Newsletter 1/2011

 

INHALT

  • Grusswort
  • 70 Jahre Überfall auf die Sowjetunion
  • 5-Millionen-Spende der Deutschen Bahn
  • Marianne Rosenberg singt und liest über Sinti und Roma
  • Jugendliche auf Spurensuche
  • Geschichte der Menschenrechte in Belarus
  • Menschenrechte in Russland
  • Fotowettbewerb "Alle Menschen sind frei und gleich"
  • Neues aus der Stiftung EVZ
  • Termine
  • Aktuelle Ausschreibungen
  • Die Stiftung EVZ bei Facebook

 

GRUSSWORT

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

in diesem Jahr erinnern wir daran, dass vor 70 Jahren der Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands auf die Sowjetunion das Land verwüstet hat. Die Folgen sind bis heute für viele Menschen spürbar. Auch das Zusammenleben der östlichen Nachbarn und deren Verhältnis zu Deutschland wird durch die Geschichte und die Erinnerungen geprägt. Die Stiftung EVZ nimmt das Gedenkjahr zum Anlass, vor allem über die zivilen Opfer zu sprechen – ein Thema, das uns im gesamten Jahr 2011 ein Anliegen sein wird. Aus historischer Verantwortung folgt eine Verpflichtung für die Menschenrechte heute. Informationen zu diesen Themen und zu geförderten Projekten der Stiftung EVZ finden Sie in diesem Newsletter. Wir freuen uns auf die gute Zusammenarbeit mit Ihnen auch in diesem Jahr.

 

Ihr

Dr. Martin Salm und Günter Saathoff

Vorstand der Stiftung EVZ

70 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

Am 22. Juni 2011 jährt sich der Überfall auf die Sowjetunion zum 70. Mal. Anlass für die Stiftung EVZ, insbesondere die Folgen dieses Krieges und der damit verbundenen NS-Vernichtungspolitik im Hinblick auf die zivilen Opfer in einer Veranstaltungsreihe zu thematisieren. Dabei geht es auch um die unterschiedlichen Erinnerungsperspektiven in den beteiligten Ländern. Die Stiftung EVZ lädt Sie zur Auftaktveranstaltung "Die historische Gegenwart des Zweiten Weltkriegs in Russland, Belarus und der Ukraine" ein. Es diskutieren die Botschafter der drei Länder am 25. Januar in Berlin, moderiert wird die Veranstaltung von Dirk Sager. 

5-MILLIONEN-SPENDE DER DEUTSCHEN BAHN

Eine Spende der Deutschen Bahn AG in Höhe von 5 Mio. Euro erlaubt es der Stiftung EVZ, ihr humanitäres Engagement zugunsten von NS-Opfern in Mittel- und Osteuropa ab dem Jahr 2011 auszuweiten. Dem Spenderwillen entsprechend werden die bereitgestellten Mittel für Projekte zur medizinischen, sozialen und psychosozialen Unterstützung besonders bedürftiger NS-Opfer in Polen, der Ukraine, Russland, Belarus und Tschechien eingesetzt. 

MARIANNE ROSENBERG SINGT UND LIEST ÜBER SINTI UND ROMA

Marianne Rosenberg gehört zu den bekanntesten deutschen Sängerinnen. Nun singt und spricht sie über ihre Familiengeschichte. Ihr Vater, Otto Rosenberg, war als Sinto u.a. in Auschwitz inhaftiert. Ihre Schwester ist Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg. Gemeinsam treten sie am 27. Januar in Berlin auf "In Erinnerung an die ermordeten und überlebenden Sinti und Roma". 

