international" ist ein Projekt des Goethe-Instituts, der Stiftung EVZ, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. mehr

KOMMENDE VERANSTALTUNGEN

Podiumsdiskussion „Mit reinem Gewissen“

Herausgeber und Autoren des Buches „Mit reinem Gewissen" sprechen am 24. Oktober in Berlin über den Einfluss ehemaliger Wehrmachtrichter in der Nachkriegszeit. „Mit reinem Gewissen" belegt Fälle, in denen Wehrmachtrichter nach dem Zweiten Weltkrieg Karriere gemacht haben. Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung EVZ, analysiert in seinem Beitrag die Entschädigung der Militärjustizopfer. 24. Oktober, 20 Uhr im Theater Aufbau Kreuzberg. 

Ausstellung erinnert an ehemalige Zwangsarbeiter in Armenien

Die Ausstellung „Armenier und der Krieg 1941 bis 1945 – Erinnerungen an Kriegsgefangenschaft, Zwangsarbeit und das Leben danach“ ist derzeit in Stuttgart zu sehen. Schwarz-Weiß-Bilder porträtieren 23 ehemalige Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die in Armenien vom Armenischen Roten Kreuz betreut werden. Die Stiftung EVZ fördert einen Pflegedienst für 96 alleinstehende und sozial schwache, ehemalige NS-Verfolgte in zwei armenischen Städten und der ländlich geprägten Provinz Tawusch sowie die Foto-Ausstellung, die bis zum 20. November im Haus der Geschichte, Stuttgart, zu sehen ist. 

Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ Unterwegs

Zagreb, Frankfurt am Main, Leverkusen, Berlin - das sind die Stationen der Reihe „Dokumentarfilmpreis Erinnerung und Zukunft Unterwegs" im Herbst diesen Jahres. Der Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft" wird seit 2008 gemeinsam von der Stiftung EVZ und goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden verliehen. Er würdigt Regisseure, die sich kritisch mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in ihren Ländern auseinander setzen und dabei grenzüberschreitende Perspektiven aufzeigen. Termine

Wettbewerb „Konfrontationen – gegen Gewalt und Intoleranz“ 

Die Stiftung EVZ fördert in diesem Jahr den Wettbewerb „Konfrontationen – gegen Gewalt und Intoleranz“ bei der 27. interfilm, dem internationalen Kurzfilmwettbewerb Berlin. Vom 15. bis 20. November präsentiert der Wettbewerb  „Konfrontationen" dreißig Kurzspielfilme und Animationen über Menschen am Rande der Gesellschaft, Helden des Alltags, Grenzgänger und Flüchtlinge. Programm

AKTUELLE AUSSCHREIBUNGEN

TREFFPUNKT DIALOG (Frist: 1. Dezember 2011)

In Belarus und der Ukraine ist das Förderprogramm „Treffpunkt Dialog“ zum vierten Mal ausgeschrieben. Es finanziert verschiedene Aktivitäten für Verfolgte des Nationalsozialismus in den Bereichen Freizeitgestaltung, Beratung, Unterstützung und Hilfe sowie Lobbyarbeit. Anträge können bei den Programmträgern „Internationale Gesellschaftliche Vereinigung Verständigung“ in Belarus und „Turbota pro Litnih v Ukraini“ in der Ukraine eingereicht werden. mehr

 

DOKUMENTARFILMPREIS „ERINNERUNG UND ZUKUNFT“ (Frist: 31. Dezember 2011)

Die Stiftung EVZ und das Deutsche Filminstitut schreiben im Rahmen des Filmfestivals goEast den mit 10.000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ aus. Unter dem Motto ‚Zukunft kann gestalten, wer die Vergangenheit nicht ausblendet‘ sollen mit dem Preis Regisseure gewürdigt werden, die sich kritisch mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in ihren Ländern auseinander setzen und grenzüberschreitende Perspektiven aufzeigen. mehr

 

EUROPEANS FOR PEACE (Frist: 15. Januar 2012)

Unter dem Thema „Menschenrechte in Vergangenheit und Zukunft" fördert die Stiftung EVZ im Programm EUROPEANS FOR PEACE internationale Jugendprojekte, die sich mit historischen und aktuellen Menschenrechtsfragen beschäftigen. mehr

 

BEGEGNUNGEN MIT ZEITZEUGEN (Bewerbung mind. 2 Monate vor Projektbeginn) 

Die Stiftung EVZ fördert Begegnungen junger Menschen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen Opfern des Nationalsozialismus. Sie vergibt Reisekostenzuschüsse an gemeinnützige Vereine und bürgerschaftliche Initiativen mit Sitz in Deutschland, die NS-Opfer aus dem Ausland zu Zeitzeugengesprächen einladen wollen. mehr