Newsletter 2/2011

INHALT

 

  • Grußwort
  • Jahresthema "70 Jahre Überfall auf die Sowjetunion"
  • Veranstaltungsreihe "Alle Menschen sind gleich an Rechten"
  • Neues aus der Stiftung
  • 2. Berliner Stiftungswoche
  • Aktuelle Ausschreibungen
  • In eigener Sache

 

GRUSSWORT

Liebe Leserinnen und Leser,

 

am Mittwoch vor 70 Jahren überfiel das nationalsozialistische Deutsche Reich die Sowjetunion. Mit einem Vernichtungsfeldzug von bis dahin ungekanntem Ausmaß und mit unvorstellbaren Folgen wollte das NS-Regime seinen Plan vom „Lebensraum im Osten“ realisieren. Dieses Kriegsziel und der Rassenwahn der NS-Diktatur richteten sich in brutalster Weise gegen die Zivilbevölkerung. Der Genozid der osteuropäischen Juden und ganzer Bevölkerungsgruppen und Schichten der UdSSR, wie auch die Ausbeutung der Bevölkerung durch Zwangsarbeit, waren geplanter Bestandteil der Kriegsführung. Die Menschenrechtsverbrechen, die das nationalsozialistische Deutsche Reich insbesondere den östlichen Nachbarn beibrachte, wirken bis heute fort. Die Stiftung EVZ will die Erinnerung an diese Verbrechen in der Gedenkkultur verankern und damit zur Aussöhnung mit den Nachfolgestaaten der UdSSR beitragen. 

Informationen zu den vielfältigen Veranstaltungen zum 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion in Moskau, Kiew und Berlin und zu geförderten Projekten der Stiftung EVZ finden Sie in diesem Newsletter.

 

Freundliche Grüße sendet Ihr Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ

JAHRESTHEMA "70 JAHRE ÜBERFALL AUF DIE SOWJETUNION"

Am 22. Juni 2011 jährt sich der Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion zum 70. Mal. Anlass für die Stiftung EVZ, die Folgen dieses Krieges insbesondere im Hinblick auf die zivilen Opfer zu thematisieren. Im Themendossier berichten Zeitzeugen in kurzen Videointerviews, wie sie den Überfall auf die Sowjetunion erlebten. In einer Veranstaltungsreihe erinnern Schriftsteller, Historiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an die Leiden der Zivilbevölkerung. Zudem finden rund um den Jahrestag weitere Veranstaltungen zum Thema statt:

 

Internationales Forum GESCHICHTSWERKSTATT EUROPA

Das diesjährige Internationale Forum der GESCHICHTSWERKSTATT EUROPA findet vom 20. bis 25. Juni 2011 in Kiew / Ukraine statt. „1941: German War of Extermination in Ukraine and its Acteurs“ ist das Thema des Forums. Im Rahmen von Vorträgen und Seminaren sollen die widerstreitenden Erinnerungen an das europäische 20. Jahrhundert beleuchtet werden. Außerdem stehen die neuesten Ergebnissen der Forschung zum kollektiven und kulturellen europäischen Gedächtnis im Mittelpunkt. mehr

 

Ausstellungseröffnung in Moskau

Die Wanderausstellung „Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“ wird am 22. Juni 2011, zum 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, in Moskau eröffnet. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora erarbeitete die Ausstellung im vergangenen Jahr mithilfe einer Förderung von vier Millionen Euro durch die Stiftung EVZ. Geplant sind weitere Stationen der Sammlung in Europa und Amerika. mehr

VERANSTALTUNGSREIHE "ALLE MENSCHEN SIND GLEICH AN RECHTEN"

Vernissage und Podiumsdiskussion zu homophober Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart

Die Ausstellung "BERLIN-YOGYAKARTA - Von der Ermordung Homosexueller in Hitlers Konzentrationslagern zu den Menschenrechten der Schwulen, Lesben und Transgender heute" wird ab dem 23. Juni 2011 in den Räumen der Stiftung EVZ gezeigt. BERLIN-YOGYAKARTA  wurde von der Kampagne gegen Homophobie (KPH) aus Warschau konzipiert und mit Mitteln der Stiftung EVZ unterstützt. In Polen, Lettland und der Slowakei wurde die Ausstellung bereits präsentiert. Im Anschluss an die Vernissage am 23. Juni werden internationale Podiumsgäste über die Ursachen homophober Gewalt diskutieren.