JUGENDLICHE AUF SPURENSUCHE

Russische und deutsche Jugendliche recherchieren in einem Projekt des Förderprogramms EUROPEANS FOR PEACE die Geschichte russlanddeutscher Familien in Tomsk und Stuttgart. Sie nehmen die UN-Menschenrechtserklärung zum Anlass und beschreiben exemplarisch die Lebenswege der Familien und von ihnen erlebte Menschenrechtsverletzungen. Die Jugendlichen zeigen abschließend eine Ausstellung, die in beiden Ländern öffentlich präsentiert wird. mehr

GESCHICHTE DER MENSCHENRECHTE IN BELARUS

Deutsche und belarussische Jugendliche beschäftigen sich in Münster und Minsk mit dem Thema Menschenrechte und der konkreten menschenrechtlichen Situation in Belarus. Die Teilnehmer lernen Methoden der handlungsorientierten Medienarbeit kennen und erstellen Kurzfilme über mutige Persönlichkeiten, die für die Menschenrechte eingetreten sind. Das Projekt wurde im Förderprogramm MENSCHEN RECHTE BILDEN gefördert. Die Filme werden u.a. im Internet-TV gezeigt. mehr

MENSCHENRECHTE IN RUSSLAND

Die in der Sowjetunion propagierte "offizielle Geschichtsschreibung" blendete Menschenrechtsverletzungen vollständig aus. In einem von der Stiftung EVZ geförderten Projekt berichten Zeitzeugen über die tatsächlichen Umstände dieser Zeit. Sie erzählen Jugendlichen über ihren Alltag und ihr Engagement, um das demokratische Bewusstsein junger Menschen zu stärken und ihr Wissen über die Menschenrechte in Russland zu erweitern. mehr

FOTOWETTBEWERB "ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH"

Die Stiftung EVZ schreibt zum achten Mal einen Fotowettbewerb aus. Mit dem diesjährigen Thema "Alle Menschen sind frei und gleich" möchte die Stiftung EVZ dazu einladen, eigene Reflexionen und Engagement zum Thema Menschenrechte sichtbar zu machen. Wie in den Jahren zuvor sind Partner, Projekte, Juroren, Experten, Stipendiaten der Stiftung EVZ eingeladen, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Darüber hinaus ist der Wettbewerb erstmals auch für alle anderen Teilnehmer offen. 

NEUES AUS DER STIFTUNG EVZ

 

+++ Lernmaterial auf DVD: Zeitzeugen erinnern an Zwangsarbeit

Im Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945" sind die Lebensgeschichten von 590 ehemaligen ZwangsarbeiterInnen dokumentiert. In mehrstündigen Audio- und Video-Interviews schildern sie ihre Erfahrungen und Erinnerungen. Im Januar 2011 erschienen dazu pädagogische Materialien „Zeitzeugen-Interviews für den Unterricht", die u.a. bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich sind. Neben biografischen Kurzfilmen enthalten diese auch eine umfangreiche multimediale Lernsoftware. Mehr unter www.zwangsarbeit-archiv.de.

 

+++ Infofilm über "Zwangsarbeit heute"

Von der Baubranche über Prostitution bis hin zu Diplomatenhaushalten – Zwangsarbeit und Arbeitsausbeutung kommt auch heute in vielen Bereichen vor. Ein Infofilm des Deutschen Instituts für Menschenrechte zeigt die Probleme der Betroffenen von Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung. Mehr zum Projekt "Zwangsarbeit heute", das in Kooperation mit der Stiftung EVZ vor allem die Rechte der Betroffenen stärken soll, finden Sie unter www.institut-fuer-menschenrechte.de. 

TERMINE

+++ Podiumsdiskussion: "70 Jahre Überfall auf die Sowjetunion" 

Am 25. Januar diskutieren die Botschafter aus der Ukraine, Belarus und Russland in der Sächsischen Landesvertretung in Berlin zum Thema "Die historische Gegenwart des Zweiten Weltkriegs". Moderiert wird die Veranstaltung von Fernsehjournalist Dirk Sager. 

