Newsletter 1/2012

 

INHALT

  • Internationale Wanderausstellung zur NS-Zwangsarbeit ab März in Dortmund
  • Neues aus den Förderprogrammen
  • Kommende Veranstaltungen
  • Aktuelle Ausschreibung

INTERNATIONALE WANDERAUSSTELLUNG ZUR NS-ZWANGSARBEIT AB MÄRZ IN DORTMUND

Am 18. März 2012 wird die Ausstellung auf der Zeche Zollern in Dortmund (Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur) eröffnet. Die Zwangsarbeit im Bergwerk gehörte während des Krieges zu den grausamsten Formen der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft. Die überarbeitete Ausstellung stellt diese regionalen Bezüge heraus und verweist auf konkrete Beispiele der Zwangsarbeit in Dortmund. In Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache wurde ein umfangreiches Begleitprogramm vorbereitet. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite www.ausstellung-zwangsarbeit.lwl.org. Die Ausstellung ist in Dortmund bis zum 30. September zu sehen.

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NEUES AUS DEN FÖRDERPROGRAMMEN

Installation:  „Friedhof aus Eis – Cmentarz z lodu“

Die neue Förderrunde im Leo Baeck Programm ist erfolgreich gestartet. Ein erstes eindrucksvolles Ergebnis lieferte das deutsch-polnische Projekt „Friedhof aus Eis – Cmentarz z lodu“. Auf dem zerstörten jüdischen Friedhof im Allenstein/ Olsztyn, Polen wurde eine Licht-Eis-Installation geschaffen, um das Friedhofsgelände sichtbar zu machen und seine Geschichte ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Unter Anleitung des Ingolstädter Lichtkünstlers Markus Jordan arbeiteten Schülerinnen und Schüler des Gabrieli-Gymnasiums Eichstätt und des Mendelsohn-Kunst-Lyzeums Olsztyn an dieser Hommage an die untergegangene jüdische Welt im ostpreußischen Allenstein. 

Internationale Konferenz: „Engaging youth in learning about the Holocaust and Human Rights in the 21st century“

Rund um die Eröffnung der neuen Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ im Bundestag/Paul-Löbe-Haus, fand am 19. Januar die internationale Konferenz „Engaging youth in learning about the Holocaust and Human Rights in the 21st century“ in Berlin statt. Ausgewählte Expertinnen, Experten und Jugendliche setzten sich mit der Frage auseinander, wie Jugendliche am besten dazu angeregt werden können, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten und sich für Menschenrechte zu engagieren. Bei dieser Konferenz hielt der Vorstandvorsitzende der Stiftung EVZ, Dr. Martin Salm, den Einführungsvortrag zum Thema „Historische Bildung und Menschenrechtsbildung – eine Verbindung autonomer Partner“

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Februar in Berlin zu sehen und wird vom 7. März bis 5. April in der Apostelkirche in Essen ausgestellt. mehr

Tagung: "Der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und die Wannseekonferenz am 20. Januar 1942"

Zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz lud die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz am 20. und 21. Januar zu einer Tagung für Historiker und für historisch Interessierte unter dem Titel "Der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und die Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942". Bei dieser von der Stiftung EVZ geförderten Konferenz versammelten sich die Wissenschaftler mit dem Ziel keine alten Kontroversen auszufechten, sondern vielmehr Forschungsfragen neu akzentuiert und erweitert zur Debatte zu stellen.

Publikation: "Fremd im eigenen Land"

Am 26. Januar ist im Historischen Museum Hannover der Ausstellungskatalog "Fremd im eigenen Land" vorgestellt worden. Er dokumentiert, wo und wie sich die deutschen Sinti und Roma nach dem Ende der NS-Herrschaft wieder in Niedersachsen "beheimateten", welchen Diskriminierungen sie weiter ausgesetzt waren, unter welchen Umständen sich ihr Alltagsleben vollzog und was von ihrer reichen Kultur gerettet werden konnte.

Auftakt des Jahrgangs 2012 der Geschichtswerkstatt Europa

Am 8. Februar fand im Senatssaal der Europa-Universität Viadrina der festliche Auftakt des neuen Jahrgangs der Geschichtswerkstatt Europa statt. 100 junge Menschen aus 24 Ländern, überwiegend aus Mittel- und Osteuropa, trafen sich zu einem viertägigen Methodenworkshop und zum Ideenaustausch an der Oder.

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KOMMENDE VERANSTALTUNGEN

5. März 2012 Buchpräsentation: "Holocaust im Film"

Das öffentliche Gedenken an den Holocaust ist geprägt von ikonografischen Bildern. Der Sammelband »Welchen der Steine du hebst« befasst sich mit der filmischen Erinnerung an den Holocaust. Die Beiträge widmen sich Filmbeispielen, die kritisch ikonografische Muster beleuchten und Fragen nach den Möglichkeiten von Erinnerung aufwerfen: Wie hat sich die filmische Erinnerung an die Verfolgung und die NS-Massenmorde verändert? Das Projekt wurde von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« gefördert.