 

Präsentation der "Studie zur aktuellen Bildungssituation von Sinti und Roma in Deutschland"

Der „Studie zur aktuellen Bildungssituation deutscher Sinti und Roma“ gelang es erstmals, mit wissenschaftlichen Methoden 275 deutsche Sinti und Roma nach ihrer Lebenswirklichkeit zu befragen. Die Ergebnisse der Studie belegen die desolate Lage der Minderheit in Bezug auf Schulabschlüsse und Berufsausbildungen in Deutschland. Initiator und Herausgeber der Pilotstudie ist die RomnoKher gGmbH. Die Stiftung EVZ war Hauptförderer. mehr

NEUES AUS DER STIFTUNG

 +++ US-Präsident Obama würdigt polnische Menschenrechtsinitiative

"What you do is very important. Keep it up!" Mit diesen Worten gratulierte Barack Obama dem Projekt "Nie wieder" aus Warschau, das sich gegen Rassismus in der polnischen Gesellschaft einsetzt. Während seines Polenbesuchs Ende Mai traf der US-Präsident Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft. Ein Foto des Treffens finden Sie auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/stiftungevz.

 

+++ Auszeichung für EUROPEANS FOR PEACE-Projekt 

Neun polnische und deutsche Schulen haben sich im Projekt „European Niners: 1939-1949-1989-2009“ ein Jahr lang mit vergangenen und gegenwärtigen Freund- und Feindbildern in den Medien auseinandergesetzt. Für ihr Engagement wurden sie nun mit dem Niedersächsischen Schülerfriedenspreis (2. Preis) ausgezeichnet. Das Projekt wird auch im Jahr 2011/2012 im Programm EUROPEANS FOR PEACE gefördert. mehr

 

+++ Pressereise in die Ukraine

Vom 6. bis 9. Mai reisten zwölf deutsche Journalisten in die Ukraine, um sich über die derzeitige Situation von NS-Opfern zu informieren und Fragen nach der historischen Verantwortung Deutschlands zu stellen. Die Journalisten trafen mit Zeitzeugen zusammen und besuchten soziale Einrichtungen sowie Gedenkstätten. 

 

+++ Abschluss Förderprogramm Schülerstipendiaten

In diesem Jahr endet das Programm SCHÜLERAUSTAUSCHSTIPENDIEN der Stiftung EVZ, das seit 2003 den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Mittel- und Osteuropa unterstützte. In Zusammenarbeit mit AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. und dem Deutschen Youth For Understanding Komitee e.V. konnten insgesamt 205 Stipendien für ein Schuljahr in Deutschland bzw. in Ländern Mittel- und Osteuropas vergeben werden. Zum Abschluss des Programms lud die Stiftung EVZ im vergangenen Monat Stipendiaten und Alumni zu einem Treffen in Berlin ein. mehr

 

+++ ODIHR Antisemitismuskonferenz in Prag

Am 23. und 24. März 2011 fand das High Level Meeting von OSZE / ODIHR zum Thema "Confronting Anti-Semitism in Public Discourse“ in Prag statt. Das Treffen zielte darauf, antisemitische Erscheinungsformen in öffentlichen Debatten, Medien und politische Äußerungen zu benennen. Neue und traditionelle Formen von Antisemitismus wurden analysiert. Das Treffen erarbeitete Empfehlungen, wie man Antisemitismus im öffentlichen Diskurs verhindern und entgegnen kann. Die Stiftung EVZ fördert diesen Austausch von zivilgesellschaftlichen Akteuren. 