 

+++ Lernwerkstatt für Menschenrechte

Am 25. Januar werden die vom Anne Frank Zentrum Berlin entwickelten Lernmaterialen "Nicht in die Schultüte gelegt“ vorgestellt. Kinder können mit Hilfe von Biografien über Geschichte und Menschenrechte lernen. Im Beisein von Zeitzeugen wird mit einer öffentlichen Diskussion das Material präsentiert. 

 

+++ Lesung und Chansons von Marianne und Petra Rosenberg

Anlässlich des Befreiungstages des KZ Auschwitz, präsentieren Marianne Rosenberg, ihre Schwester Petra Rosenberg sowie der Musiker Ferenc Snétberger am 27. Januar Chansons und Texte im Französischen Dom in Berlin. Anmeldung bitte bis zum 20. Januar. 

 

+++ Erzähltheater: "Überleben im Versteck"

Gymnasiasten der Nelson Mandela Schule Berlin bearbeiten gemeinsam mit Zeitzeugen das Schicksal überlebender versteckter jüdischer Kinder im Nationalsozialismus. Erzählt wird in dem Theaterstück u.a. die Geschichte der Tochter des DDR-Schriftstellers Stephan Hermlin, Andreé Leusink, die als Kind im Versteck in Paris überlebte. Die Aufführung wird am 16. und 17. Februar im Berliner Centrum Judaicum gezeigt. 

 

+++ Lehrerfortbildung: "Zwangsarbeit 1939-1945 – Zeitzeugen-Interviews für den Unterricht"

Am 20. Februar bietet die Stiftung EVZ in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin ein Seminar zur Vorstellung der Bildungsmaterialien "Zeitzeugen - Interviews für den Unterricht: Video-DVD – Lernsoftware – Lehrerheft" an, die zur pädagogischen Nutzung des Online-Archivs „Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte“ erarbeitet wurden. Um Anmeldung per E-Mail (knellessen@stiftung-evz.de) wird gebeten. Anmeldeschluss: 1. Februar. 

 

+++ Ausstellung: "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg"

Noch bis zum 30. Januar zeigt das Jüdische Museum Berlin die Ausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg", die anschließend in verschiedenen internationalen Städten zu sehen sein wird. Die Ausstellung wurde von der Stiftung EVZ gefördert. www.ausstellung-zwangsarbeit.org

 

Weitere Termine der Stiftung EVZ unter www.stiftung-evz.de/termine. 

AKTUELLE AUSSCHREIBUNGEN

Geschichtswerkstatt Europa 

Die Stiftung EVZ vergibt zusammen mit dem Global and European Studies Institute der Universität Leipzig Tagungsstipendien an junge Studierende und Doktoranden aus Mittel- und Osteuropa für das Internationale Forum im Juni 2011 in Kiew/Ukraine. Das Treffen zum Thema "1941: German War of Extermination in Ukraine and its Acteurs" findet vom 20. bis 25. Juni statt. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 28. Februar. mehr

 

Begegnungen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen NS-Opfern

Die Stiftung EVZ fördert Begegnungen junger Menschen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen Opfern des Nationalsozialismus. Sie vergibt Reisekostenzuschüsse an gemeinnützige Vereine und bürgerschaftliche Initiativen mit Sitz in Deutschland, die NS-Opfer aus dem Ausland zu Zeitzeugengesprächen einladen wollen. Bewerbungen sind fortlaufend möglich. mehr 

 

Fotowettbewerb

Die Stiftung EVZ schreibt jedes Jahr einen Fotowettbewerb aus und prämiert die zehn besten Fotos mit 250 Euro sowie ein Gewinnerbild mit weiteren 250 Euro. Das diesjährige Thema des Fotowettbewerbs lautet "Alle Menschen sind frei und gleich". 

DIE STIFTUNG EVZ BEI FACEBOOK

Auf der Facebook-Seite der Stiftung EVZ erfahren Sie mehr über Termine und Förderprojekte sowie Tipps und Hinweise zu den Themen der Stiftung.