Kooperationsprojekt „Internationale Partnerschaften zur Vergangenheitsarbeit stärken“

Das auf zwei Jahre angelegte Projekt (2018-2020) wird gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt) durchgeführt. Ziel ist es, Themen und Fragestellungen zu identifizieren, die im Feld Vergangenheitsarbeit / Transitional Justice für deutsche und internationale Akteure gleichermaßen interessant sind und Formate für einen verstärkten Austausch zu entwickeln.

Podiumsdiskussion "Wenn das private politisch ist"

Drei Fragen an... Dr. Ralf Possekel

Dr. Ralf Possekel war bis 2002 an der Durchführung der Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beteiligt und anschließend in der Projektförderung tätig. Seit 2018 arbeitet er in dem auf zwei Jahre angelegten Kooperationsprojekt.


Was ist das Ziel des Kooperationsprojektes mit der Arbeitsgemeinschaft „Frieden und Entwicklung“?

Dr. Ralf Possekel: Im Feld „Aufarbeitung der Vergangenheit“ wollen wir Themen identifizieren, zu denen ein wechselseitiger Austausch zwischen deutschen und internationalen Akteuren fruchtbar sein kann. Dabei geht es nicht nur und nicht zuerst darum, dass wir internationale Partner derdeutschen Entwicklungszusammenarbeit beraten, sondern im Austausch auch Impulse für unsere eigene Arbeit erhalten. International zählt das Projekt zu den Bemühungen, globale Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung zu bilden – in diesem Fall für die Aufarbeitung gewaltbelasteter Vergangenheit. Das ist z. B. die Auseinandersetzung mit kollektiven Traumata oder die Frage, wie eine Gesellschaftan Täterinnen und Täter erinnert. Aber auch kulturell verschiedene Formen und Praktiken von Erinnerung oder unterschiedliche digitale Erinnerungsformen können Gegenstand von Austauschsein.


Deutschland als Erinnerungsweltmeister?

Dr. Ralf Possekel: Die Geschichte der Aufarbeitung des Nationalsozialismus ist keine Erfolgsgeschichte. Aber sie ist ein Labor – anhand dieser Geschichte kann man erfahren, welchen Herausforderungen sich eine Gesellschaft hierbei stellen muss. Wenn Deutschland international Projekte zur Aufarbeitung von Diktaturen und Bürgerkriegen unterstützt, kann es daher mehr als nur technischer Berater oder Geldgeber sein – es kann auch eine Sensibilität für die damit einhergehenden gesellschaftlichen Auseinandersetzungen einbringen.

 

Wo gibt es konkrete Anknüpfungspunkte zur Tätigkeit der Stiftung?

Dr. Ralf Possekel: In Mali wird mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) derzeit ein Entschädigungsprogramm konzipiert, in Kolumbien wird ein bereits mehrjähriges Entschädigungsprogramm ausgewertet. Die Erfahrungen der Stiftung EVZ sind in diesen Kontexten gefragt. Aber auch die Befunde der Studie „MEMO Deutschland“ der Universität Bielefeld und die Herausforderungen und Chancen digitaler Bildungsprojekte sind Punkte, bei denen die Stiftung EVZ unmittelbar ins Spiel kommt.


Weitere informationen unter www.frient.de/themen-und-kompetenzen/transitional-justice-und-entwicklung/internationale-partnerschaften-zu-vergangenheitsarbeit-staerken.

Kontakt

Ralf Possekel
possekel(at)stiftung-evz.de
Tel.: +49 228 44 60 93 528