 

+++ 8. Internationales Menschenrechtsforum Luzern

Zum Thema „Menschenrechte und Migration“präsentierten sich drei von der Stiftung EVZ geförderte Projekte in Form von Workshops auf dem Menschenrechtsforum in Luzern. Auf Initiative der Stiftung EVZ konnten auf dem diesjährigen Forum am 24. und 25. Mai auch Teilnehmende aus Mittel- und Osteuropa dabei sein. www.humanrightsforum.ch 

 

+++ Fachtagung zu Diktaturerfahrungen

Gemeinsam mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur förderte die Stiftung EVZ die Fachtagung „1989 als Zäsur für die Betrachtung von Diktaturerfahrungen im 20. Jahrhundert – auch im Unterricht?“ des Vereins MitOst. Die Tagung untersuchte, inwieweit sich Lehrpläne und Unterrichtsmaterialen hinsichtlich der Auseinandersetzung mit den Diktaturerfahrungen des 20. Jahrhunderts verändert haben. Die Teilnehmer der Tagung aus Deutschland und Mittelosteuropa erarbeiteten anhand dieser Frage Empfehlungen für die Geschichtsvermittlung auf nationaler und europäischer Ebene. mehr

2. BERLINER STIFTUNGSWOCHE

Vom 15. bis 25. Juni präsentieren Stiftungen in Berlin Veranstaltungen mit vielfältigen Themen: Von Ausbildung bis Zivilgesellschaft, von Bürgerengagement bis Wissenschaft, von Kultur bis Umweltschutz. Die Stiftung EVZ ist einer der Hauptförderer der Stiftungswoche und mit fünf Veranstaltungen im Programm vertreten. Mehr unter www.berlinerstiftungswoche.eu. 

AKTUELLE AUSSCHREIBUNGEN

FOTOWETTBEWERB (Frist: 31.07.2011)

Die Stiftung EVZ schreibt jedes Jahr einen Fotowettbewerb aus und prämiert die zehn besten Fotos mit 250 Euro sowie ein Gewinnerbild mit weiteren 250 Euro. Das diesjährige Thema des Fotowettbewerbs lautet "Alle Menschen sind frei und gleich". 

 

MENSCHEN RECHTE BILDEN (Frist: 31.08.2011)

Mit dem Förderprogramm MENSCHEN RECHTE BILDEN engagiert sich die Stiftung EVZ nachhaltig dafür, dass Menschenrechtsbildung und historisches Lernen inhaltlich miteinander verknüpft werden. Damit zeigt sie in der Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte, dem Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg wichtige gegenwartsorientierte Zugänge auf. mehr

 

GESCHICHTE(N) IN VIELFALT (Frist: 09.09.2011)

Die Stiftung EVZ fördert Bildungs- und Begegnungsprojekte, die sich mit der Vielfalt von Geschichte(n) im Einwanderungsland Deutschland auseinandersetzen. Unterstützt werden Projekte mit Geschichtsbezügen, bei denen historische Erfahrungen von Unrecht und kollektiver Gewalt zu wenig bearbeitet oder umstritten sind und somit das interkulturelle Zusammenleben in Deutschland belasten. mehr

 

BEGEGNUNGEN MIT ZEITZEUGEN (Frist: mind. 2 Monate vor Projektbeginn)

Die Stiftung EVZ fördert Begegnungen junger Menschen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen Opfern des Nationalsozialismus. Sie vergibt Reisekostenzuschüsse an gemeinnützige Vereine und bürgerschaftliche Initiativen mit Sitz in Deutschland, die NS-Opfer aus dem Ausland zu Zeitzeugengesprächen einladen wollen. Bewerbungen sind fortlaufend möglich. mehr 

IN EIGENER SACHE

Seit dem 1. Juni 2011 leite ich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung EVZ. Diesen Newsletter möchte ich zum Anlass nehmen, mich Ihnen kurz vorzustellen: Dietrich Wolf Fenner, 37 Jahre alt und der Aufarbeitungsszene verpflichtet. Bis Ende Mai habe ich fünf Jahre als Pressesprecher die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin gestaltet. Zuvor war ich TV-Redakteur der AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion/Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Bei der AVE habe ich ebenso mein journalistisches Volontariat absolviert. 

 

Auf die neuen Themen, Aufgaben und Herausforderungen in der Stiftung EVZ freue ich mich sehr. Genauso wie auf die Zusammenarbeit mit Ihnen! Sie erreichen mich per E-Mail fenner@stiftung-evz.de und telefonisch unter 030 25 92 97 – 76.

 

Beste Grüße

Ihr Dietrich Wolf Fenner