7. März 2012 Podiumsdiskussion: "Zwangsarbeit war weiblich"

Mehr als die Hälfte der Millionen verschleppten Zwangsarbeiter aus Polen und der früheren Sowjetunion waren junge Frauen und Mädchen unter 20 Jahren. Besonders hart traf es diese Zwangsarbeiterinnen, wenn sie während der Zwangsarbeit schwanger wurden. Waren sie zu Beginn des Krieges in ihre Heimat abgeschoben worden, wurden sie in dem sich immer mehr radikalisierenden Kriegsverlauf zur Abtreibung gezwungen oder mussten ihre Neugeborenen abgeben, was für viele Kinder den Tod bedeutete. Frauen, die ihr Kind behalten konnten, hatten kaum das Nötigste für sich und das Kind, um zu überleben. Den Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Frauen, aber auch der späteren Situation der Zwangsarbeiterinnen in ihren Heimatländern ist die erste Veranstaltung gewidmet, die 2012 im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Opfer des deutschen Vernichtungskrieges im Osten" stattfindet. Flyer

17. April 2012 Podiumsdiskussion: "Gedenken Verpflichtet!"

Nur wenige Tage nach der Rede von Marcel Reich-Ranicki im Deutschen Bundestag verwehrte das Bundessozialgericht mehr als 20.000 jüdischen NS-Opfern Anteile ihrer Rentenansprüche aus Beschäftigungen im Ghetto. Stand hier das Gesetz gegen die Moral oder wurden vorhandene Spielräume bewusst ungenutzt gelassen? Die Stiftung EVZ nimmt den Holocaust-Gedenktag in Israel am 19. April zum Anlass, die deutsche Gedenkkultur dahingehend zu hinterfragen, wie viel Solidarität die Gesellschaft bereit ist, tatsächlich den Holocaust-Überlebenden entgegenzubringen.

18. - 24. April 2012 Filmfestival: goEast - 12. Festival des Mittel- und Osteuropäischen Films

Vom 18. bis 24. April findet in Wiesbaden eines der wichtigsten deutschen Festivals für osteuropäisches Autorenkino statt. Zum zwölften Mal präsentiert das vom Deutschen Filminstitut veranstaltete Festival ein vielseitiges Programm mit aktuellen Filmproduktionen, filmhistorischen Raritäten und anregenden Diskussionsforen. Im Rahmen des Festivals zeichnet die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“  Regisseure, die sich kritisch und konstruktiv mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in ihren Ländern auseinandersetzen, mit dem Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ (10.000 Euro) aus.

20. - 26. April 2012 Workshop: MICC World

Vom 20. bis zum 26. April findet das erste diesjährige Model International Criminal Court World im International Youth Meeting Centre and Memorial Site Krzyzowa in Polen statt und bietet Jugendlichen aus Deutschland, Polen, den Niederlanden, Slowenien, Afghanistan, Uganda, Südafrika und Vietnam die Möglichkeit, Themen internationaler Menschenrechtsverbrechen zu diskutieren. Die Teilnehmenden erhalten über Trainingseinheiten, Diskussionen und Workshops sowie der Simulation historischer und aktueller Fälle von Verbrechen gegen die Menschheit einen Einblick in die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs und werden so an die Beschäftigung mit Menschenrechten und internationalem Strafrecht herangeführt.

3. - 4. Mai 2012 Tagungsreihe: "Blickwinkel - Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft"

Die zweite Tagung der Reihe „Blickwinkel - Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft" findet am 3. und 4. Mai im Jugendamt der Stadt Frankfurt am Main statt. Nachdem im vergangenen Jahr in Berlin „Bildungswelt Lebensraum“ der Fokus der Tagung war, steht jetzt die Frage nach alltagskulturellen Aspekten im Mittelpunkt. Im engen Austausch von Wissenschaft und Bildungspraxis sollen Schnittstellen von Alltagskulturen und Antisemitismus analysiert und die Potenziale präventiv-pädagogischer Konzepte diskutiert werden. Die Tagung „Bildungsansatz Alltagskultur“ ist damit der zweite Teil der Reihe „Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“. Für Herbst 2012 ist eine weitere Veranstaltung in Köln geplant.

AKTUELLE AUSSCHREIBUNG

Leo Baeck-Programm (Frist: 30.04.2012)

Das Programm möchte die jüdischen Beiträge zur kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Deutschlands sichtbar machen und würdigen. Gefördert werden Lehrerfortbildungen und schulische Aktivitäten, beispielsweise Workshops für Schüler zur Erkundung lokaler jüdischer Geschichte. Die Projekte werden mit bis zu 6.000 Euro gefördert.

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