EVZ expanded – Labor für neue Förderformate

Um auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zeitnah zu reagieren und die strategische Weiterentwicklung der Stiftung voranzutreiben, konzipiert EVZ expanded neue Methoden und zukunftsorientierte Förderformate. Der Begriff „expanded“ steht für ein verbindendes und „erweitertes“ Team, das methodisch und thematisch Neues wagt: Der aus drei Frauen bestehende Think-und-Do-Tank ergänzt in Kooperation mit den Kolleg*innen der drei Handlungsfelder die längerfristig angelegten Förderprogramme.

EVZ Foundation Award for Jewish-Muslim Solidarity

In den letzten Jahren sind rassistische und antisemitische Tendenzen in der Gesellschaft angestiegen. Um diesen Ideologien der Ungleichwertigkeit nachhaltig entgegenzuwirken, sind Kooperationen zwischen Jüd*innen und Muslim*innen eine wichtige Strategie. Damit können wir in sich fortwährend polarisierenden und spaltenden Gesellschaften ein positives Gegennarrativ unterstützen. Aus dem Grund rufen wir gemeinsam mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) den EVZ Foundation Award for Jewish-Muslim Solidarity aus.
Bewerben können sich Individuen, Initiativen oder kleine gemeinnützige Organisationen, die sich in Deutschland oder den USA für jüdisch-muslimische Solidarität einsetzen. Der Preis in Höhe von 5.000 Euro wird im November 2019 bei einer Zeremonie in Berlin verliehen.
Bewerbungsschluss war der 31.08.2019.

Interaktive Biografien von Überlebenden des Holocaust

Anita Lasker Walfisch (c) USC Shoah Foundation

Zeitgemäßes Erinnern verlangt nach unterschiedlichsten Formen der Vermittlung.

Aus dem Grund fördert EVZ expanded zwei Projekte mit dem Ziel, deutschsprachige interaktive Biografien von Überlebenden des Holocaust zu entwickeln: „Dimensions in Testimony“ der Shoah Foundation und „Lernen mit digitalen Zeugnissen“ der Ludwig-Maximilians-Universität München.      

Im ersten Schritt beantworten Überlebende des Holocausts vor laufenden Kameras einen umfassenden Fragenkatalog zu ihrem Leben. 

Dieses Filmmaterial wird mit innovativen Technologien aufbereitet, sodass den Überlebenden Fragen zur Lebensgeschichte vor, während und nach dem Holocaust gestellt werden können.

Die interaktiven Biografien können in der historischen Bildung in Museen, Gedenkstätten, Schulen und Ausbildung verankert werden. „Dimensions in Testimony“ von der Shoah Foundation wurden in den Dauerausstellungen von diversen Museen in den USA und in Nanjing in China gezeigt.

Mit diesen Projekten wollen wir auch zukünftigen Generationen eine Form der Interaktion mit Überlebenden ermöglichen und setzen uns für den Erhalt der Zeitzeugnisse ein.

Weitere Informationen über „Dimensions in Testimony“ und „Lernen mit digitalen Zeugnissen“ sind hier und hier zu finden. 

MEMO Deutschland – Multidimensionaler Erinnerungsmonitor

Gemeinsam mit dem Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld erforschen wir in einer repräsentativen Umfrage die Erinnerungskultur in Deutschland. „MEMO Deutschland“, unser multidimensionaler Erinnerungsmonitor, erfasst, wie sich in Deutschland lebende Personen an die Zeit des NS-Regimes erinnern.
Die zweite Erhebung konnte zeigen, dass die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit eine wichtige Quelle für Zivilcourage ist. Personen die sich intensiver mit dieser Zeit beschäftigen setzen sich auch stärker gegen Ausgrenzung und Diskriminierung ein.

Zur MEMO-Studie 2018 und zur englischen Version.

Zur MEMO-Studie 2019 und zur englischen Version.